Fahrerloses Robotaxi holt abends Fahrgast an belebter Stadtstraße ab
© Black Forest Labs / Flux

Uber investiert zehn Mrd. Dollar in Robotaxis

Uber will in den kommenden Jahren zehn Mrd. Dollar in sein Robotaxi-Geschäft stecken, meldet Wiwo.de. Bis Jahresende sollten die fahrerlosen Fahrzeuge in 15 statt bislang sieben Städten rollen. Wichtigster Partner bleibe zwar, wie seit 2023, die Alphabet-Tochter Waymo, doch habe sich die Beziehung abgekühlt. Rückenwind komme aus dem Fußball: Befeuert von der WM sei der Umsatz um zwölf Prozent auf 14,19 Mrd. Dollar gestiegen und der Nettogewinn um 77 Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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Uber beschleunigt den Ausbau fahrerloser Fahrdienste

Uber stellt sein Robotaxi-Geschäft deutlich stärker in den Mittelpunkt seiner Wachstumsstrategie. In den kommenden Jahren will der US-Mitfahrdienst zehn Milliarden Dollar in den Bereich investieren, wie Wiwo.de meldet. Konkrete Details zur Verwendung der Mittel nannte das Unternehmen nicht. Klar ist jedoch: Uber will die Präsenz fahrerloser Fahrzeuge rasch ausweiten. Bis Jahresende sollen Robotaxis in 15 Städten verfügbar sein; derzeit ist Uber in sieben Städten mit solchen Angeboten vertreten.

Die Offensive unterstreicht, wie wichtig autonome Mobilität für Ubers künftige Positionierung im Tech-Umfeld wird. Das Unternehmen arbeitet seit 2023 mit Waymo zusammen, der Robotaxi-Tochter von Alphabet. Uber-Nutzer können bereits in Städten wie Austin und Atlanta Fahrten in Waymo-Fahrzeugen buchen. Uber-Chef Dara Khosrowshahi bezeichnete Waymo weiterhin als sehr wichtigen Partner, betonte aber zugleich, Uber dürfe nicht von einem einzigen Anbieter abhängig werden. Damit signalisiert der Konzern, dass er seine Kooperationen im Robotaxi-Segment breiter aufstellen will.

Die Partnerschaft mit Waymo bleibt zwar zentral, steht aber offenbar nicht mehr unter denselben Vorzeichen wie zu Beginn. Berichten zufolge haben sich die Beziehungen zwischen beiden Unternehmen zuletzt abgekühlt. Für Uber ist das strategisch relevant: Wer Robotaxis in deutlich mehr Städten anbieten will, braucht zuverlässige Technologiepartner, operative Skalierbarkeit und ausreichend Flexibilität bei der Auswahl der Plattformen. Die geplanten Milliardeninvestitionen wirken daher nicht nur wie ein Ausbauprogramm, sondern auch wie ein Schritt, um Ubers Verhandlungs- und Handlungsspielraum im Markt für autonome Fahrdienste zu stärken.

Finanziellen Rückenwind erhält Uber durch ein starkes Quartal. Der Umsatz stieg um zwölf Prozent auf 14,19 Milliarden Dollar, der Nettogewinn legte sogar um 77 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar zu. Einen wesentlichen Beitrag leistete die Fußball-Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko. Während des Turniers nutzten dem Unternehmen zufolge mehr als acht Millionen Touristen die Dienste von Uber. Die hohe Nachfrage zeigt, wie stark Großereignisse die Auslastung der Plattform erhöhen können und wie eng Ubers Wachstum mit Mobilitätsbedarf in urbanen Räumen verbunden ist.

Die aktuellen Zahlen verbessern zugleich die Ausgangslage für die nächste Investitionsphase. Mit der Kombination aus steigenden Umsätzen, deutlich höherem Gewinn und wachsender Nachfrage in Spitzenzeiten verfügt Uber über ein belastbares Fundament, um den kostenintensiven Ausbau autonomer Angebote voranzutreiben. Für die Bilanz bleibt entscheidend, ob es gelingt, die Robotaxi-Flotte schneller verfügbar zu machen, ohne sich operativ zu stark an einzelne Partner zu binden. Ubers Kurs ist damit klar: mehr Städte, mehr Autonomie und eine breitere Basis für das Geschäft mit fahrerlosen Fahrten.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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