Content Creator justiert Kamera im Home-Studio für neue Monetarisierungsregeln bei YouTube
© Black Forest Labs / Flux

Youtube erschwert die Monetarisierung

Youtube verschärft die Verdienstregeln seines Partnerprogramms, meldet ITMagazine.ch. Ab Februar müssten neue Creator 1.000 Abonnenten und 8.000 Stunden werbefähige Wiedergabezeit binnen 365 Tagen vorweisen. Das sei doppelt so viel wie bisher. Für Shorts brauche es 10 Mio. qualifizierte Views in 90 Tagen. Wer die Schwelle verfehle, bleibe im Programm, könne seine Videos aber nicht monetarisieren. Bestehende Partner behielten ihren Status.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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Youtube erhöht die Hürden für Werbeeinnahmen

Youtube verschärft die Regeln für sein Partnerprogramm deutlich. Wie ITMagazine.ch berichtet, müssen neue Creator ab Februar 2027 wesentlich höhere Mindestwerte erreichen, wenn sie über das Youtube-Partnerprogramm (YPP) Werbeeinnahmen und Tantiemen aus Youtube Premium erhalten wollen. Die zentrale Änderung betrifft die Wiedergabezeit: Künftig sind 8.000 werbefähige Stunden innerhalb von 365 Tagen erforderlich. Das entspricht laut Bericht einer Verdopplung gegenüber den bisherigen Anforderungen.

Zusätzlich bleibt die Schwelle von mindestens 1.000 Abonnenten für den Kanal bestehen. Damit wird der Zugang zur Monetarisierung vor allem für neue Youtuber anspruchsvoller, auch wenn Youtube die Änderungen als neue Verdienstmöglichkeiten einordnet. Praktisch bedeutet die Neuregelung: Wer die Voraussetzungen nicht erfüllt, kann zwar weiterhin Inhalte veröffentlichen und im Partnerprogramm verbleiben, erhält aber keine Einnahmen aus den betroffenen Videoaufrufen. Für neue Bewerber wird der Aufbau eines monetarisierbaren Kanals damit stärker an kontinuierliche Reichweite, regelmäßige Nutzung und eine ausreichend große Community gebunden.

Auch bei Shorts setzt Youtube klare Grenzen. Für die Monetarisierung kurzer Videos sind künftig 10 Millionen qualifizierte Views innerhalb von 90 Tagen nötig. Wird diese Marke verfehlt, bleibt der Status im Partnerprogramm zwar erhalten, Geld für das Abspielen von Shorts fließt jedoch nicht. Gerade im Umfeld von Social Media, in dem kurze Videoformate stark um Aufmerksamkeit konkurrieren, erhöht Youtube damit den Druck auf Creator, nicht nur einzelne virale Treffer zu erzielen, sondern über einen längeren Zeitraum belastbare Abrufzahlen nachzuweisen.

Für bereits aufgenommene Partner gibt es eine wichtige Einschränkung: Bestehende Teilnehmer verlieren ihren Status wegen der neuen Minimalwerte nicht. Die Verschärfung richtet sich damit vor allem an neue Creator und an Kanäle, die künftig Einnahmen aus Werbung, Youtube Premium oder Shorts erzielen möchten. Wer unter den Schwellen bleibt, wird nicht automatisch ausgeschlossen, kann seine Inhalte aber nicht monetarisieren. Für Creator verändert sich damit weniger die grundsätzliche Teilnahme am Programm als vielmehr der Zugang zu den tatsächlichen Ausschüttungen.

Parallel verweist Youtube auf eine mögliche Ausweitung der Nutzung: Premium Lite soll in allen Ländern eingeführt werden, in denen Youtube Premium verfügbar ist. Dadurch könnten zusätzliche Wiedergabezeit und mehr Shorts-Aufrufe entstehen. Der Konzern nennt zugleich die Dimensionen der Plattform: täglich mehr als eine Milliarde Stunden Videowiedergabe und über 200 Milliarden Shorts-Views. Diese Zahlen zeigen, dass Youtube seine Monetarisierungsregeln in einem Umfeld anpasst, in dem Reichweite enorm skaliert, Einnahmen aber stärker an messbare Leistung gebunden werden.

Die Anpassungen stehen zudem in einem breiteren Kontext. Youtube hatte zuletzt auch Maßnahmen gegen nicht authentische Inhalte angekündigt, darunter repetitive, massenproduzierte oder inhaltsarme Videos, denen Werbeeinnahmen gestrichen werden sollen. Im Zusammenhang mit KI-basiertem „Slop“ kritisierten Creator jedoch, dass Erkennungssysteme fehlerhaft sein könnten. Insgesamt deutet die Entwicklung auf eine strengere Steuerung der Monetarisierung hin: Youtube will Einnahmen stärker an Reichweite, Qualität und Regelkonformität koppeln – mit spürbaren Folgen für neue Kanäle, die ab 2027 deutlich höhere Einstiegshürden erfüllen müssen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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