Sea Ltd. hebt Shopee-Prognose nach starkem Quartal an
Sea Ltd., die Muttergesellschaft der südostasiatischen Handelsplattform Shopee, hat im zweiten Quartal deutlich besser abgeschnitten als erwartet. Wie Marketscreener.com berichtet, stieg der Nettogewinn im Zeitraum April bis Juni um elf Prozent auf 458,1 Millionen Dollar. Damit übertraf der Konzern auch die Markterwartung von Visible Alpha, die bei 433,83 Millionen Dollar lag. Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 48 Prozent auf 7,79 Milliarden Dollar zu und lag ebenfalls über den Erwartungen.
Der zentrale Wachstumstreiber bleibt Shopee. Die Plattform gilt als größte E-Commerce-Plattform Südostasiens und steht inzwischen für mehr als zwei Drittel der Konzernerlöse von Sea. Die übrigen Umsätze stammen aus den Bereichen Gaming und Finanzdienstleistungen. Im abgelaufenen Quartal erreichten sowohl der Bruttowarenwert als auch das Bestellvolumen neue Höchststände: Beide Kennzahlen stiegen jeweils um 28 Prozent. Das zeigt, dass Shopee nicht nur höhere Umsätze erzielt, sondern zugleich mehr Handelsaktivität auf der Plattform bündelt.
Auch operativ verbesserte sich das Geschäft. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen der Plattform stieg um zwölf Prozent auf 255,4 Millionen Dollar. Für Sea ist diese Entwicklung besonders relevant, weil Shopee den größten Anteil am Umsatz trägt und damit maßgeblich die weitere Ertragskraft des Konzerns bestimmt. Vorstandschef Forrest Li verwies auf eine höhere operative Effizienz und wachsende Skaleneffekte, die die Wirtschaftlichkeit einzelner Geschäftseinheiten gestärkt hätten. Die Zahlen deuten darauf hin, dass das Unternehmen von steigender Nachfrage im Onlinehandel profitiert und zugleich die Kostenrelationen im Plattformgeschäft verbessert.
Als direkte Folge der starken Quartalsentwicklung hebt Sea die Jahresprognose für Shopee an. Das bereinigte Ebitda der Plattform soll im Gesamtjahr nun eine Milliarde Dollar erreichen. Zuvor hatte das Unternehmen lediglich erwartet, dass das bereinigte Ergebnis in absoluten Dollarwerten ungefähr stabil bleiben würde. Die neue Prognose signalisiert damit eine deutlich optimistischere Einschätzung des Managements für das laufende Jahr. Für Investoren ist vor allem entscheidend, dass das Wachstum nicht allein aus höheren Transaktionen stammt, sondern auch mit einer verbesserten operativen Profitabilität einhergeht.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
Alle Beiträge