Mexikanische Unternehmerin klebt QR-Code auf Versandpaket für Online-Handel
© Black Forest Labs / Flux

Mexikos KMU handeln immer digitaler

46 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Mexiko halten den Online-Handel für sehr wichtig, nach 37 Prozent im Vorjahr, berichtet Mexicobusiness.news. Der bekannteste Kanal bleibe Mercado Libre mit 87 Prozent, gefolgt von Amazon mit 61 Prozent; Tiktok Shop wäre nur für acht Prozent von Bedeutung. QR-Codes seien in Mexiko der Logistik entwachsen und würden von 40 Prozent der Unternehmen verwendet, um Kunden etwa Nährwerte, Videos oder Zertifikate aufs Smartphone zu pushen.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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Mexikos Mittelstand rückt digitalen Handel ins Zentrum

Mexikos kleine und mittlere Unternehmen bauen den digitalen Vertrieb deutlich aus. Laut dem „Barómetro GS1: Fabricantes PyME de la Industria de Consumo“ von GS1 Mexico betrachten inzwischen 46 Prozent der befragten Unternehmen den Online-Handel als sehr wichtig für ihr Wachstum; ein Jahr zuvor lag der Anteil noch bei 37 Prozent. Die Erhebung unter 530 Unternehmen zeigt damit, dass E-Commerce für viele Betriebe nicht mehr nur ein ergänzender Verkaufskanal ist, sondern zunehmend Teil der kommerziellen Gesamtstrategie wird. Darüber berichtet Mexicobusiness.news.

Besonders stark profitieren Marktplätze, weil sie kleinen und mittleren Anbietern Reichweite ermöglichen, ohne dass diese eigene digitale Infrastruktur vollständig aufbauen müssen. Der bekannteste digitale Verkaufskanal bleibt Mercado Libre mit 87 Prozent der Nennungen. Dahinter folgt Amazon mit 61 Prozent. Walmart kommt auf 15 Prozent, Shopify auf neun Prozent und TikTok Shop auf acht Prozent. Die Zahlen verdeutlichen, dass klassische Marktplatzmodelle im mexikanischen Mittelstand weiterhin deutlich stärker verankert sind als Social-Commerce-Angebote.

Parallel verschiebt sich der Fokus von einzelnen Online-Verkäufen hin zu vernetzten Handelsmodellen. Unternehmen versuchen, digitale Marktplätze, stationäre Geschäfte, Social Media, Kundenservice und Logistik enger miteinander zu verbinden. GS1 Mexico sieht darin einen zentralen Entwicklungsschritt: Für 2026 werde die Konsolidierung von Omnichannel-Strategien entscheidend, weil Unternehmen physische und digitale Vertriebswege stärker integrieren wollen, um ein einheitlicheres und personalisiertes Kundenerlebnis zu schaffen.

Auch QR-Codes gewinnen im Handel an Bedeutung. Laut GS1 haben bereits 40 Prozent der Unternehmen QR-Codes eingeführt. Während sie früher vor allem mit Produktidentifikation und Lieferprozessen verbunden waren, dienen sie heute zunehmend der direkten Kundenansprache. Über den Scan auf dem Smartphone können Hersteller Nährwertangaben, Videos, Zertifikate oder Treueangebote bereitstellen. Damit werden Verpackungen zu digitalen Kontaktpunkten, die Transparenz schaffen und zugleich Marketing- und Kundenbindungsmaßnahmen unterstützen.

Die wachsende Bedeutung digitaler Kanäle bringt jedoch operative Herausforderungen mit sich. Nach Angaben von GS1 sehen die befragten Unternehmen vor allem beim Marketing Verbesserungsbedarf, gefolgt von Logistik und Kundenservice. Diese Bereiche werden wichtiger, sobald Online-Vertrieb nicht mehr gelegentlich genutzt, sondern dauerhaft in Geschäftsprozesse eingebunden wird. Ergänzend verweist der Bericht auf KI-gestützte Abläufe sowie auf das CLIC-Programm von Mercado Libre, das lokale Produzenten und Mittelständler bei Digitalisierung, Schulung und Marktzugang unterstützen soll.

Insgesamt zeigt sich ein klarer Strukturwandel: Mexikos Mittelstand richtet Vertrieb, Kundenkommunikation und Produktinformation stärker digital aus. Marktplätze bleiben der wichtigste Zugang zum Online-Geschäft, während Omnichannel-Konzepte und QR-basierte Produktinteraktion die nächste Entwicklungsstufe markieren. Für viele Unternehmen wird der digitale Handel damit zu einem strategischen Wachstumshebel, der Reichweite, Transparenz und Kundennähe miteinander verbindet.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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