Frau bezahlt kontaktlos an Kletterhallen-Rezeption, Symbol für Freizeitausgaben der Haushalte
© Black Forest Labs / Flux

Jeder zehnte Euro fließt in Freizeit, Sport und Kultur

Die deutschen Haushalte investierten im Jahr 2024 durchschnittlich 9,5 Prozent ihrer Konsumausgaben in Freizeit, Sport und Kultur, meldet das Statistische Bundesamt. Das entspreche 309 Euro und sei nach Wohnen, Ernährung und Verkehr der viertgrößte Posten in privaten Budgets. Die Ausgabefreude gestalte sich nach dem Einkommen: Wer unter 1.300 Euro verdiene, wende nur 5,7 Prozent auf; bei mehr als 5.000 Euro dagegen verdoppele sich fast auf 10,7 Prozent.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
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Freizeit, Sport und Kultur bleiben fester Bestandteil privater Budgets

Private Haushalte in Deutschland haben 2024 durchschnittlich 9,5 Prozent ihrer Konsumausgaben für Freizeit, Sport und Kultur verwendet. Das entsprach im Schnitt 309 Euro pro Monat, meldet das Statistische Bundesamt. Insgesamt lagen die monatlichen Konsumausgaben der Haushalte bei durchschnittlich 3.257 Euro. Gegenüber 2022 ist der Anteil damit gestiegen: Damals entfielen 8,6 Prozent beziehungsweise 245 Euro von durchschnittlich 2.846 Euro auf diesen Bereich.

Im Haushaltsbudget nimmt Freizeit, Sport und Kultur damit weiterhin eine zentrale Rolle ein. Nach Wohnen einschließlich Energie und Wohnungsinstandhaltung mit 36,3 Prozent, Nahrungsmitteln mit 14,0 Prozent und Verkehr mit 13,8 Prozent ist der Bereich der viertgrößte Ausgabenposten privater Haushalte. Fast jeder zehnte Euro fließt damit in Aktivitäten und Anschaffungen, die über die reine Grundversorgung hinausgehen.

Zum Ausgabenbereich zählen unter anderem Sport- und Freizeitartikel, Bücher, Zeitschriften, Musikinstrumente, Spielzeug und Hobbybedarf. Ebenfalls erfasst werden Ausgaben für Freizeit-, Sport- und Kulturangebote wie Eintrittskarten oder Kurse, außerdem Gartenartikel, Haustiere und Pauschalreisen. Die Zahlen zeigen damit nicht nur Konsumverhalten, sondern auch, welchen Stellenwert Teilhabe, Erholung und persönliche Interessen in den Lebenshaltungskosten einnehmen.

Einkommen prägt die Ausgaben deutlich

Die Ausgabenfreude hängt stark vom verfügbaren Einkommen ab. Haushalte mit einem monatlichen Einkommen von unter 1.300 Euro gaben 2024 im Schnitt nur 5,7 Prozent ihrer Konsumausgaben für Freizeit, Sport und Kultur aus. Das entsprach 76 Euro von insgesamt 1.332 Euro im Monat. Bei Haushalten mit einem Einkommen ab 5.000 Euro lag der Anteil dagegen bei 10,7 Prozent beziehungsweise 545 Euro von 5.075 Euro. Der Anteil war damit nahezu doppelt so hoch wie in der niedrigsten Einkommensgruppe.

Auch nach Haushaltstypen zeigen sich Unterschiede. Alleinlebende verwendeten mit 8,3 Prozent ihrer Konsumausgaben beziehungsweise 170 Euro von 2.042 Euro anteilig am wenigsten für Freizeit, Sport und Kultur. Paarhaushalte ohne Kind lagen mit 10,1 Prozent beziehungsweise 394 Euro von 3.885 Euro an der Spitze. Nahezu ähnlich hoch waren die Werte bei Alleinerziehenden mit 9,9 Prozent und 276 Euro von 2.790 Euro sowie bei Paaren mit Kindern mit 9,8 Prozent und 456 Euro von 4.664 Euro.

Grundlage der Auswertung sind die Laufenden Wirtschaftsrechnungen 2024. Sie liefern jährlich statistische Informationen zu Konsumausgaben privater Haushalte und zur Ausstattung mit ausgewählten Gebrauchsgütern. Für die Erhebung 2026 sucht das Statistische Bundesamt weiterhin teilnahmebereite Haushalte, die einen Monat lang ihre Einnahmen und Ausgaben dokumentieren. Die Teilnahme ist per App oder auf Papier möglich; für vollständig teilnehmende Haushalte ist eine Geldprämie von 90 Euro vorgesehen.

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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