Schweiz und China erweitern ihr Freihandelsabkommen
Die Schweiz und China haben die Verhandlungen über ein erweitertes Freihandelsabkommen abgeschlossen. Wie Deutschlandfunk.de berichtet, teilte das Schweizer Wirtschaftsministerium den Abschluss nach Gesprächen mit dem chinesischen Handelsminister Wentao in Bern mit. Das Abkommen soll den Handel zwischen beiden Ländern deutlich vereinfachen und sieht vor, dass künftig nahezu alle Schweizer Exporte ohne Zölle nach China gelangen können. Bislang galt die Zollfreiheit nur für etwa die Hälfte der Ausfuhren aus der Schweiz.
Für Schweizer Unternehmen bedeutet die Einigung einen deutlich erweiterten Zugang zu einem wichtigen Absatzmarkt. China ist nach der EU und den USA der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz. Entsprechend groß ist die wirtschaftspolitische Bedeutung des neuen Abkommens: Es reduziert Handelsbarrieren auf der chinesischen Seite und schafft zusätzliche Spielräume für exportorientierte Unternehmen. Umgekehrt sind fast alle Waren aus China bereits heute weitgehend zollfrei in die Schweiz einführbar; der Schwerpunkt der neuen Vereinbarung liegt daher vor allem auf verbesserten Bedingungen für Schweizer Ausfuhren und Investitionen.
Ein zentraler Bestandteil der überarbeiteten Vereinbarung ist der erleichterte Marktzugang für Schweizer Investoren in China. Darüber hinaus wird das Abkommen inhaltlich breiter aufgestellt: Neben dem klassischen Warenhandel sollen künftig auch Dienstleistungs- und Digitalhandel stärker einbezogen werden. Damit trägt die Neufassung der wachsenden Bedeutung digitaler Geschäftsmodelle und grenzüberschreitender Dienstleistungen Rechnung, ohne sich auf reine Zollfragen zu beschränken.
Auch beim Thema Zoll setzt die Einigung ein klares Signal. Während chinesische Waren bereits in großem Umfang zollfrei in die Schweiz gelangen, sollen Schweizer Exporte künftig fast vollständig von entsprechenden Abgaben befreit werden. Für Unternehmen kann das die Kalkulation vereinfachen, Kosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem chinesischen Markt stärken. Zugleich wird das Abkommen um erweiterte Bestimmungen zu Umwelt- und Arbeitsrechten ergänzt, die den handelspolitischen Rahmen über reine Marktöffnung hinaus erweitern.
Die Unterzeichnung des überarbeiteten Freihandelsabkommens ist noch für dieses Jahr vorgesehen. Bis dahin bleibt die politische Umsetzung der nun abgeschlossenen Verhandlungen der nächste Schritt. Für die Schweiz markiert die Einigung einen wichtigen Ausbau ihrer Wirtschaftsbeziehungen zu China und stärkt die Position ihrer Unternehmen in einem der bedeutendsten internationalen Märkte. Der Kern der Vereinbarung bleibt klar: mehr Marktzugang, weniger Handelshemmnisse und ein modernerer Rahmen für Waren, Dienstleistungen und digitale Geschäftsmodelle.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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