Kundin betrachtet nachdenklich Produkt im modernen Store, Sinnbild für steigendes Konsumklima
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Konsumklima springt an

Das Konsumklima in Deutschland klettert im September voraussichtlich um 2,8 auf minus 26,6 Punkte, meldet NielsenIQ.com. Die Verbraucher hofften auf mehr Lohn, der Index der Einkommenserwartung sei auf 1,7 Punkte gesprungen und damit auf den besten Stand seit einem halben Jahr. Die Konjunkturerwartungen würden zum vierten Mal in Folge zulegen, auf minus 3,9 Punkte. Die Anschaffungsneigung dagegen verharre bei minus 9,8 Punkten, wo sie seit rund vier Jahren klebt; auch die Sparneigung bewege sich kaum.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
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Konsumklima hellt sich auf, Kauflaune bleibt schwach

Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland verbessert sich spürbar: Für September 2026 steigt das Konsumklima nach Angaben von NielsenIQ.com um 2,8 Punkte auf minus 26,6 Punkte. Der revidierte Vormonatswert lag bei minus 29,4 Punkten. Getragen wird die Aufhellung vor allem von deutlich gestiegenen Einkommenserwartungen und einer leicht sinkenden Sparneigung. Auch die Konjunkturerwartungen setzen ihre Erholung fort.

Der wichtigste Impuls kommt aus der Einschätzung der eigenen finanziellen Lage. Der Index der Einkommenserwartung legt um 16,2 Zähler zu und erreicht 1,7 Punkte. Damit steht der Indikator auf dem höchsten Wert seit einem halben Jahr; im Februar 2026 waren 6,3 Punkte gemessen worden. Die Verbraucher hoffen damit offenbar wieder stärker auf steigende Einkommen in den kommenden zwölf Monaten.

Auch der Blick auf die Gesamtwirtschaft fällt etwas weniger pessimistisch aus. Die Konjunkturerwartungen steigen zum vierten Mal in Folge und verbessern sich um 2,4 Punkte auf minus 3,9 Punkte. Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM, verweist trotz eines weiter niedrigeren Vorjahresvergleichs auf einen leichten Aufwärtstrend. Dazu passen laut Bericht positive Signale aus der Wirtschaft: Das Bruttoinlandsprodukt entwickelte sich im zweiten Quartal mit plus 0,3 Prozent besser als erwartet, der Ifo-Index stieg zwischen Mai und Juli drei Mal in Folge, und der Einkaufsmanagerindex signalisiert derzeit eine leichte Expansion.

Die bessere Einschätzung von Einkommen und Konjunktur schlägt sich jedoch nicht in einer höheren Kaufbereitschaft nieder. Die Anschaffungsneigung bleibt mit minus 9,8 Punkten nahezu unverändert und verharrt damit weiter auf sehr niedrigem Niveau. Seit rund vier Jahren bewegt sich die Konsumneigung um die Marke von minus zehn Punkten. Für das Konsumverhalten bedeutet das: Mehr Zuversicht führt bislang nicht automatisch zu größeren Ausgaben.

Parallel bleibt die Sparneigung hoch. Der entsprechende Indikator sinkt lediglich um 1,5 Punkte auf 15,5 Punkte und liegt damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Während die Erwartungen an Einkommen und Konjunktur etwas Rückenwind geben, bleibt die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen wie festgefroren. Das ist auch für den Einzelhandel relevant, der je nach Abgrenzung rund 35 Prozent der privaten Konsumausgaben ausmacht.

Die Ergebnisse stammen aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“. Der Befragungszeitraum lag zwischen dem 30. Juli und dem 10. August 2026. Grundlage sind rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt wurden. Der Konsumklimaindikator bezieht sich auf die gesamten privaten Konsumausgaben und setzt sich aus Einkommenserwartung, Sparneigung und Anschaffungsneigung zusammen.

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David Wöllenstein
RedaktionDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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