Amazon steigt in das Shopping-Affiliate-Programm von YouTube ein. Das berichtet Androidauthority.com unter Verweis auf eine Ankündigung von YouTube-Chef Neal Mohan. Für berechtigte Creator in den USA bedeutet die Partnerschaft, dass sie künftig Amazon-Produkte direkt markieren können. Möglich ist das in Langvideos, Livestreams und Shorts.
Die Funktion verbindet Produktempfehlungen in Videos enger mit dem Kaufprozess. Zuschauerinnen und Zuschauer sehen künftig häufiger Links zu Amazon-Produktseiten, wenn Creator entsprechende Artikel in ihren Inhalten taggen. Für Nutzer kann das den Einkauf von empfohlenen Produkten vereinfachen. Für Creator entsteht ein zusätzlicher Erlöskanal, weil sie Provisionen auf Käufe erhalten, die über die markierten Produktangebote zustande kommen.
Mehr Reichweite für YouTube Shopping
YouTube hatte sein Shopping-Affiliate-Programm bereits 2022 eingeführt. Mit dem Einstieg von Amazon erweitert die Plattform ihr E-Commerce-Netzwerk um einen der wichtigsten Online-Marktplätze. Die Neuerung ist damit vor allem für Creator relevant, die Produktempfehlungen bereits als festen Bestandteil ihrer Inhalte nutzen. Sie können Amazon-Listings in verschiedenen Videoformaten einsetzen und ihre Inhalte stärker mit Kaufmöglichkeiten verknüpfen.
Die Ankündigung folgt auf eine weitere Öffnung des Programms. YouTube hat die Teilnahmehürde zuletzt gesenkt: Statt zuvor mindestens 1.000 Abonnenten benötigen Creator nun nur noch 500 Abonnenten, um für das Shopping-Affiliate-Programm infrage zu kommen. Damit wird das Modell auch für kleinere Kanäle zugänglich, die bislang nicht teilnehmen konnten.
Creator-Commerce rückt näher an den Videokonsum
Für YouTube ist die Amazon-Integration ein Ausbau des eigenen Shopping-Angebots. Die Plattform kann Produktempfehlungen stärker in den laufenden Videokonsum einbetten, ohne dass Creator auf separate Hinweise oder externe Beschreibungen angewiesen sind. Der Kaufimpuls entsteht dort, wo Inhalte angesehen werden: in Shorts, klassischen Videos und Livestreams.
Für Amazon öffnet sich ein zusätzlicher Zugang zu Zielgruppen, die Kaufentscheidungen über Creator-Empfehlungen treffen. Für YouTube-Creator in den USA wird das Programm attraktiver, weil sie auf ein breites Produktsortiment verweisen können. Offen bleibt, wie schnell die neue Möglichkeit in der Praxis sichtbar wird und ob YouTube die Amazon-Anbindung später über den US-Markt hinaus ausweitet. Die aktuell belegte Zugangsschwelle liegt bei 500 Abonnenten.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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