Österreich erhöht den Kostendruck im Paketversand
Österreich führt zum 1. Oktober 2026 eine neue Paketabgabe ein. Laut berichtet Ad-Hoc-News.de kann sie bis zu 2,40 Euro je Sendung betragen. Für den Onlinehandel entsteht damit eine zusätzliche nationale Belastung, die in eine Phase wachsender europäischer Regulierung fällt. Besonders betroffen sind grenzüberschreitende Sendungen mit niedrigem Warenwert, bei denen sich mehrere Gebühren überlagern.
Die österreichische Paketsteuer kommt zu bereits eingeführten und angekündigten EU-Abgaben hinzu. Seit dem 1. Juli 2026 gilt eine EU-Einfuhrgebühr von drei Euro für Kleinsendungen bis 150 Euro Warenwert. Ab dem 1. November 2026 folgt eine weitere Bearbeitungsgebühr von zwei Euro. Zusammengerechnet können die Zusatzkosten damit 7,40 Euro pro Paket erreichen. Für Händler, Plattformen und Verbraucher verteuert sich damit vor allem der Import niedrigpreisiger Waren deutlich.
Gebühren zeigen bereits Wirkung im Markt
Die Folgen der EU-Einfuhrgebühr sind nach Angaben aus Frankreich bereits sichtbar. Der französische Zoll registrierte seit der Einführung einen Rückgang der Kleinsendungen um 30 bis 40 Prozent. Bei Sendungen von Temu und AliExpress soll sich das Volumen in den ersten beiden Juliwochen 2026 sogar halbiert haben. Die Gebühren entfalten damit eine klare Lenkungswirkung auf Billigimporte und treffen vor allem Plattformen, die stark auf kleine Warenwerte und hohe Paketmengen setzen.
Der regulatorische Druck entsteht vor dem Hintergrund stark gestiegener Importmengen. Für 2025 werden rund 5,9 Milliarden niedrigpreisige Waren genannt, die in die Europäische Union eingeführt wurden. Die neuen Gebühren sollen diese Entwicklung verteuern und zugleich die Kontrolle im grenzüberschreitenden Warenverkehr stärken. Für Unternehmen rückt damit die korrekte Warentarifierung stärker in den Fokus, weil Fehler bei Einfuhr und Abwicklung zusätzliche Kostenrisiken auslösen können.
Weitere Belastungen für Lieferketten
Neben den Abgaben kommt eine angespannte Transportlage hinzu. Aktuelle Beobachtungen zum 30. August 2026 nennen gesunkene Luftfrachtkapazitäten auf der wichtigen Strecke zwischen China beziehungsweise Hongkong und Europa. Für die Logistik kann diese Verknappung zusätzliche Verzögerungen und steigende Transportpreise bedeuten. In Kombination mit den gestaffelten Gebühren müssen Unternehmen ihre Kalkulationen für Import, Versand und Zustellung neu prüfen.
Die nächsten relevanten Stichtage sind klar benannt: Am 1. Oktober 2026 startet die österreichische Paketsteuer mit bis zu 2,40 Euro je Sendung, am 1. November 2026 folgt die EU-Bearbeitungsgebühr von zwei Euro. Zusammen mit der seit 1. Juli geltenden Einfuhrgebühr ergibt sich eine mögliche Zusatzbelastung von bis zu 7,40 Euro pro Paket.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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