Uber hat den Betrieb in Nigeria und Uganda mit sofortiger Wirkung eingestellt, berichtet Heise.de. Nigerias Wettbewerbsbehörde FCCPC prüfe nun, ob der Konzern Kunden mit unerfüllten Leistungen und offenen Verpflichtungen zurücklasse. Eine Begründung für den Abgang liefere Uber nicht. In Ägypten, Ghana, Kenia und Südafrika liefe der Betrieb weiter. Zeitgleich streiche der Konzern weltweit rund zehn Prozent der Stellen und schiebe sein Robotaxi-Geschäft an.
Uber zieht sich abrupt aus Nigeria und Uganda zurück. Der Fahrdienstvermittler hat den Betrieb in beiden Ländern mit sofortiger Wirkung eingestellt, berichtet Heise.de. In Nigeria reagiert die Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde FCCPC mit einer Untersuchung. Sie prüft, ob Kunden mit nicht erbrachten Leistungen, offenen Transaktionen oder ungeklärten Verpflichtungen zurückgelassen wurden. Der Leiter der Behörde, Tunji Bello, kündigte an, die Art und Weise des Marktaustritts zu untersuchen.
Uber selbst sprach von einer „schwierigen Entscheidung“ nach einer Überprüfung des Geschäftsbetriebs, nannte aber keine weiteren Gründe. Nigeria war einer der ältesten afrikanischen Märkte des Konzerns: Der Start erfolgte 2014, Uganda folgte 2016. In Nigeria hatte Uber sein Angebot über Jahre ausgebaut und 2019 in Lagos sogar einen Bootsdienst gestartet, um Pendlern Alternativen zu den häufigen Staus zu bieten. Die aktuelle Prüfung berührt damit auch Fragen des Verbraucherschutz, weil die FCCPC mögliche Folgen für Nutzer und offene Vorgänge klären will.
Wachsende Belastung im afrikanischen Plattformgeschäft
Der Rückzug fällt in ein Umfeld, das für Fahrdienstplattformen zunehmend schwieriger geworden ist. Fahrer in Nigeria klagten bereits länger über zu niedrige App-Preise angesichts steigender Kraftstoffkosten und über hohe Provisionsgebühren. Hinzu kamen Inflation, Währungsschwankungen und ein intensiver Wettbewerb durch Anbieter wie Bolt, inDrive sowie lokale Plattformen. Wiederholt kam es zu Protesten und Arbeitsniederlegungen wegen steigender Betriebskosten, niedriger Fahrpreise und schlechter Arbeitsbedingungen.
Auch in Uganda trifft der Schritt Fahrer und Pendler im Großraum Kampala unmittelbar. Die ugandische Tageszeitung Daily Monitor beschreibt den Rückzug als tiefgreifende Veränderung des lokalen Mobilitätsmarktes. Zugleich wird erwartet, dass Wettbewerber wie Faras, Bolt und SafeBoda einen Teil der entstehenden Lücke schließen. Uber erklärte gegenüber Nutzern in Uganda, der Kundensupport bleibe über die App noch drei Wochen erreichbar, um offene Transaktionsprobleme zu klären. Fahrgastdaten würden im Einklang mit den Datenschutzgesetzen behandelt.
Umbau des Konzerns und schmalere Afrika-Präsenz
Der Ausstieg aus Nigeria und Uganda steht zeitlich neben einer weltweiten Neuaufstellung des Konzerns. Uber-CEO Dara Khosrowshahi kündigte an, weltweit rund zehn Prozent der Belegschaft abzubauen. Das Unternehmen will Hierarchien reduzieren, Teamstrukturen vereinfachen und Beschäftigte stärker an ausgewählten Standorten bündeln. Parallel soll das Robotaxi-Geschäft ausgebaut werden, womit der Konzern seine strategischen Prioritäten im Tech-Umfeld neu gewichtet.
Für den afrikanischen Markt bedeutet der Schritt eine weitere Verkleinerung der Präsenz. Bereits zuvor hatte sich Uber im September aus der Elfenbeinküste und im Januar aus Tansania zurückgezogen. Laut The Africa Report standen dort jahrelange Konflikte um regulierte Fahrpreise und Obergrenzen für Provisionen im Hintergrund. Nach dem Rückzug aus Nigeria und Uganda ist Uber auf dem Kontinent nur noch in Ägypten, Ghana, Kenia und Südafrika aktiv. Gegenüber der BBC erklärte das Unternehmen, die Entscheidung beschränke sich strikt auf diese beiden Märkte und habe keine Auswirkungen auf die übrigen Aktivitäten in Afrika.

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