Die deutschen Exporte sanken im Juli kalender- und saisonbereinigt um 0,8 Prozent auf 138,2 Mrd. Euro, teilt das Statistische Bundesamt mit. Die Importe gaben mit 5,7 Prozent aber deutlich stärker nach, auf 116,9 Mrd. Euro. Der Handelsüberschuss kletterte damit auf 21,3 Mrd. Euro. Gegen den Trend legten die Ausfuhren in die USA um 19,1 Prozent auf 14,4 Mrd. Euro zu.
Die deutsche Außenhandelsbilanz hat sich im Juli 2026 deutlich ausgeweitet, obwohl die Ausfuhren im Monatsvergleich leicht zurückgingen. Kalender- und saisonbereinigt sanken die Exporte gegenüber Juni um 0,8 Prozent auf 138,2 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Die Importe gaben jedoch wesentlich stärker nach: Sie fielen um 5,7 Prozent auf 116,9 Milliarden Euro. Dadurch stieg der Außenhandelsüberschuss auf 21,3 Milliarden Euro, nach 15,4 Milliarden Euro im Juni.
Exporte schwächer, Saldo höher
Im Vergleich zum Vorjahresmonat zeigt sich ein anderes Bild. Gegenüber Juli 2025 lagen die kalender- und saisonbereinigten Exporte um 6,1 Prozent höher, die Importe stiegen um 3,0 Prozent. Für die Konjunkturbeobachtung ist dennoch vor allem der Vormonatsvergleich relevant. Er zeigt eine gedämpfte Exportentwicklung, während der kräftige Rückgang der Einfuhren den Handelsüberschuss rechnerisch erhöhte. Nominal und unbereinigt wurden im Juli Waren im Wert von 143,1 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 121,0 Milliarden Euro importiert. Der unbereinigte Saldo lag damit bei 22,2 Milliarden Euro.
EU-Handel verliert an Dynamik
Der Handel mit den Mitgliedstaaten der EU entwickelte sich im Juli schwächer als im Vormonat. In die EU-Staaten wurden kalender- und saisonbereinigt Waren im Wert von 78,0 Milliarden Euro exportiert. Das entspricht einem Rückgang von 1,6 Prozent. Die Importe aus der EU fielen um 6,1 Prozent auf 59,6 Milliarden Euro. Besonders deutlich war der Rückgang im Handel mit der Eurozone: Die Exporte dorthin sanken um 2,8 Prozent auf 53,9 Milliarden Euro, die Importe um 6,5 Prozent auf 39,9 Milliarden Euro. In die EU-Staaten außerhalb der Eurozone stiegen die Ausfuhren dagegen leicht um 1,1 Prozent auf 24,1 Milliarden Euro.
USA-Geschäft setzt Gegenakzent
Außerhalb der EU legten die deutschen Ausfuhren leicht zu. In Drittstaaten wurden Waren im Wert von 60,2 Milliarden Euro exportiert, 0,2 Prozent mehr als im Juni. Die Importe aus diesen Staaten sanken um 5,3 Prozent auf 57,4 Milliarden Euro. Auffällig war vor allem das Geschäft mit den Vereinigten Staaten: Die USA blieben im Juli der wichtigste Zielmarkt für deutsche Exporte. Dorthin gingen Waren im Wert von 14,4 Milliarden Euro, ein Plus von 19,1 Prozent gegenüber Juni und 28,3 Prozent gegenüber Juli 2025.
Deutlich schwächer entwickelten sich dagegen einzelne andere Absatzmärkte. Die Exporte in das Vereinigte Königreich fielen um 7,2 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro. Die Ausfuhren nach China gingen um 9,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro zurück. Auf der Importseite blieb China wichtigstes Herkunftsland. Von dort wurden Waren im Wert von 15,2 Milliarden Euro eingeführt, 7,5 Prozent weniger als im Vormonat. Die Importe aus den Vereinigten Staaten sanken um 8,2 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro, jene aus dem Vereinigten Königreich um 1,0 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro.
Der Juli zeigt damit eine gespaltene Entwicklung im deutschen Außenhandel: weniger Dynamik bei den Gesamtexporten, ein starker Rückgang der Einfuhren und ein klarer Impuls aus den USA. Der kalender- und saisonbereinigte Außenhandelssaldo schloss den Monat mit 21,3 Milliarden Euro ab.

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