Drei Viertel der Deutschen ab 14 Jahren hören zumindest gelegentlich Online-Audio, berichtet Bvdw.org. Nach Jahren des Wachstums pendle sich die Nutzung bei rund 53 Mio. Menschen ein, der Anteil täglicher Hörer liege bei 44 Prozent. Musikstreaming führe mit 66 Prozent vor Webradio und Podcasts. Im Auto hingegen bleibe das Radio vorn: Über UKW und DAB+ erreiche es dort 74 Prozent der Online-Audio-Hörer.
Drei Viertel der Menschen in Deutschland ab 14 Jahren hören zumindest gelegentlich Online-Audio, berichtet Bvdw.org. Nach den starken Zuwächsen der vergangenen Jahre stabilisiert sich die Nutzung damit auf hohem Niveau: rund 53 Millionen Menschen greifen zumindest gelegentlich auf digitale Audioangebote zu. Täglich oder fast täglich hören 44 Prozent, also fast 32 Millionen Menschen.
Musikstreaming bleibt stärkstes Format
Der Online-Audio-Monitor 2026 zeigt eine breite Nutzung über mehrere Formate hinweg. Musikstreaming bleibt mit 66 Prozent Reichweite das stärkste Angebot. Dahinter folgen Webradio mit 54 Prozent, Podcasts mit 34 Prozent sowie Hörbücher und Hörspiele mit 25 Prozent. Musikstreaming und Podcasts halten ihr Niveau im Vergleich zum Vorjahr. Webradio sowie Hörbücher und Hörspiele geben leicht nach.
Webradio ist weiterhin stark mit klassischen Radiomarken verbunden. Acht von zehn Webradio-Hörenden nutzen Sender, die auch über UKW oder DAB+ verbreitet werden. Mehr als die Hälfte hört ausschließlich solche Programme. Damit zeigt sich: Digitale Verbreitung ersetzt die bekannten Radiostrukturen nicht, sie erweitert vor allem deren Zugang im Alltag.
Audio begleitet Alltagssituationen
Online-Audio läuft besonders häufig im Auto und bei der Hausarbeit. Jeweils rund sechs von zehn regelmäßigen Hörerinnen und Hörern nennen diese Situationen. Weitere Nutzungsmomente sind Arbeiten, Surfen im Netz, Gaming und Unterwegssein. Jüngere lassen sich häufiger nebenbei begleiten. Ältere hören öfter ohne parallele Beschäftigung.
Die Formate erfüllen unterschiedliche Erwartungen. Musikstreaming punktet mit gezielter Auswahl und einem guten Gefühl. Webradio steht für schnellen Zugriff und verlässliche Informationen. Podcasts überzeugen durch Hintergrundwissen und thematische Steuerung. Für Marken entsteht daraus ein breites Feld im digitalen Marketing, weil Audio je nach Situation, Umfeld und Nutzungsmotiv platziert werden kann.
Im Auto bleibt Radio besonders stark
Eine zentrale Rolle spielt das Auto. 30 Millionen Menschen hören dort Online-Audio, 84 Prozent davon auch Radio. Klassisches Radio über UKW und DAB+ erreicht unter den Online-Audio-Hörenden im Auto 74 Prozent. Musikstreaming kommt auf 70 Prozent, Webradio auf 60 Prozent.
Besonders stark ist Radio im fest eingebauten Radio- und Infotainmentsystem. 95 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer finden den Radiobereich dort leicht. Bei Apple CarPlay und Android Auto steht Radio stärker im Wettbewerb mit Musikstreaming und Podcasts. BLM-Präsident Dr. Thorsten Schmiege betont deshalb die Bedeutung von Auffindbarkeit auf digitalen Oberflächen, in Apps und auf Plattformen. Das gilt aus seiner Sicht besonders für lokale, regionale und journalistische Angebote.
Der Monitor beschreibt Online-Audio damit als etabliertes Massenmedium mit stabiler Alltagsnutzung. Zugleich verschärft sich der Wettbewerb um Zugang und Sichtbarkeit, vor allem im digitalen Cockpit. Die nächste Entwicklung dürfte davon geprägt sein, wie leicht Radio-, Streaming- und Podcastangebote auf Plattformen gefunden werden: Ausgangspunkt sind 53 Millionen Online-Audio-Hörende im Online-Audio-Monitor 2026.

etailment
Unter dem Namen Redaktion veröffentlicht das Team von etailment.de gemeinsam recherchierte Nachrichten und Analysen aus dem digitalen Handel.
Alle Beiträge