Die Digitalwirtschaft erwirtschaftet in Deutschland jährlich 481,5 Mrd. Euro, berichtet T3N.de. Das entspreche knapp zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung, der Autobau komme nur auf rund fünf Prozent. Rund 192 Mrd. Euro stammten von 63.000 Firmen mit rein digitalen Produkten, knapp 289 Mrd. Euro von 166.000 digital getriebenen Unternehmen wie Online-Händlern. Die Branche sei zu 95 Prozent mittelständisch und sichere rund neun Mio. Jobs.
Digitalwirtschaft wird zum Schwergewicht der deutschen Volkswirtschaft
Die Digitalwirtschaft erwirtschaftet in Deutschland jährlich 481,5 Milliarden Euro und erreicht damit knapp zwölf Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Das geht aus einer Untersuchung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und des Mannheimer Forschungsinstituts ISTARI.AI hervor, über die T3N.de berichtet. Der Befund verschiebt die Perspektive auf die deutsche Wirtschaftsstruktur: Digitale Geschäftsmodelle haben eine Größenordnung erreicht, die klassische Leitindustrien deutlich übertrifft.
Im Vergleich zum Automobilbau fällt der Abstand besonders deutlich aus. Während die Autobranche laut den genannten Daten des Statistischen Bundesamtes üblicherweise auf rund 4,5 bis 5 Prozent der Bruttowertschöpfung kommt, liegt die Digitalwirtschaft bei 11,91 Prozent. Bezieht man zusätzlich klassische Sektoren ein, die tiefgreifend digital transformiert wurden, steigt die digital geprägte Wertschöpfung auf mehr als 1,01 Billionen Euro. Das entspricht über einem Viertel der Wirtschaftsleistung in Deutschland.
229.000 Firmen mit digitaler Wertschöpfung
Für den Report wurden Webpräsenzen und Geschäftsaktivitäten von rund 1,4 Millionen Unternehmen analysiert. Ziel war eine Einordnung nach tatsächlicher Tätigkeit, unabhängig von oft veralteten statistischen Branchencodes. Demnach umfasst die digitale Wirtschaft rund 229.000 Unternehmen. Davon zählen 63.000 Betriebe mit rein digitalen Produkten wie Software oder Plattformen zur Kernwirtschaft. Sie erwirtschaften rund 192 Milliarden Euro.
Weitere 166.000 Firmen verfügen über digital getriebene Geschäftsmodelle, darunter Anbieter aus dem reinen Onlinehandel. Sie steuern knapp 289 Milliarden Euro zur Wertschöpfung bei. Werden zusätzlich 124.000 digitalisierte Betriebe aus klassischen Branchen berücksichtigt, betreibt fast jedes vierte Unternehmen in Deutschland digitale Wertschöpfung. Die Untersuchung zeigt damit, dass Digitalisierung längst nicht auf einzelne Softwareanbieter oder Plattformunternehmen beschränkt ist.
Mittelstand prägt den Sektor
Die Studie widerspricht zugleich dem Bild einer vor allem von marktbeherrschenden US-Konzernen geprägten Digitalwirtschaft. Rund 95 Prozent der erfassten Firmen sind kleine und mittlere Unternehmen. Der Sektor ist damit stark mittelständisch strukturiert und tief in der deutschen Unternehmenslandschaft verankert.
Auch auf dem Arbeitsmarkt ist der Beitrag erheblich. Der digitale Kern und die digital getriebenen Geschäftsmodelle sichern rund neun Millionen Arbeitsplätze. Unter Einbezug der transformierten klassischen Branchen steigt die Zahl auf mehr als 15 Millionen. BVDW-Präsident Dirk Freytag leitet daraus die Forderung ab, Digitalpolitik stärker als Wirtschaftspolitik zu verstehen. Deutschland brauche bessere Rahmenbedingungen für Datennutzung, Skalierung und Investitionen, um die vorhandene Wertschöpfung weiter auszubauen. Der nächste politische Prüfpunkt liegt damit bei den Bedingungen für Investitionen und digitale Skalierung in einem Sektor mit 481,5 Milliarden Euro jährlicher Bruttowertschöpfung.

etailment
Unter dem Namen Redaktion veröffentlicht das Team von etailment.de gemeinsam recherchierte Nachrichten und Analysen aus dem digitalen Handel.
Alle Beiträge