In Brasilien kaufen immer mehr Verbraucher im Netz ein, berichtet Latina-Press.com. 85 Prozent der Konsumenten in den Hauptstädten des Landes hätten binnen zwölf Monaten online bestellt. Das entspreche rund 20 Mio. neuen Online-Käufern. Die Frequenz steige ebenfalls: 66 Prozent hätten im Vormonat online gekauft, zuvor seien es 44 Prozent gewesen. Kleidung führe die Einkaufsliste an, vor Lebensmittellieferungen und Medikamenten. Für stationäre Händler sei eine digitale Präsenz mittlerweile unerlässlich, weil die Kundschaft Preise und Bewertungen vorab online prüfe.
Brasiliens Onlinehandel rückt weiter in den Alltag der Verbraucher. Nach Angaben des brasilianischen Handelsverbands CNDL haben 85 Prozent der Konsumenten in den Hauptstädten binnen zwölf Monaten mindestens einmal im Netz bestellt, berichtet Latina-Press.com. Das entspricht einem Zuwachs von 11 Prozent gegenüber der vorherigen Erhebung und dem Eintritt von 20 Millionen neuen Online-Käufern. Für 2026 erwartet die Studie, dass mindestens 139 Millionen Menschen in Brasilien innerhalb eines Jahres online einkaufen werden.
Käufe werden häufiger und breiter verteilt
Der Trend zeigt sich auch in der Frequenz: 66 Prozent der Befragten gaben an, im Vormonat online eingekauft zu haben. In der vorherigen Umfrage lag dieser Anteil bei 44 Prozent. Besonders gefragt sind Kleidung und Accessoires mit 48 Prozent, gefolgt von Lebensmittellieferungen mit 42 Prozent sowie Medikamenten und Gesundheitsprodukten mit 36 Prozent. Preisvorteile, Bequemlichkeit und Zeitersparnis gelten als zentrale Treiber dieser Entwicklung. Befragte in João Pessoa beschrieben vor allem die Recherche und Lieferung von zu Hause als Erleichterung, etwa für Familien mit Kindern oder Menschen mit wenig Zeit.
Damit verändert sich auch die Beziehung zwischen Konsumenten und Anbietern. Das Wachstum von Marktplätzen und der Einsatz von KI-Tools prägen zunehmend, wie Produkte gefunden, verglichen und bewertet werden. Für den traditionellen Einzelhandel wird eine digitale Präsenz unerlässlich, selbst wenn der Kauf am Ende im Geschäft stattfindet. Viele Kunden prüfen Preise, Bewertungen und Produktinformationen online, bevor sie eine Filiale besuchen.
Stationäre Geschäfte bleiben relevant
Trotz des starken Wachstums im E-Commerce behalten Ladengeschäfte eine klare Funktion. Verbraucher wollen Größe, Material, Qualität und Verarbeitung häufig persönlich beurteilen. Hinzu kommen die Möglichkeit, Preise zu verhandeln, und der Wunsch, ein Produkt sofort mitzunehmen. Der stationäre Handel bleibt damit ein wichtiger Teil des Kaufprozesses, auch wenn die Vorbereitung des Einkaufs zunehmend digital stattfindet.
Parallel verändert sich der regulatorische Rahmen für internationale Einkäufe. In diesem Monat trat das Gesetz 15.502/2026 in Kraft. Es ermöglicht die Abschaffung der Bundesimportsteuer auf Sendungen bis zu 50 US-Dollar. Die jeweilige Landesumsatzsteuer ICMS fällt weiterhin an. Vorgesehen sind regelmäßige Überprüfungen der Folgen für Industrie, Einzelhandel, Preise, Beschäftigung und Steuereinnahmen.
Kaufkraft bleibt ein Prüfpunkt
In Paraíba begrenzt die Zahlungsunfähigkeit zugleich die Konsumfähigkeit eines Teils der Bevölkerung. Nach Daten von SPC Brasil stieg die Zahl säumiger Personen im August um 2,19 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Von den neu registrierten negativen Einträgen entfielen 88,37 Prozent auf Verbraucher, die bereits in den vorangegangenen zwölf Monaten als säumig geführt worden waren. Die nächsten belastbaren Hinweise liefern die vorgesehenen Folgenprüfungen des Gesetzes 15.502/2026.

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