Drei Jahre nach dem Markteintritt führt Temu den Online-Handel in Finnland, Kroatien, Ungarn und Slowenien an, berichtet Retail-News.de unter Berufung auf ECDB-Daten für 2025. In acht weiteren Ländern, darunter Frankreich und Österreich, lande die Plattform auf Platz zwei. Temu profitiere dort vom Fehlen eines großen heimischen Marktplatzes und von Kunden, die ohnehin gern grenzüberschreitend bestellen. In Deutschland, der Schweiz oder Großbritannien reiche es bislang nicht für die ersten zwei Plätze, wohl aber für die Top Ten. Die verschärften Zölle seien in den Zahlen allerdings noch kaum sichtbar.
Drei Jahre nach dem Markteintritt hat Temu in Europa eine bemerkenswerte Position erreicht. Nach ECDB-Daten für 2025 führt die Plattform den Onlinehandel in Finnland, Kroatien, Ungarn und Slowenien an. In acht weiteren Ländern liegt Temu bereits auf Rang zwei, darunter Frankreich und Österreich. Vier Märkte auf Platz eins zeigen, wie schnell das Modell aus niedrigen Preisen und breitem Sortiment in bestimmten europäischen Strukturen skaliert.
Besonders stark ist Temu dort, wo es keinen dominanten heimischen Marktplatz in der Größenordnung von Allegro oder Bol.com gibt und Konsumenten grenzüberschreitende Bestellungen gewohnt sind. In solchen Märkten traf die Plattform auf weniger gefestigte nationale Wettbewerber. Das erleichterte es, aggressive Preispositionierung und großes Warenangebot rasch in Marktanteile zu übersetzen.
Temu rückt in zwölf Märkten an die Spitze heran
Laut ECDB steht Temu in Finnland, Kroatien, Ungarn und Slowenien an erster Stelle des Händler-Rankings. In Frankreich, Portugal, Norwegen, Bulgarien, Griechenland, Österreich, Tschechien und der Slowakei erreicht die Plattform den zweiten Platz. Damit zählt Temu in zwölf europäischen Märkten bereits zu den beiden führenden Onlinehändlern.
Besonders auffällig ist Frankreich, weil es zu den größeren europäischen E-Commerce-Märkten gehört. Dort beziffert ECDB Temus GMV für 2025 auf rund 7,2 Milliarden US-Dollar. Der Erfolg in Frankreich deutet darauf hin, dass Temu nicht ausschließlich in kleineren Märkten wächst, sondern auch in größeren Ländern relevante Volumina erreicht.
Große Märkte bleiben stärker umkämpft
In Deutschland, der Schweiz, Großbritannien, den Niederlanden, Italien und Spanien reicht es bislang nicht für einen Platz unter den ersten zwei. Diese Märkte verfügen über etablierte Handelsstrukturen, starke lokale Anbieter und internationale Plattformen. In Deutschland prägen unter anderem Otto, Zalando, Kaufland und MediaMarkt eine ausgeprägte Wettbewerbslandschaft. Hinzu kommt, dass eine eigene Amazon-Landesplattform in mehreren Märkten zusätzliche Hürden setzt.
Trotzdem ist Temu auch dort nicht randständig. In allen genannten großen und stark besetzten Märkten erreicht die Plattform nach den vorliegenden Angaben die Top Ten. Top-Ten-Präsenz in Europa macht deutlich, dass Temu über einzelne Erfolgsländer hinaus Reichweite aufgebaut hat und sich binnen kurzer Zeit als relevanter Akteur positionieren konnte.
2025 als Messpunkt vor neuen Belastungen
Global kommt Temu laut ECDB-Daten 2025 auf ein GMV von rund 92,5 Milliarden US-Dollar. Damit liegt die Plattform auf Rang 14 der größten E-Commerce-Händler weltweit. Gegenüber dem Vorjahr weist ECDB ein Wachstum von 72 Prozent aus. Diese Zahl unterstreicht die Dynamik, mit der Temu sein internationales Handelsvolumen ausgebaut hat.
Die Rankings beziehen sich vollständig auf das Jahr 2025. Verschärfte Zölle und andere regulatorische Änderungen sind darin noch nicht oder nur begrenzt sichtbar. Damit bilden die Daten vor allem eine Ausgangsbasis: Die nächste Entwicklung wird zeigen, ob Temu seine Position unter veränderten Kosten- und Zollbedingungen halten kann und ob die Plattform in großen europäischen Märkten weiter in Richtung Top Zwei vorrückt.

etailment
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