Foto: Pakete, Etikettendrucker und offener Laptop in einem aufgeräumten E-Commerce-Arbeitsbereich
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Amazon öffnet Seller-Tools für KI-Assistenten

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Amazon-Händler in den USA können ihr Geschäft jetzt testweise über Claude von Anthropic oder Amazons Assistenten Quick steuern, ohne Seller Central zu öffnen, berichtet Geekwire.com. Weitere Länder sollen folgen. Ein Plugin gewähre den Assistenten Zugriff auf Angebote, Bestände und Verkaufszahlen und erlaube, Preise direkt anzupassen. Jeder Händler lege fest, welche Daten der Assistent sieht, und gebe jede Aktion einzeln frei. Die Tür öffne Amazon dabei nur einen Spalt: Welche KI-Plattformen andocken dürfen, entscheide der Konzern selbst.

Amazon öffnet seine Verkäuferwerkzeuge erstmals offiziell für externe KI-Assistenten. US-Händler können ihr Geschäft testweise über Anthropics Claude oder Amazons eigenen Assistenten Quick steuern, ohne Seller Central zu öffnen, berichtet Geekwire.com. Über ein Plugin lassen sich Angebote prüfen, Bestände kontrollieren, Verkaufsdaten auswerten und Preise anpassen. Weitere Länder sollen folgen.

Seller Central rückt in den Hintergrund

Die neue Anbindung soll Verkäufern ermöglichen, dort zu arbeiten, wo sie ohnehin ihre operativen Prozesse steuern. Amazon zufolge nutzen bereits rund 90 Prozent der Verkäufer externe KI-Werkzeuge für Teile ihres Geschäfts. Das Plugin verbindet Claude in etwa 60 Sekunden und ohne Programmierung mit den Verkäuferdaten. Es kann Listings, Lagerbestände, Verkaufsanalysen und Leistungskennzahlen in den Assistenten holen.

Die Kontrolle bleibt laut Amazon beim Händler: Jeder Verkäufer legt fest, welche Datentypen erreichbar sind, und muss jede Aktion einzeln freigeben. Der Assistent kann dann ähnlich wie der in Seller Central integrierte Seller Assistant handeln, etwa Preise aktualisieren oder Produktinformationen überarbeiten. Amazon betont, keinen Einblick in andere Geschäftsdaten innerhalb des externen Assistenten zu erhalten.

Automatisierung mit klaren Grenzen

Parallel erweitert Amazon den Seller Assistant um Funktionen, die Preislogiken, Bestandszyklen und Wachstumsziele über Sitzungen hinweg berücksichtigen. Neue Automatisierungen sollen das Geschäft im Hintergrund beobachten und mit Zustimmung des Verkäufers reagieren. Hinzu kommt eine Canvas-Funktion, die aus Live-Daten eine visuelle Arbeitsfläche erzeugt, etwa zum Vergleich von Preisstrategien oder zur Analyse von Werbekampagnen.

Die Öffnung bleibt jedoch kontrolliert. Amazon entscheidet selbst, welche Plattformen andocken dürfen. Nach Claude und Quick sollen weitere Integrationen folgen, die technische Grundlage sei modular aufgebaut. Zugleich zeigt der Konzern Grenzen auf: Kurz zuvor blockierte Amazon Metas neuen Shopping-Agenten Muse im eigenen Store. Externe Agenten müssten sich identifizieren und die Regeln der jeweiligen Website einhalten.

Hoher wirtschaftlicher Einsatz

Die Neuerungen betreffen einen zentralen Teil des Marktplatzgeschäfts. Unabhängige Verkäufer stehen weltweit für mehr als 60 Prozent der verkauften Einheiten auf Amazon. Die Gebühren dieser Händler brachten im zweiten Quartal 46,8 Milliarden US-Dollar ein und lagen damit über den AWS-Umsätzen. Zusätzlich erzielte Amazons Werbegeschäft, zu dem gesponserte Listings zählen, 19,8 Milliarden US-Dollar und wuchs um 26 Prozent zum Vorjahr.

Genau diese Gebühren spielen auch im Kartellverfahren der US-Handelsaufsicht FTC gegen Amazon eine Rolle. Die Behörde wirft dem Konzern vor, Verkäufer zu überhöhten Kosten zu belasten und sie für niedrigere Preise auf anderen Plattformen zu sanktionieren. Amazon weist die Vorwürfe zurück und bezeichnet die Klage als sachlich und rechtlich falsch. Der Prozess ist vor einem Bundesgericht in Seattle für März 2027 angesetzt.

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