Anwohner im texanischen Testgebiet Richardson klagen über den Dauerlärm von Amazons Lieferdrohnen, berichtet Mashable.com. Mitunter surre eine Drohne nur 46 Meter über Dächern und Gärten. Eine Anwohnerin habe an einem Freitag 52 Überflüge gezählt, nach eigenen Angaben noch ein ruhiger Tag. Unbehagen bereite zudem die Navigationskamera, welche die überflogene Zone aufzeichne. Amazon zufolge liege das Material verschlüsselt vor und diene allein der Verbesserung des Kundenservice.
In Richardson, einem Vorort von Dallas, wächst der Widerstand gegen Amazons Lieferdrohnen. Mashable.com berichtet über Beschwerden von Anwohnern im texanischen Testgebiet, in dem Amazon seinen Prime-Air-Dienst erprobt. Im Mittelpunkt steht der Dauerlärm der Drohnen, die laut Berichten teils nur rund 46 Meter über Häusern, Gärten und Hinterhöfen fliegen. Mehrere Bewohner schildern, die Geräte seien auch im Haus zu hören, selbst bei eingeschaltetem Fernseher.
Besonders deutlich wird die Belastung an den geschilderten Flugzahlen. Eine Anwohnerin zählte an einem Freitag 52 Überflüge über ihrem Haus. Nach ihrer Darstellung war das noch ein vergleichsweise ruhiger Tag. Amazon verweist demgegenüber darauf, dass weniger als ein Prozent der Beschwerden in diesem Jahr Lärm betroffen habe. Ein Unternehmenssprecher verglich das Geräusch einer Drohne mit einem auf niedriger Stufe laufenden Ventilator am Fenster. Für die Anwohner geht es jedoch nicht allein um die Lautstärke eines einzelnen Geräts, sondern um die Häufung der Flüge im Alltag.
Datenschutz und Akzeptanz als Prüfsteine
Zum Lärm kommt die Sorge um die Navigationskameras der Drohnen. Sie zeichnen die überflogene Zone auf, was bei Bewohnern Unbehagen auslöst. Genannt wird vor allem die Möglichkeit, dass Aktivitäten in privaten Gärten oder Hinterhöfen erfasst werden. Amazon erklärt, die Bilder würden verschlüsselt gespeichert und ausschließlich zur Verbesserung des Kundenservice genutzt. Dennoch bleibt Datenschutz ein sensibles Thema, auch weil frühere Berichte über menschliche Prüfer bei Alexa-Aufnahmen das Vertrauen in solche Zusagen belasten.
Der Fall Richardson zeigt, wie stark technische Erprobung und lokale Lebensqualität aufeinandertreffen können. Prime Air steht noch am Anfang der Einführung in den USA, soll aber deutlich ausgeweitet werden. Für die Logistik verspricht die Drohnenzustellung kürzere Wege und neue Lieferoptionen. Vor Ort zählen jedoch Geräuschpegel, Flugfrequenz, Privatsphäre und die Frage, wie zuverlässig Pakete am vorgesehenen Ort landen. In Berichten werden auch Fälle erwähnt, in denen Prime-Air-Drohnen Sendungen an ungeeigneten Stellen abwarfen.
Für Amazon ist Richardson damit mehr als ein lokaler Stresstest. Die Rückmeldungen aus dem Testgebiet liefern Hinweise darauf, welche Akzeptanzprobleme bei einer breiteren Einführung entstehen können. Der nächste Prüfpunkt ist bereits absehbar: Prime Air befindet sich laut Bericht in der Expansion auf 500 Städte und Gemeinden in den USA.

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