Bristol verbannt als erste britische Stadt Werbung für Fast Fashion, berichtet Theguardian.com. Das Verbot gelte für alle städtischen Werbeflächen, von Plakatwänden über Bushaltestellen bis zu Print und Online. Zugleich beschränke die Stadt Werbung für SUVs, Fluglinien, Kreuzfahrten und fossile Brennstoffe. Ein Ausschuss des grün geführten Stadtrats habe die Regel am Montag mit acht zu einer Stimme beschlossen.
Bristol verbannt als erste britische Stadt Werbung für Fast Fashion auf kommunalen Flächen. Die neue Regel betrifft zugleich Anzeigen für SUVs, Fluglinien, Kreuzfahrten und fossile Brennstoffe, berichtet Theguardian.com. Der grün geführte Stadtrat stellt damit seine kommunale Werbungs- und Sponsoringpolitik neu auf und erweitert frühere Einschränkungen, die seit 2021 bereits Junk-Food-Anzeigen betrafen.
Verbot auf Plakaten, an Haltestellen und online
Die Vorgaben gelten für alle städtischen Werbeflächen. Dazu zählen Plakatwände, Bushaltestellen, Printformate und digitale Kanäle im Eigentum der Stadt. Bristol will verhindern, dass kommunale Flächen für Branchen genutzt werden, die aus Sicht des Stadtrats mit hohen Emissionen, schlechter Luftqualität oder klimaschädlichem Konsum verbunden sind. Die stellvertretende Ratsvorsitzende Heather Mack begründete den Schritt damit, Bristol solle kein „Billboard for polluters“ sein, während die Stadt an Gesundheit, Luftqualität und Natur arbeite.
Beschlossen wurde die neue Richtlinie im Strategie- und Ressourcenausschuss des Stadtrats mit acht zu einer Stimme. Sie knüpft an eine lokale politische Entwicklung an: 2024 wurde Carla Denyer von den Grünen zur Abgeordneten gewählt, im selben Jahr wurden die Grünen stärkste Kraft im Stadtrat. Laut einer aktuellen städtischen Befragung zeigen sich 83 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner besorgt über den Klimawandel.
Signal über Bristol hinaus
Mit der Entscheidung reiht sich Bristol in eine wachsende Zahl britischer Kommunen ein, die Werbung für klimaschädliche Produkte beschränken. Mehr als 20 Councils haben bereits entsprechende Regeln eingeführt, darunter Cardiff, Edinburgh, Portsmouth und Sheffield. Neu ist jedoch der ausdrückliche Ausschluss von Fast-Fashion-Anzeigen. Damit geht Bristol weiter als andere Städte, die sich bislang vor allem auf fossile Brennstoffe, Flugreisen oder besonders emissionsintensive Fahrzeuge konzentriert haben.
Carla Denyer wertete die Ausweitung als weiteren Schritt für Bristols Klima- und Nachhaltigkeitsziele. Die Stadt arbeite unter anderem an öffentlicher Verkehrsinfrastruktur, Heizsystemen in Gebäuden und gemeinschaftlicher Energieversorgung. Anzeigen für Öl- und Gaskonzerne, SUVs oder Fast Fashion passten nach ihrer Darstellung nicht zu diesen lokalen Prioritäten.
Adfree Cities fordert nationale Regeln
Die Einschränkungen folgen auf Kampagnen des Netzwerks Adfree Cities. Die Organisation setzt sich dafür ein, lokale Werbeverbote für klimaschädliche Produkte auf nationale Ebene zu übertragen. Zudem hat sie Londons Bürgermeister Sadiq Khan aufgefordert, Werbung für fossile Brennstoffe und andere stark belastende Produkte im Umfeld von Transport for London zu begrenzen, einem der größten Werbeinventare weltweit.
Nicola Wilks, Mitgründerin und Co-Direktorin von Adfree Cities, bezeichnete Werbeverbote als Auslöser für gesündere Veränderungen und verwies auf frühere Tabakwerbeverbote. Für Bristol steht nun die praktische Umsetzung der Richtlinie an: Sie gilt für kommunale Werbeträger von Plakatflächen bis Online-Formaten und wurde am Montag mit acht zu einer Stimme beschlossen.
