Foto: Mann neben Stromzähler blickt über eine Vorstadtstraße auf ein großes Rechenzentrumsgebäude.
© Black Forest Labs / Flux

KI-Rechenzentren verlieren in den USA an Rückhalt

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Die US-Amerikaner sehen KI-Rechenzentren seit Januar deutlich skeptischer, berichtet Golem.de. Laut einer Pew-Umfrage halte inzwischen mehr als jeder Zweite sie für umweltschädlich und für eine Belastung der eigenen Stromrechnung. Der Unmut wachse quer durch alle Lager, selbst bei Republikanern sei die Umweltsorge um 18 Punkte auf 42 Prozent gestiegen. Sechs von zehn Befragten wäre ein neues Rechenzentrum in der Nachbarschaft unangenehm.

Wachsende Skepsis gegenüber KI-Rechenzentren

In den USA kippt die öffentliche Stimmung gegenüber Rechenzentren für KI spürbar. Eine neue Umfrage des Pew Research Center zeigt, dass die Bevölkerung die Folgen solcher Standorte seit Januar 2026 deutlich negativer bewertet. Wie Golem.de berichtet, halten inzwischen 54 Prozent der US-Amerikaner KI-Datencenter für schlecht für die Umwelt. Zu Jahresbeginn lag dieser Wert noch bei 39 Prozent.

Auch bei den Energiekosten wächst die Sorge. Die Hälfte der Befragten geht mittlerweile davon aus, dass Rechenzentren die Stromkosten privater Haushalte belasten. Im Januar waren es 38 Prozent. Noch stärker verändert hat sich die Einschätzung zur Lebensqualität vor Ort: Der Anteil derjenigen, die negative Auswirkungen auf Menschen in der direkten Umgebung sehen, stieg um 19 Prozentpunkte auf 49 Prozent.

Unmut über politische Grenzen hinweg

Auffällig ist, dass die Skepsis über Altersgruppen, Bildungsstände und politische Lager hinweg zunimmt. Bei den Demokraten liegt der Anteil derjenigen, die Rechenzentren als umweltschädlich bewerten, deutlich über 50 Prozent. Bei den Republikanern stieg dieser Wert um 18 Punkte auf 42 Prozent. Damit wächst die Kritik auch in einem politischen Umfeld, in dem der Ausbau von Rechenkapazitäten weiterhin als strategisches Ziel gilt.

US-Präsident Donald Trump befürwortet den Ausbau, um im KI-Wettlauf gegenüber China die Oberhand zu behalten. Die Pew-Daten zeigen jedoch, dass lokale Vorbehalte inzwischen breiter getragen werden. Aus Protesten gegen einzelne Bauvorhaben ist eine größere Gegenbewegung entstanden. Ein sichtbares Beispiel ist ein Demonstrant mit einem Schild gegen den Bau eines Datencenters in Mason, Michigan, im September 2026.

Nachbarschaft als Konfliktzone

Besonders deutlich wird der Widerstand, wenn es um neue Standorte in unmittelbarer Nähe geht. Sechs von zehn Befragten würden sich unwohl fühlen, wenn in ihrer Nachbarschaft ein neues Datencenter entstehen würde. Unter Demokraten liegt dieser Anteil bei 68 Prozent, unter Republikanern bei 54 Prozent. Eine frühere Gallup-Erhebung kam bereits zu dem Ergebnis, dass sich 70 Prozent der US-Amerikaner gegen neue Datencenter in ihrer Umgebung aussprechen.

Die Zahlen deuten auf einen wachsenden Zielkonflikt zwischen technologischem Ausbau, Energiebedarf und Akzeptanz vor Ort. Für Betreiber und Politik rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie neue Rechenzentren begründet, genehmigt und kommuniziert werden können. Offen bleibt vor allem, wie tragfähig weitere Projekte sind, wenn sich bereits 60 Prozent mit einem neuen Datencenter in der Nachbarschaft unwohl fühlen.

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