Delivery Hero plant, seine Tech-Einheit „Pandora“ von Berlin nach Singapur zu verlagern, berichtet Wiwo.de. Ursprünglich seien laut Unternehmenskennern rund 400 Mitarbeiter betroffen gewesen. Seit Ubers Übernahmeangebot solle, bis zum Abschluss der Integration, nun etwa die Hälfte vorerst in Berlin bleiben. Die Einheit betreibt die Plattform für Restaurants und Händler auf Foodpanda und Foodora. Das Management sitze bereits in Singapur.
Delivery Hero bereitet offenbar eine Verlagerung seiner Tech-Einheit Pandora von Berlin nach Singapur vor. Das berichtet Wiwo.de unter Berufung auf Unternehmenskenner. Pandora ist die interne Technologieplattform für Restaurants und Händler, die über Foodpanda und Foodora Geschäfte abwickeln. Nach ursprünglichen internen Ankündigungen von Ende Mai sollten rund 400 Mitarbeiter betroffen sein.
Verlagerung trotz Übernahmeprozess
Die Pläne stehen im Umfeld der geplanten Übernahme großer Teile von Delivery Hero durch Uber. Mitte Juli hatten beide Unternehmen ein Business Combination Agreement veröffentlicht. Darin heißt es, Uber unterstütze und respektiere Verpflichtungen gegenüber den Mitarbeitern, den Hauptsitz von Delivery Hero zu behalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Berliner Belegschaft vorzunehmen.
Der Betriebsrat sieht diese Zusage jedoch mit Vorbehalt. In einer am 2. September veröffentlichten Stellungnahme verweist er darauf, dass die Formulierung Uber vorerst an Stellenabbau in Berlin hindern könne. Sie schütze aber nicht automatisch vor Maßnahmen des Delivery-Hero-Managements. Wörtlich heißt es: „Die Zusage sollte nicht durch Maßnahmen umgangen werden“, die denselben wirtschaftlichen Effekt erzielen.
Pandora als zentrale Plattform für Foodpanda und Foodora
Pandora setzt sich namentlich aus Foodpanda und Foodora zusammen. Unter Foodpanda ist Delivery Hero vor allem in asiatischen Märkten aktiv, etwa in Pakistan, Bangladesch und auf den Philippinen. Foodora wird in europäischen Ländern wie Schweden, Norwegen und Österreich genutzt. Im Sommer 2024 kam zudem der türkische Lieferdienst Yemeksepeti aus dem Delivery-Hero-Portfolio auf die Pandora-Plattform.
Nach Angaben von Unternehmenskennern sollte der Standortwechsel wohl nicht bedeuten, dass alle betroffenen Beschäftigten nach Singapur wechseln. Dort gelten staatliche Quoten, die einen Anteil einheimischer Mitarbeiter vorsehen. Insider vermuten daher, dass es vor allem darum gehen könnte, die Mitarbeiterzahl in Berlin zu verringern. Delivery Hero äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Themenkomplex.
Etwa die Hälfte soll vorerst in Berlin bleiben
Seit Uber mit dem Übernahmeangebot ernst gemacht hat, soll Delivery Hero die ursprünglichen Pläne angepasst haben. Rund die Hälfte der Pandora-Beschäftigten soll demnach zunächst in Berlin bleiben, zumindest bis die Integration in Uber abgeschlossen ist. Unter diesen etwa 200 Mitarbeitern seien vor allem Softwareentwickler, berichten Unternehmenskenner.
Das Management der Einheit soll bereits nach Singapur gewechselt sein. Das Pandora-Führungsteam rund um CEO Tareq Barto sei nach diesen Angaben Anfang Juli umgezogen. Parallel dazu bleibt die Frage offen, wie lange die Berliner Reststruktur bestehen bleibt und welche Rolle sie nach Abschluss der Uber-Integration spielen wird.
Östberg bleibt an der Spitze
Auch an der Führungsspitze von Delivery Hero gibt es Bewegung. CEO Niklas Östberg will laut vorliegenden Angaben nun doch weiterhin im Amt bleiben. Damit fällt die Standortdebatte um Pandora in eine Phase, in der Delivery Hero zugleich über seine Konzernstruktur, die Integration mit Uber und die Zukunft einzelner Einheiten verhandelt.
Für den Berliner Standort bleibt der zentrale offene Punkt, was nach der Integration mit den vorerst gehaltenen Pandora-Teams geschieht. Bisher liegt dazu keine Stellungnahme von Delivery Hero vor; genannt sind derzeit etwa 200 Beschäftigte, die zunächst in Berlin bleiben sollen.
