Foto: Lagerarbeiter scannt ein Paket auf einem Förderband in einer Sortierhalle.
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Europas Online-Handel wächst trotz Gegenwind

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Der europäische Online-Handel hat 2025 insgesamt 911 Mrd. Euro umgesetzt, sieben Prozent mehr als im Vorjahr, berichtet WWD.com. Ausgerechnet Westeuropa, das 57 Prozent des Umsatzes stemme, wachse mit fünf Prozent am langsamsten, Südeuropa hingegen lege acht Prozent zu. Neben Regulierung, KI und Nachhaltigkeit treibe die Branche die Konkurrenz aus Drittstaaten um: Wer von außerhalb der EU verkaufe, nehme es mit den Vorgaben weniger genau; eine Abschaffung der Zollbefreiung für Kleinsendungen beurteile die zitierte Studie von Ecommerce Europe und EuroCommerce deshalb positiv.

Der europäische E-Commerce bleibt trotz wirtschaftlicher und politischer Unsicherheit auf Wachstumskurs. Nach dem European E-commerce Report von Ecommerce Europe und EuroCommerce erreichten die Online-Umsätze 2025 911 Mrd. Euro, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Darüber berichtet WWD.com. Der Bericht wurde vom Centre for Marketing Innovation der Amsterdam University of Applied Sciences erstellt und umfasst 38 europäische Länder, mit besonderem Fokus auf die 27 Mitgliedstaaten der EU.

Westeuropa bleibt größter Markt, wächst aber am langsamsten

Die Dynamik fällt regional deutlich unterschiedlich aus. Westeuropa ist mit 523,1 Mrd. Euro weiterhin der größte E-Commerce-Raum Europas und steht für 57 Prozent des gesamten europäischen Online-Umsatzes. Zugleich verzeichnete die Region mit fünf Prozent Wachstum den schwächsten Zuwachs. Südeuropa entwickelte sich mit acht Prozent am stärksten. Die Zahlen zeigen einen Markt, der insgesamt expandiert, dessen Schwerpunkt aber nicht mehr automatisch die höchste Wachstumsdynamik liefert.

Im Vergleich zu früheren Ausgaben enthält der Report keine aktuellen Aufschlüsselungen nach Produktkategorien. Als Grund wird fehlendes aktuelles Datenmaterial genannt. Stattdessen wurden neue Indikatoren aufgenommen, darunter der E-Commerce-Umsatz pro Kopf im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Die jüngsten verfügbaren Kategoriedaten stammen aus dem Jahr 2023. Damals kauften 70 Prozent der Online-Konsumenten in der EU Kleidung, Schuhe oder Accessoires. Damit lag Mode vor Multimedia-Diensten wie Filmen und Spielen mit 48 Prozent sowie Essenslieferungen mit 30 Prozent.

Branche fordert faire Wettbewerbsbedingungen

Die Branchenverbände lesen das Wachstum als Beleg für die Widerstandsfähigkeit des europäischen Online-Handels. Luca Cassetti, Generalsekretär von Ecommerce Europe, betont zugleich, Wachstum allein reiche nicht aus. Unternehmen benötigten ein regulatorisches Umfeld, das Wettbewerbsfähigkeit stärke, administrative Belastungen reduziere und gleiche Bedingungen für Anbieter innerhalb und außerhalb der EU schaffe. Zu den zentralen Belastungsfaktoren zählen Regulierung, KI, Nachhaltigkeit und vor allem der Wettbewerb durch Plattformen aus Drittstaaten.

Der Report sieht bestehende Hürden für fairen Wettbewerb vor allem in unterschiedlichen Anforderungen und deren Einhaltung. Europäische Unternehmen müssten Vorgaben strenger erfüllen als Verkäufer aus Staaten außerhalb der EU, heißt es sinngemäß. Christel Delberghe, Generaldirektorin von EuroCommerce, verweist in diesem Zusammenhang auf die Vorteile einer Abschaffung der Zollbefreiung für online gekaufte Waren mit geringem Wert aus Drittstaaten. Diese Maßnahme wird im Bericht positiv bewertet, weil sie Compliance-Unterschiede reduzieren könnte.

Digital Services Act rückt in den Fokus

Auch die Durchsetzung bestehender Regeln spielt eine größere Rolle. Cassetti verweist auf Maßnahmen der Europäischen Kommission im Rahmen des Digital Services Act. Als Kontext nennt der Bericht die bisher höchste Strafe nach diesem Gesetz: AliExpress, die größte chinesische E-Commerce-Plattform im EU-Block, wurde im Juli mit 550 Mio. Euro belegt. Auch X, ehemals Twitter, erhielt im Dezember 2025 eine Strafe von 120 Mio. Euro. Diese wird laut Bericht von Elon Musk und dem US-Justizministerium angefochten.

Für den europäischen Online-Handel markiert der Report damit eine doppelte Lage: Der Markt wächst weiter, zugleich verschiebt sich die Debatte auf Wettbewerbsregeln, Plattformaufsicht und Zollpraxis. Als nächster Prüfpunkt bleibt, wie die EU die Abschaffung der Zollbefreiung für Kleinsendungen und die Durchsetzung des Digital Services Act konkret weiterführt.

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