Immer mehr E-Book-Leser kaufen ihre digitalen Bücher, statt sie nur zu leihen, zeigt eine repräsentative Umfrage von Bitkom.org. Der Käuferanteil sei binnen eines Jahres von 81 auf 89 Prozent gestiegen, die monatli chen Ausgaben von 11,10 auf 12,40 Euro. Der Leihanteil sei dagegen von 54 auf 46 Prozent geschrumpft. Insgesamt greife inzwischen mehr als jeder Zweite zumindest gelegentlich zum E-Book. Ausschließlich digitat würden aber nur vier Prozent lesen.
Das E-Book ist in Deutschland im Lesemarkt angekommen, ohne das gedruckte Buch zu verdrängen. Laut einer repräsentativen Umfrage von Bitkom.org lesen inzwischen 55 Prozent der Deutschen ab 16 Jahren zumindest hin und wieder digitale Bücher. Im Vorjahr waren es 51 Prozent. Die Ergebnisse basieren auf einer Befragung von 1.006 Personen und wurden anlässlich der Frankfurter Buchmesse in der kommenden Woche veröffentlicht.
Digital und gedruckt ergänzen sich
Für viele Leserinnen und Leser ist die Wahl zwischen Papier und Display keine Entweder-oder-Frage. Rund die Hälfte der Bevölkerung nutzt beide Formate: 51 Prozent lesen sowohl E-Books als auch gedruckte Bücher. Innerhalb dieser Gruppe greifen 19 Prozent häufiger zum E-Book, 17 Prozent nutzen beide Formate etwa gleich oft, und 15 Prozent bevorzugen weiterhin häufiger gedruckte Bücher.
Ausschließlich digital liest dagegen nur eine kleine Minderheit: nur vier Prozent nutzen ausschließlich E-Books. Gedruckte Bücher bleiben zugleich fest verankert. 30 Prozent der Menschen ab 16 Jahren lesen ausschließlich Print. Insgesamt greifen damit 85 Prozent zumindest gelegentlich zu einem Buch, unabhängig vom Format.
Ältere Zielgruppen holen deutlich auf
Besonders stark wächst die E-Book-Nutzung bei älteren Menschen. In der Altersgruppe ab 65 Jahren lesen mittlerweile 42 Prozent zumindest hin und wieder digital; im Vorjahr waren es noch 33 Prozent. Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil aktuell bei 64 Prozent. Der Abstand bleibt groß, doch die Entwicklung zeigt, dass digitale Lektüre zunehmend altersübergreifend genutzt wird.
Bitkom-Experte Dr. Sebastian Klöß verweist auf praktische Vorteile: E-Books seien schnell verfügbar, platzsparend und böten durch Funktionen wie anpassbare Schriftgrößen zusätzlichen Lesekomfort. Damit wird digitales Lesen besonders für Situationen attraktiv, in denen Mobilität, Verfügbarkeit oder individuelle Darstellung wichtig sind.
Kaufen gewinnt gegenüber Leihen
Deutlich verändert hat sich das Nutzungsverhalten bei digitalen Büchern. Unter den E-Book-Leserinnen und -Lesern kaufen inzwischen 89 Prozent digitale Bücher; im Vorjahr waren es 81 Prozent. Auch die Ausgaben steigen: Käuferinnen und Käufer geben im Durchschnitt 12,40 Euro pro Monat für E-Books aus, nach 11,10 Euro im Jahr zuvor.
Das Leihen digitaler Bücher verliert dagegen an Bedeutung. 46 Prozent der E-Book-Lesenden nutzen Leihangebote, im Vorjahr waren es noch 54 Prozent. Für geliehene E-Books geben sie durchschnittlich 6,80 Euro im Monat aus. Zusätzlich greifen 15 Prozent der E-Book-Lesenden auf kostenlose digitale Bücher zurück.
Der Markt zeigt damit zwei klare Bewegungen: Die digitale Reichweite wächst, und innerhalb der E-Book-Nutzung verlagert sich der Schwerpunkt stärker zum Kauf. Für den Buchmarkt bleibt zugleich relevant, dass Print weiterhin breit genutzt wird und die Mehrheit digitale und gedruckte Lektüre kombiniert. Die aktuelle Datengrundlage stammt vom 29. September 2026.
