Das Angebot an Second-Hand-Plattformen in der Schweiz wächst, und die Neuzugänge bleiben weiter Schweizer Gewächse, zeigt eine Marktübersicht von Carpathia.ch. Vinted sei inzwischen auch in den USA und Australien aktiv, fehle in der Schweiz aber weiterhin. Depop gehöre seit Juli für rund 1,2 Mrd. Dollar zu Ebay. Die Plattform wickle zwar Käufe Schweizer Kunden ab, verzichte aber auf die beliebte Schweizer Bezahl-App Twint und auf automatisierte Versandlabels. Neue Marktteilnehmer dieses Jahr seien Cyclon Resale, Circlin und Merka.
Die Schweizer Secondhand-Landschaft wächst weiter. Laut der Marktübersicht von Carpathia.ch umfasst die aktuelle Zielscheiben-Übersicht 36 Anbieter und damit fünf mehr als im Vorjahr. Auffällig ist vor allem die Herkunft der neuen Angebote: Die tatsächlichen Neuzugänge Cyclon Resale, Circlin und Merka stammen aus der Schweiz. Merka soll im Herbst 2026 starten.
Schweizer Anbieter prägen den Markt
Carpathia unterscheidet drei Gruppen: reine Secondhand-Plattformen, die Transaktionen zwischen Käuferinnen und Käufern vermitteln; Händler und Marken mit eigenen C2C-Angeboten; sowie Anbieter, die Produkte selbst zurückkaufen, prüfen, reinigen, reparieren oder upcyceln und anschliessend wieder verkaufen. Daneben existieren zahlreiche Kleininserate-Angebote und Communities, die bewusst nicht in der Zielscheibe geführt werden, weil sie keine Transaktionen abwickeln. Dazu zählt etwa Pikitup, eine im Februar 2026 lancierte Verschenke-Plattform mit rund 40’000 Aufrufen pro Monat.
Gegenüber dem Vorjahr wurden sieben Anbieter neu in die Grafik aufgenommen. Gewa Multimedia, refurbed, Depop und Veloclick waren bereits 2025 aktiv, erscheinen aber nun erstmals in der Übersicht. Tatsächlich neu am Markt sind On mit Cyclon Resale, Circlin und Merka. Nicht mehr aktiv sind Exsila und Secondhandkiste, die in der Grafik entsprechend markiert sind. Damit zeigt sich ein Markt, der breiter wird und stärker ausdifferenzierte Modelle im E-Commerce hervorbringt.
Internationale Plattformen bleiben nur teilweise präsent
Bemerkenswert bleibt die Zurückhaltung grosser ausländischer Anbieter. Vinted ist trotz internationaler Expansion weiterhin nicht in der Schweiz aktiv. Der europäische Anbieter trat im Januar in den US-Markt ein und folgte im August mit Australien. Für 2025 weist Vinted einen GMV von 10,8 Milliarden Euro aus, ein Plus von 47 Prozent. Zudem erweitert die Plattform ihr Angebot um Kategorien wie Elektronik, Homeware, Collectibles und Sport.
Depop ist in der Schweiz zwar neu in der Carpathia-Übersicht vertreten, agiert hier aber nur eingeschränkt lokalisiert. Käufe von Schweizer Kundinnen und Kunden werden abgewickelt, doch es fehlen die Anbindung an Twint sowie automatisierte Versandlabels über «Depop Shipping». Gerade im Payment und beim Versand entstehen damit Reibungspunkte für Verkäufer. International hat Depop zugleich den Besitzer gewechselt: Ebay übernahm die Plattform im Juli 2026 für rund 1,2 Milliarden Dollar. Zuvor gehörte Depop seit 2021 zu Etsy, das damals rund 1,6 Milliarden Dollar gezahlt hatte.
Für den Schweizer Secondhand-Markt bleibt damit ein klares Bild: Das Angebot wächst, neue Impulse kommen vor allem aus dem Inland, während internationale Schwergewichte nur selektiv oder gar nicht präsent sind. Der nächste konkrete Prüfpunkt ist der angekündigte Marktstart von Merka im Herbst 2026.
