Der Internet- und Versandhandel hat im August real 3,7 Prozent mehr umgesetzt als im Juli, meldet das Statistische Bundesamt. Auch gegenüber dem Vorjahresmonat liege er real 3,5 Prozent im Plus. Der gesamte Einzelhandel erhole sich dagegen nur zum Teil: Nach dem realen Einbruch von 3,2 Prozent im Juli sei sein Umsatz um 1,3 Prozent gestiegen, bleibe aber 0,4 Prozent unter August 2025. Lebensmittelhändler lagen real 0,9 Prozent über dem Vormonat und 0,5 Prozent über dem Vorjahr. Non-Food-Händler lagen real 1,6 Prozent über dem Vormonat, aber 0,8 Prozent unter dem Vorjahr.
Onlinehandel wächst im August deutlich stärker als der Gesamtmarkt
Der deutsche Einzelhandel hat sich im August 2026 teilweise vom schwachen Juli erholt. Nach vorläufigen, kalender- und saisonbereinigten Ergebnissen des Statistischen Bundesamts stieg der Umsatz gegenüber Juli real um 1,3 Prozent und nominal um 1,7 Prozent. Im Vergleich zu August 2025 bleibt der reale Umsatz jedoch um 0,4 Prozent zurück, während er nominal um 2,6 Prozent zulegte. Die Differenz zwischen realer und nominaler Entwicklung zeigt, dass Preisveränderungen weiterhin eine wichtige Rolle in der Bewertung der Einzelhandelsdaten spielen.
Besonders stark entwickelte sich der Internet- und Versandhandel. In diesem Segment stiegen die Umsätze gegenüber dem Vormonat real um 3,7 Prozent und nominal um 4,4 Prozent. Auch im Jahresvergleich liegt der Bereich klar im Plus: real um 3,5 Prozent, nominal um 4,8 Prozent. Damit hebt sich der Onlinehandel sichtbar vom übrigen Markt ab und bestätigt seine robuste Position innerhalb der aktuellen Konjunkturdaten.
Lebensmittel stabil, Non-Food im Jahresvergleich schwächer
Der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete im August gegenüber Juli ein reales Plus von 0,9 Prozent und nominal ein Plus von 1,0 Prozent. Gegenüber dem Vorjahresmonat lagen die Umsätze real um 0,5 Prozent und nominal um 0,9 Prozent höher. Der Bereich zeigt damit eine vergleichsweise stabile Entwicklung, bleibt aber im Wachstum deutlich hinter dem Internet- und Versandhandel zurück.
Im Einzelhandel mit Nicht-Lebensmitteln fiel die kurzfristige Erholung stärker aus. Die Umsätze stiegen im August gegenüber dem Vormonat real um 1,6 Prozent und nominal um 2,0 Prozent. Im Vergleich zu August 2025 ergibt sich jedoch ein gemischtes Bild: real gingen die Umsätze um 0,8 Prozent zurück, nominal lagen sie um 3,5 Prozent höher. Das deutet auf eine weiterhin verhaltene mengenmäßige Entwicklung hin, trotz höherer nominaler Erlöse.
Die Tankstellenumsätze blieben real gegenüber dem Vormonat unverändert. Nominal stiegen sie dagegen um 2,6 Prozent. Im Jahresvergleich zeigt sich eine besonders große Spanne: real sanken die Umsätze um 8,7 Prozent, nominal erhöhten sie sich um 10,7 Prozent. In den Tankstellenumsätzen sind auch Verkäufe in Tankstellenshops enthalten.
Juli-Daten revidiert, Methodik weiterentwickelt
Für Juli 2026 meldet Destatis nach Revision einen realen Umsatzrückgang im Einzelhandel von 3,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. Nominal lag das Minus bei 1,4 Prozent. Der ursprünglich gemeldete reale Rückgang war mit 3,4 Prozent etwas stärker ausgefallen. Im Jahresvergleich sank der Juli-Umsatz real um 2,2 Prozent, nominal stieg er um 0,6 Prozent.
Die Statistik wurde zum Berichtsmonat Mai 2026 methodisch weiterentwickelt. Dazu gehören die Umstellung auf das Basisjahr 2021, die Einführung von Laspeyres-Indizes anstelle von Messzahlen und eine veränderte Darstellung nach Geschäftsfeldern rechtlicher Einheiten. Ziel ist eine differenziertere Zuordnung wirtschaftlicher Aktivitäten zu den jeweiligen Wirtschaftszweigen.
Für die kurzfristige Bewertung steht der kalender- und saisonbereinigte Vormonatsvergleich im Mittelpunkt. Der Vorjahresvergleich dient als längerfristiger Niveauvergleich. Vorläufige Ergebnisse werden in der Regel 30 Tage nach Monatsende veröffentlicht; nach 45 Tagen werden die Daten in GENESIS-Online aktualisiert.
