Buchhändler verpackt ein Buch für den Versand
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Buchhandel blättert ins Minus, online bleibt stabil

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Der Umsatz der deutschen Buchbranche ist 2025 um 2,7 Prozent auf 9,62 Mrd. Euro geschrumpft, berichtet Tagesspiegel.de. In den ersten acht Monaten 2026 liege das Minus sogar bei 3,0 Prozent. Während der stationäre Buchhandel 3,7 Prozent verloren habe, sei das Online-Geschäft stabil geblieben, ebenso das mit E-Books. Der Hörbuchumsatz sei um mehr als 13 Prozent gestiegen. Die Käuferzahl sei um knapp fünf Prozent gesunken, bei den Zehn- bis 15-Jährigen um mehr als 30 Prozent. Ein Plus gebe es nur bei Belletristik, Young Adult und New Adult.

Die deutsche Buchbranche startet mit gedämpften Erwartungen in die Frankfurter Buchmesse. Laut einer dpa-Übersicht bei Tagesspiegel.de sank der Branchenumsatz 2025 um 2,7 Prozent auf 9,62 Milliarden Euro. In den ersten acht Monaten 2026 verschärfte sich die Entwicklung: Der Umsatz lag 3,0 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum.

Besonders belastend ist der Rückgang der Kundschaft. Die Zahl der Buchkäuferinnen und -käufer schrumpfte von 2024 auf 2025 um knapp fünf Prozent. Bei jungen Zielgruppen fällt das Minus deutlich stärker aus: Unter den Zehn- bis 15-Jährigen ging die Zahl der Leserinnen und Leser um mehr als 30 Prozent zurück, bei den 20- bis 29-Jährigen um knapp 18 Prozent. Damit verliert die Branche ausgerechnet in Altersgruppen an Reichweite, die für künftige Lesegewohnheiten prägend sind.

Wenige Wachstumsfelder im Sortiment

In vielen Warengruppen sanken die Umsätze. Reisebücher verloren 11,6 Prozent, Ratgeber 8,1 Prozent und Sachbücher 4,6 Prozent. Auch Kinder- und Jugendbücher lagen mit minus 2,4 Prozent unter dem Vorjahr. Zulegen konnten nur einzelne Segmente: Belletristik wuchs um 1,2 Prozent, Young Adult um 4,8 Prozent und New Adult um 9,6 Prozent. Diese Bereiche bleiben damit die wenigen positiven Ausnahmen in einem insgesamt schwachen Markt.

Auch die Produktionsseite zeigt Rückgänge. 2025 erschienen 52.644 neue Titel und damit fast zehn Prozent weniger als 2024. Zudem sank die Zahl der Übersetzungen ins Deutsche. Im Vertrieb verschieben sich die Gewichte: Der stationäre Buchhandel verlor 2025 3,7 Prozent, während der Onlinehandel stabil blieb. E-Books bewegten sich ebenfalls auf stabilem Niveau. Deutlich dynamischer entwickelte sich das Hörbuchgeschäft mit einem Umsatzplus von mehr als 13 Prozent.

Lesekompetenz als strukturelles Problem

Als ein zentraler Hintergrund der Entwicklung gilt die sinkende Lesekompetenz. Nach einer von der Stiftung Lesen genannten Sonderanalyse können rund 20 Prozent der Erwachsenen zwischen 16 und 65 Jahren in Deutschland nur schlecht lesen und schreiben. Das entspricht 10,6 Millionen Menschen. Auch die jüngste Pisa-Studie weist auf Defizite bei Schülerinnen und Schülern hin: Jedem dritten 15-Jährigen fehlt demnach die grundlegende Kompetenz beim Lesen.

Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sieht rückläufige Buchkäufe unter Jugendlichen und schwache Pisa-Ergebnisse als parallele Entwicklungen. Auf der Frankfurter Buchmesse rückt deshalb die Frage in den Mittelpunkt, wie Leselust neu geweckt werden kann. Messe-Chef Juergen Boos setzt auf stärkere emotionale Bindungen zu Autorinnen, Autoren und Themen. Er beschreibt eine Entwicklung „vom Leser zum Fan“.

Die Messe reagiert darauf mit mehr Veranstaltungen und neuen Formaten. Im „Meet the Autor“-Areal warten Fans auf Selfies und Autogramme. Neu sind „Erlebniswelten“ mit Mitmachangeboten für Krimifans, Podcast-Hörer und Comic-Liebhaber. Der nächste Prüfpunkt ist damit konkret: ob solche Fan-Formate nach dem Umsatzminus von 3,0 Prozent in den ersten acht Monaten 2026 neue Leselust auslösen.

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