Analysten trauen Alibabas KI-Cloud-Sparte im Septemberquartal ein Umsatzplus von mehr als 50 Prozent zu, berichtet Scmp.com. Schon im Quartal davor wuchs sie um 45 Prozent auf 7,2 Mrd. Dollar. Auch die Marge solle auf rund 15 Prozent steigen, nach zwölf Prozent im Vorquartal. Die getrennt geführte Sparte für KI-Modelle und -Apps bleibe zwar defizitär, ihr Quartalsverlust solle aber auf 1,5 bis 1,7 Mrd. Dollar schrumpfen.
Alibaba steht im Septemberquartal vor einem deutlichen Wachstumsschub im Cloud- und KI-Geschäft. Analysten rechnen laut Scmp.com damit, dass die Sparte AI Cloud and Compute Services ihren Umsatz in den drei Monaten bis zum 30. September um mehr als 50 Prozent gesteigert hat. Damit würde sich das Wachstum gegenüber dem Vorquartal nochmals beschleunigen. Damals legte der Bereich bereits um 45 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar zu.
Cloud-Geschäft profitiert von KI-Investitionen
Der erwartete Anstieg gilt als Hinweis darauf, dass Alibabas umfangreiche Investitionen in KI-Infrastruktur und Rechenleistung zunehmend in Erlöse übergehen. Nach Einschätzung mehrerer Finanzinstitute zieht vor allem die Nachfrage nach Cloud- und Compute-Kapazitäten an, die für Anwendungen rund um Künstliche Intelligenz benötigt werden. Für Alibaba wäre ein Plus von mehr als 50 Prozent ein wichtiges Signal: Die Cloud-Sparte wächst nicht nur schnell, sie bewegt sich auch in Richtung höherer Profitabilität.
Auch bei der Marge erwarten die Analysten eine Verbesserung. Sie soll im Septemberquartal auf rund 15 Prozent steigen, nachdem sie im Vorquartal bei zwölf Prozent gelegen hatte. Das deutet auf Fortschritte bei der Monetarisierung der hohen Ausgaben hin. Für den Konzern ist diese Entwicklung relevant, weil Cloud- und Rechendienste zu den Bereichen zählen, in denen sich Investitionen in Infrastruktur, Modelle und Anwendungen erst mit zeitlicher Verzögerung in der Ergebnisrechnung zeigen.
Modell- und App-Sparte bleibt defizitär
Getrennt davon führt Alibaba eine Einheit für KI-Modelle und KI-Apps. Diese Sparte bleibt den Angaben zufolge weiter in den roten Zahlen. Der Verlust soll im Septemberquartal jedoch auf 1,5 bis 1,7 Milliarden Dollar sinken. Damit würde sich die Belastung gegenüber früheren Erwartungen oder Vorperioden verringern, ohne dass der Bereich bereits profitabel wäre. Die Zahlen unterstreichen die unterschiedliche Dynamik innerhalb des KI-Geschäfts: Während Cloud- und Compute-Services bereits von steigender Nachfrage profitieren, verursacht die Entwicklung von Modellen und Anwendungen weiterhin hohe Kosten.
Für die Bewertung von Alibaba rückt damit die Frage in den Vordergrund, wie stabil das Wachstum der Cloud- und KI-Sparte ausfällt und ob die Margenverbesserung anhält. Die bisherigen Analystenschätzungen zeichnen ein klares Bild: Nach 45 Prozent Wachstum und 7,2 Milliarden Dollar Umsatz im Vorquartal wird für das Septemberquartal ein Umsatzplus von über 50 Prozent erwartet, bei einer Marge von rund 15 Prozent.
