Foto: Mann vergleicht am Smartphone Angebote neben Pullover und Kopfhörerbox auf einem hellen Tisch
© OpenAI

Prime Big Deal Days: US-Kunden geben fast zehn Mrd. Dollar aus

3 Min.
Teilen

Während Amazons zweitägiger Prime Big Deal Days haben Konsumenten in den USA online 9,86 Mrd. Dollar ausgegeben, zitiert Retaildive.com Daten von Adobe. Die Summe umfasse alle US-Händler, nicht nur Amazon. Der Nachlass auf den Listenpreis habe bei höchstens 20 Prozent gelegen. Bei Computern, Fernsehern, Spielzeug und Mode habe das Rabattniveau auch viele Käufer zum Griff ins höhere Preisregal gelockt. 52 Prozent des Umsatzes, 5,1 Mrd. Dollar, seien über Mobilgeräte geflossen.

Die zweitägigen Prime Big Deal Days im Oktober haben dem US-Onlinehandel einen deutlichen Vorzieheffekt vor dem Weihnachtsgeschäft gebracht. Nach Daten von Adobe, die Retaildive.com zitiert, gaben Konsumenten während des Events 9,86 Mrd. Dollar online aus. Die Summe bezieht sich auf alle erfassten US-Händler und damit ausdrücklich auf mehr als Amazon. Auch Wettbewerber wie Target und Walmart nutzten den Zeitraum für eigene Rabattaktionen.

Getrieben wurde die Nachfrage vor allem durch Preisnachlässe, die laut Adobe bei höchstens 20 Prozent auf den Listenpreis lagen. Trotz dieses begrenzten Rabattniveaus griffen viele Käufer zu höherpreisigen Produkten. Besonders Computer, Fernseher, Elektronik, Spielzeug und Mode profitierten davon. Über alle beobachteten Kategorien hinweg stieg der Anteil der teuersten Waren im Vergleich zum bisherigen Jahresdurchschnitt um 21 Prozent. Bei Elektronik lag der Zuwachs bei 45 Prozent, bei Körperpflegeprodukten bei 34 Prozent.

Mobile Käufe prägen das Shopping-Event

Ein zentraler Faktor war der Einkauf über Smartphones. Adobe bezeichnete Mobile als dominierenden Transaktionskanal: 52 Prozent des Umsatzes entfielen auf Mobilgeräte. Das entspricht 5,1 Mrd. Dollar und einem Plus von 12,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Daten deuten darauf hin, dass mobile Impulskäufe im Onlinehandel weiter an Bedeutung gewinnen, gerade wenn zeitlich begrenzte Aktionen einen schnellen Kaufabschluss fördern.

Parallel nutzten viele Verbraucher die Oktoberangebote für alltägliche Bedarfsartikel. Stark nachgefragt waren Haushaltsreiniger und Papierprodukte mit einem Plus von 55 Prozent, Hygieneartikel und Tierfutter mit jeweils 45 Prozent sowie einfache Bekleidung mit 25 Prozent. Die Aktion traf damit auf ein preisbewusstes Konsumumfeld, in dem Käufer nach Rabatten suchen, aber zugleich bereit sind, bei attraktivem Gegenwert mehr auszugeben.

Inflation und flexible Zahlungen verstärken den Effekt

Numerator zufolge verglich die Hälfte der Käufer während der Prime Big Deal Days Preise bei anderen Händlern, darunter Walmart. Dennoch lagen die Ausgaben von Verbrauchern, die bei beiden Events einkauften, auf Amazon 8 Prozent über dem Durchschnitt der Prime-Big-Deal-Days-Käufer. Der durchschnittliche Haushaltsumsatz bei Amazon erreichte 114 Dollar und lag damit nur knapp unter den 122 Dollar des Prime Day im Juni.

Inflation spielte laut Numerator eine wichtige Rolle: 74 Prozent der Käufer nannten sie als Grund für ihre Teilnahme am Event, vier Prozentpunkte mehr als beim Prime Day im Juni. Auch flexible Bezahloptionen wurden stärker genutzt. Buy now, pay later machte nach Adobe 6 Prozent aller Onlinebestellungen aus, entsprechend 692,3 Mio. Dollar. Im Bereich Payment erwartet Adobe eine weitere Zunahme und prognostiziert für Cyber Monday mehr als 1 Mrd. Dollar Umsatz über BNPL.

Für Händler verschiebt sich damit die Dynamik der Weihnachtssaison weiter nach vorn. Laut Numerator erledigte mehr als ein Drittel der Käufer während der Prime Big Deal Days bereits mindestens die Hälfte der Weihnachtseinkäufe. Zugleich sank die Kaufabsicht für Black Friday um 4 Prozentpunkte und für Cyber Monday um 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresevent. Der nächste Prüfpunkt ist damit, ob die starken Oktoberumsätze die Novemberaktionen belasten.

Teilen

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.