Foto: Person hält eine fast leere Spülmittelflasche am hellen Küchenspülbecken, Smartphone liegt daneben.
© Black Forest Labs / Flux

Amazons Bee hört mit und macht Kaufvorschläge

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Die KI-Geräte von Bee, einem Amazon-Zukauf aus dem Vorjahr, verwandeln Gesprächsfetzen jetzt in Kaufvorschläge, berichtet Geekwire.com. Erwähnt der Träger beiläufig, dass das Spülmittel ausgeht, tauche eine passende Empfehlung auf Amazon.com und in den Bee-Apps auf. Was viele ihrem Smartphone heimlich unterstellen, erledige Bee offen: Jeder Nutzer müsse sein Konto aktiv mit Amazon verknüpfen und das Abo „Bee Pro“ buchen, das nach 30 Gratistagen zwölf Dollar im Monat koste. Daten fließen laut Bee aber nur mit Zustimmung.

Bee, das im Vorjahr von Amazon übernommene Wearables-Startup, erweitert seine Gesprächsgeräte um eine Shopping-Funktion. Wie Geekwire.com berichtet, können beiläufige Aussagen im Alltag künftig in Produktempfehlungen auf Amazon.com und in den Bee-Apps münden. Nennt ein Nutzer etwa, dass das Spülmittel ausgeht, soll daraus eine passende Kaufempfehlung entstehen. Amazon beschreibt das als Gedächtnisstütze für Dinge, die ohnehin benötigt werden.

Shopping aus Gesprächskontext

Der auffällige Punkt ist der Umgang mit einer Sorge, die viele Nutzer Smartphones seit Jahren unterstellen: das Mithören von Gesprächen für Werbung. Bei Bee soll die Funktion offen und freiwillig laufen. Sie wird erst aktiv, wenn Nutzer ihr Bee-Konto mit Amazon.com verbinden. Bee erklärt zudem, dass Daten nur mit Zustimmung an Amazon fließen.

Für die Amazon-Integration ist das Abo Bee Pro erforderlich. Es kostet nach 30 Gratistagen zwölf Dollar pro Monat. Enthalten sind unbegrenzte Gesprächszusammenfassungen sowie die Möglichkeit, Alexa+ nach Inhalten zu fragen, die Bee erfasst hat. Ohne Abo erhalten Nutzer Zusammenfassungen und 14 Tage Speicher.

Neue Hardware unter Amazon

Mit dem Update stellt Bee auch die ersten neuen Geräte unter Amazon-Eigentümerschaft vor. Bee Frontier ist ein Armband für 74,99 Dollar, das sich auch an Kleidung befestigen lässt. Es ist bereits verfügbar, besitzt zwei Mikrofone, bis zu sieben Tage Akkulaufzeit und IP67-Wasserschutz.

Bee Eclipse wird magnetisch an der Rückseite eines Smartphones befestigt. Das Gerät ist etwa so groß wie eine Kreditkarte, startet bei 99,99 Dollar und soll laut Amazon bald verfügbar sein. Die Akkulaufzeit liegt bei mehr als 21 Tagen.

Amazon positioniert Bee als Werkzeug, das Gespräche protokolliert, ohne dass Nutzer parallel Notizen machen müssen. Die Geräte erstellen Zusammenfassungen, Aufgaben und Erinnerungen. In der mobilen App sowie in einer neuen Desktop-App werden Inhalte für unterschiedliche Gesprächsarten aufbereitet, darunter Vorlesungen, Pflegepläne und Brainstormings.

Produktivität, Integrationen und Privatsphäre

Bee erkennt wiederkehrende Themen in Gesprächen und schlägt daraus Ziele oder nächste Schritte vor. Außerdem lässt sich der Dienst mit Gmail, Google Calendar und Microsoft Outlook verbinden. Nach Anrufen oder Meetings kann Bee Aufgaben auflisten, Folge-E-Mails entwerfen oder Kalendereinladungen erstellen. Verbindungen zu Apple HealthKit und Fotos sind ebenfalls vorgesehen. Viele dieser Funktionen erfordern Bee Pro.

Beim Datenschutz verweist Amazon auf Bee Private Compute. Gespräche würden in einer isolierten Umgebung verarbeitet, auf die laut Unternehmen niemand zugreifen könne, auch Amazon nicht. Audio werde nach der Verarbeitung gelöscht. Transkripte seien mit Schlüsseln verschlüsselt, die vom Gerät des Nutzers kontrolliert werden.

Beide neuen Geräte lassen sich per Knopfdruck ein- und ausschalten und zeigen per Licht an, wenn sie aktiv sind. Bei Telefonaten soll Bee Eclipse jedes Mal darauf hinweisen, die Zustimmung der anderen Gesprächsteilnehmer einzuholen. Damit verbindet Amazon Alltagsnotizen, Alexa+ und Shopping enger mit persönlicher Gesprächserfassung. Bee Frontier ist bereits erhältlich; Bee Eclipse soll laut Amazon in Kürze folgen.

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