Für den DHL-Versand an eine Packstation verlangt Vinted neuerdings 3,20 Euro, berichtet Haendlerbund.de. Dahinter stecke die neue Versandart „DHL Warenversand“, die an Filialen und Paketshops bis zu 3,69 Euro koste. Bislang sei DHL dort meist rund einen Euro teurer gewesen als Hermes, DPD und GLS, deren Preisvorteil ebenfalls nur ohne Haustürzustellung gelte. Spannender als der Preis: Laut einem Rundschreiben verzichte DHL bis 31,5 Kilogramm und zwei Metern Länge auf Maßkontrollen und nehme sogar reißfeste Tüten an.
DHL senkt auf Vinted die Einstiegshürde beim Versand
DHL verschärft den Wettbewerb im Plattformhandel: Für den Versand einer Vinted-Bestellung an eine Packstation werden neuerdings 3,20 Euro fällig, berichtet Haendlerbund.de. Grundlage ist demnach die neue Versandart „DHL Warenversand“. Wird die Sendung an eine Filiale oder einen Paketshop adressiert, liegt der Preis bei bis zu 3,69 Euro. Damit rückt DHL in ein Preisfeld vor, das bislang vor allem Hermes, DPD und GLS besetzten.
Für die Logistik im Plattformgeschäft ist der Schritt relevant, weil DHL auf Vinted bisher meist rund einen Euro teurer war als die Konkurrenz. Deren günstigste Angebote gelten allerdings ebenfalls nur ohne Haustürzustellung, etwa bei Lieferungen von Paketshop zu Paketshop. DHL zieht nun mit einem vergleichbaren Modell nach: Die neue Option gilt für Packstationen, Filialen und Paketshops, eine Lieferung an die Hausanschrift ist damit nicht vorgesehen.
Günstiger Preis, eingeschränkter Komfort
Für Käuferinnen und Käufer bedeutet der neue Tarif vor allem einen niedrigeren Preis, solange sie die Bestellung selbst abholen. Wer Vinted-Ware weiterhin nach Hause geliefert bekommen möchte, muss laut den vorliegenden Angaben ein reguläres DHL-Paket oder -Päckchen buchen. Diese Varianten bleiben teurer. Auch für Verkaufende ändert sich der Ablauf: Vinted stellt lediglich einen QR-Code bereit. Ein Label zum Ausdrucken zu Hause gibt es nicht; es entsteht erst an der Packstation oder in der Filiale.
Damit verbindet DHL einen aggressiveren Preis mit einem stärker standardisierten Prozess. Der neue Versand passt zu Plattformen, auf denen viele private Verkäufe mit niedrigem Warenwert abgewickelt werden. Gerade dort entscheidet der Versandpreis häufig darüber, ob sich ein Kauf noch lohnt. Der Preisabstand zu anderen Paketdiensten schrumpft deutlich, während die Abholung an einem DHL-Standort zur Voraussetzung wird.
Lockerung bei Verpackung und Maßen
Bemerkenswert ist weniger der Tarif als die gemeldete Kehrtwende bei Verpackung und Prüfung. Laut einem weitergeleiteten Rundschreiben sollen Filialen Gewicht und Abmessungen künftig nicht eigens kontrollieren, solange Sendungen unter 31,5 Kilogramm bleiben und höchstens 200 Zentimeter lang sind. Zudem müssen sie nicht quader- oder rollenförmig verpackt sein.
Auch reißfeste Tüten sollen akzeptiert werden, sofern es sich nicht um dünne Müllsäcke handelt. Für DHL wäre das eine deutliche Lockerung gegenüber der bisherigen Praxis, bei der formstabile Kartons und Sperrgutregeln eine größere Rolle spielten. Gerade auf Secondhand-Plattformen wie Vinted könnten Versandtaschen dadurch an Bedeutung gewinnen, weil viele Artikel leicht, weich und unempfindlich sind.
Noch kein bestätigter Rollout
Öffentlich bestätigt hat DHL die Details bislang nicht. Die Angaben stützen sich auf ein Rundschreiben sowie auf Berichte des Paketbranchen-Kanals Paketda. Ein flächendeckender Rollout ist nach aktuellem Stand ebenfalls offen. Unklar bleibt zudem, ob weitere Online-Marktplätze den „DHL Warenversand“ integrieren.
Paketda hält es für denkbar, dass Plattformen wie Ebay oder Kleinanzeigen folgen könnten. Damit bliebe der neue Tarif vorerst ein Testfeld im Wettbewerb um kleinteilige Plattformsendungen. Der nächste Prüfpunkt ist, ob DHL die Konditionen offiziell bestätigt und ob der Warenversand über Vinted hinaus verfügbar wird.
