Google will KI-Agenten die lästige Routinearbeit beim Einkaufen überlassen, die Markenwahl und den Preisvergleich aber den Nutzern, und genau dort Werbung platzieren, berichtet Businessinsider.de. Nicht jeder Kunde wolle das billigste Angebot, oft entscheide auch Markentreue oder Serviceleistungen, argumentiere Chief Business Officer Philipp Schindler. Der Hintergrund: Der KI-Modus beschere Google mehr Suchanfragen als je zuvor, aber nicht im gleichen Maß Umsatz, was Investoren beunruhige. Der Konzern teste bereits gekennzeichnete gesponserte Links in KI-generierten Listen und Angebote bei der Reiseplanung.
Google skizziert ein neues Rollenmodell für den Einkauf mit KI-Agenten: Die Systeme sollen die mühsame Produktsuche und andere Routinearbeit beim Einkaufen übernehmen, während Nutzer weiterhin über Marken, Preise, Rabatte und Serviceleistungen abwägen. Darüber berichtet Businessinsider.de. Für Philipp Schindler, Chief Business Officer von Google, liegt genau in diesem Abwägungsprozess der künftige Raum für kommerzielle Angebote.
Google sucht den Platz für Anzeigen im KI-Einkauf
Schindler argumentiert, Kunden wollten beim Einkaufen nicht grundsätzlich die billigste Option. Markentreue, Kundenservice, Rabatte oder unterschiedliche Leistungsbestandteile könnten ebenso ausschlaggebend sein. Als Beispiel nannte er Versicherungsprodukte, bei denen eine Option zwar eine höhere Prämie haben könne, dafür aber eine niedrigere Selbstbeteiligung oder einen attraktiven Rabatt biete. Aus Googles Sicht entsteht damit ein Umfeld, in dem Werbung weiterhin relevant bleibt, solange sie als Teil einer transparenten Auswahl erscheint.
Der Konzern will klassische Suchanzeigen offenbar nicht einfach in Chatbots übertragen. Stattdessen testet Google bereits neue Formate, darunter klar gekennzeichnete gesponserte Links in KI-generierten Listen sowie Angebote im Rahmen der Reiseplanung. Die Botschaft an Werbekunden lautet: Auch wenn KI-Agenten Suchaufgaben automatisieren, bleibt die menschliche Kaufentscheidung ein kommerzieller Kontaktpunkt.
Mehr Suchanfragen, aber weniger Monetarisierung
Der Vorstoß hat einen klaren wirtschaftlichen Hintergrund. Googles KI-Modus führt nach Unternehmensangaben zu mehr Suchanfragen als je zuvor. Gleichzeitig verdient Google damit nicht im gleichen Umfang Geld wie mit der klassischen Suche. Genau diese Lücke beunruhigt Investoren, weil KI-Chatbots und Agenten das bisherige Kerngeschäft mit Suchanzeigen verändern könnten.
Die Quartalszahlen zeigen die Spannung zusätzlich: Alphabet meldete für das dritte Quartal einen Umsatz von 127,58 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 109,5 Milliarden Euro. Damit lag der Konzern knapp unter den Analystenerwartungen von 109,8 Milliarden Euro. Der Gewinn je Aktie betrug 2,12 US-Dollar; erwartet worden waren etwa 3,01 US-Dollar. Belastet wurde das Ergebnis durch einen nicht realisierten Verlust von rund sieben Milliarden Euro auf die Beteiligung an SpaceX. Nachbörslich fiel die Aktie um rund zehn Prozent.
