Foto: IT-Azubi arbeitet im hellen Labor am Laptop neben Schaltplan und Steckbrett
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KI-Nachhilfe: IT-Azubis lösen Aufgaben von Ingenieuren

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Mit ChatGPT lösen IT-Azubis Aufgaben studierter Ingenieure, zeigt eine Studie des Ifo-Instituts. Bei Hochschulaufgaben steige der Punkteanteil mit KI von rund 41 auf 70 Prozent, bei Aufgaben der Abschlussprüfung verdreifache er sich von 22 auf 66 Prozent. Das Verständnis leide darunter zumindest kurzfristig nicht. Am besten schneide ab, wer die eigene KI-Kompetenz hoch einschätze. Die bringe sich die Mehrheit selbst bei: Von den 84 Prozent, die KI in der Berufsschule nutzen, lerne dort nur jeder Sechste den richtigen Umgang.

ChatGPT hebt IT-Azubis auf Hochschulniveau

Eine neue Studie des Ifo-Instituts zeigt, wie stark Generative KI die Leistungsfähigkeit angehender IT-Fachkräfte erweitern kann. In einem Feldexperiment mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung, der Technischen Universität München und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg bearbeiteten Auszubildende Aufgaben, die teils dem Niveau studierter Software- und Netzwerkingenieure entsprachen. Mit ChatGPT erreichten sie bei Hochschulaufgaben rund 70 Prozent der möglichen Punkte. Ohne KI lag der Wert bei etwa 41 Prozent.

Auch bei Aufgaben auf dem Niveau der Abschlussprüfung zeigte sich ein deutlicher Effekt. Der Punkteanteil stieg mit KI von rund 22 auf 66 Prozent. Laut den Forschenden hilft ChatGPT besonders in Situationen, in denen Auszubildende allein nicht weiterkommen. Viele Teilnehmende ohne KI versuchten die schwersten Aufgaben gar nicht erst. Mit Unterstützung bearbeiteten sie ein breiteres Aufgabenspektrum, einschließlich Anforderungen jenseits des regulären Lehrplans.

Kein kurzfristiger Nachteil beim Verständnis

Die Studie prüfte zudem, ob die Nutzung von ChatGPT das fachliche Verständnis beeinträchtigt. Direkt nach jeder Aufgabe beantworteten alle Teilnehmenden inhaltliche Fragen ohne Hilfsmittel. Die Gruppe mit KI schnitt dabei nirgends schlechter ab, häufig sogar besser. Die Ergebnisse sprechen damit gegen einen unmittelbaren Verständnisverlust nach der Bearbeitung. Offen bleibt jedoch, ob die Leistungssteigerungen langfristig stabil bleiben und ob das Gelernte dauerhaft erhalten wird.

Besonders erfolgreich waren Auszubildende, die ihre eigenen KI-Kompetenzen beim Arbeiten und Lernen höher einschätzten. Diese Fähigkeit entsteht bislang überwiegend außerhalb strukturierter Anleitung. Zwar nutzen 84 Prozent der befragten Azubis KI bereits in der Berufsschule. Doch nur 16 Prozent lernen dort, wie sie richtig damit umgehen. Damit verweist die Studie auf eine Lücke zwischen alltäglicher Nutzung und systematischer Vermittlung.

Feldexperiment im regulären Unterricht

Die Forschenden führten das Experiment von Oktober 2025 bis Januar 2026 im normalen Berufsschulunterricht durch. Beteiligt waren zwölf Berufsschulen in sechs Bundesländern sowie 673 angehende Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und Systemintegration im letzten Ausbildungsjahr. Ein Kartenlos teilte sie zufällig in zwei Gruppen ein: Eine arbeitete mit ChatGPT Pro und Internet, die andere ohne Internet, wie es derzeit in Prüfungen üblich ist.

Alle Teilnehmenden bearbeiteten vier Aufgaben: einen Vortest, eine Aufgabe auf Prüfungsniveau und zwei Aufgaben auf Hochschulniveau. Die Ergebnisse zeigen, dass KI in der beruflichen IT-Ausbildung erhebliche Leistungsreserven erschließen kann. Der nächste Prüfpunkt ist, ob diese Effekte auch über den unmittelbaren Aufgabenmoment hinaus bestehen; genau das soll weitere Forschung klären.

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