Bei einer Mastercard-Demonstration auf der Konferenz „Cloudflare Connect“ hat ein KI-Agent neun Zahlungen an zwei Dienstleister selbst ausgelöst, berichtet Retail-News.de. Er habe Social-Media-Daten und acht Werbemotive beschafft, ohne Kundenkonto und innerhalb eines vorab freigegebenen Budgets. Für jede Zahlung habe der Agent einen signierten Beleg erstellt; der Anbieter könne diesen prüfen und liefern, ohne auf das Geld zu warten. Die Belege könnten gesammelt und später gebündelt eingelöst werden, was auch kleine Beträge wirtschaftlich mache.
Mastercard testet autonome Zahlungen für KI-Agenten
Mastercard erweitert seine Zahlungsinfrastruktur um „Agent Pay for Machines“ und adressiert damit einen zentralen Bedarf automatisierter Systeme: KI-Agenten sollen digitale Dienstleistungen eigenständig beauftragen und bezahlen können. Bei einer Demonstration auf der Konferenz „Cloudflare Connect“ löste ein Agent neun Zahlungen an zwei Dienstleister selbst aus, berichtet Retail-News.de. Er beschaffte Social-Media-Daten und acht Werbemotive, ohne dafür Kundenkonten bei den Anbietern anzulegen.
Der Ansatz richtet sich an Unternehmen, die KI-Agenten konkrete Aufgaben und Budgets zuweisen wollen. Innerhalb dieser Grenzen können die Systeme kostenpflichtige Daten, Rechenleistung, Softwaremodelle oder digitale Schnittstellen nutzen. Separate API-Vereinbarungen, vorausbezahlte Guthaben oder einzelne Rechnungsprozesse sollen dadurch an Bedeutung verlieren.
Zahlungsbelege statt sofortiger Abrechnung
Technische Grundlage ist das offene Internetprotokoll x402. Fordert ein digitaler Dienst eine Vergütung an, sendet er den HTTP-Statuscode „402 Payment Required“. Der Agent erstellt daraufhin einen digital signierten Zahlungsbeleg, der nur innerhalb der zuvor genehmigten Berechtigungen und Ausgabenlimits gültig ist. Damit trennt Mastercard die Autorisierung einer Ausgabe von der späteren finanziellen Abwicklung.
Anbieter können den Beleg prüfen und ihre Leistung bereitstellen, ohne auf den endgültigen Zahlungsausgleich zu warten. Die Vorgänge werden zunächst außerhalb einer Blockchain verarbeitet. Belege lassen sich sammeln und später gebündelt einlösen. Dadurch sollen auch kleine Beträge wirtschaftlich abwickelbar werden, etwa bei vielen einzelnen Daten- oder API-Abrufen.
Pilotfall mit Kampagne für einen Proteinriegel
Im gezeigten Anwendungsfall arbeitete Mastercard mit der Marketingagentur Hype. Der KI-Agent erhielt den Auftrag, eine beispielhafte Kampagne für die Einführung eines Proteinriegels vorzubereiten. Nach Budgetfreigabe kaufte er zunächst Informationen für eine Social-Media-Analyse beim Anbieter AIsa. Anschließend ließ er über Cloudflare AI Gateway acht Werbemotive erzeugen.
Insgesamt führte das System neun Transaktionen an zwei voneinander unabhängige Dienstleister aus. Alle Zahlungen blieben innerhalb des freigegebenen Budgets. Ein separates Kundenkonto je Anbieter war ebenso wenig erforderlich wie ein einzelner Rechnungsprozess. Für das Payment-Ökosystem zeigt der Test, wie autonome Agenten in bestehende Abrechnungslogiken eingebunden werden könnten.
Partner aus Zahlungs- und Blockchain-Infrastruktur
Für die Umsetzung arbeitet Mastercard mit mehreren Unternehmen zusammen. Die Coinbase Developer Platform stellt im Pilotprojekt die Wallet-Infrastruktur bereit. Base wird für die Blockchain-Abwicklung eingesetzt. BVNK übernimmt Funktionen rund um Wallets und Zahlungen und nutzt dafür die Mastercard Global Money Platform.
Damit sollen Transaktionen sowohl in klassischen Währungen als auch mit Stablecoins möglich sein. Mastercard positioniert sich als verbindende Infrastruktur für Berechtigungen, Zahlungsnachweise und bestehende Finanzsysteme. Nach Pilotprojekten mit Cloudflare, Ant International, AIsa, Base, BVNK, Coinbase und Hype öffnet Mastercard das Programm „Agent Pay for Machines Early Access“ für Entwickler und Testumgebungen.
