Google bietet seit Juni auch Beschäftigten in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Kanada und Japan Abfindungen für den freiwilligen Abschied an, berichtet Reuters.com. Der Konzern wolle so Kosten sparen, während er massiv in KI investiere. So erhalte offenbar niemand, der für die Cloud-Sparte oder die KI-Tochter DeepMind arbeite, ein Angebot. In der Schweiz gebe es ein Monatsgehalt pro Dienstjahr, aber höchstens zwölf. In mindestens einem Fall habe Google nach den Angeboten in einer Sparte doch noch Stellen gestrichen.
Google hat sein Programm für freiwillige Abgänge im Juni auf mehrere Länder ausgeweitet. Beschäftigte in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Kanada und Japan erhielten nach Angaben von Reuters.com Angebote für Abfindungen, wenn sie das Unternehmen freiwillig verlassen. Der Schritt ist Teil einer Kostendisziplin, während Alphabet zugleich hohe Mittel in KI investiert. Google bestätigte gegenüber Reuters, dass einige Teams 2025 ein freiwilliges Exit-Programm mit Abfindungen eingeführt und dieses im Juni in ausgewählten Ländern global erweitert hätten.
Kostenkontrolle bei weiterem KI-Ausbau
Der Konzern steht damit vor einer doppelten Aufgabe: Die Ausgaben für künstliche Intelligenz steigen deutlich, zugleich reagiert der Kapitalmarkt sensibel auf hohe Investitionen und mögliche Belastungen der Marge. Alphabet hat seine Belegschaft in den vergangenen Quartalen weiter ausgebaut, versucht aber nach Reuters-Angaben, Ressourcen stärker auf priorisierte Bereiche zu lenken. KI und Cloud Computing wurden von Finanzchefin Anat Ashkenazi in Quartalspräsentationen wiederholt als zentrale Einstellungsfelder hervorgehoben.
Das zeigt sich auch in der Auswahl der betroffenen Bereiche. Beschäftigte von Google Cloud und der KI-Tochter DeepMind waren von früheren Buyout-Angeboten ausgenommen; die jüngste Ausweitung scheint diesem Muster zu folgen. Nach den vorliegenden Informationen erhielt offenbar niemand aus diesen besonders strategischen Einheiten ein Angebot. Damit zielt das Programm vor allem auf Teams außerhalb jener Bereiche, in denen Google weiter Personal und Investitionen bündelt.
Schweiz: Bis zu zwölf Monatsgehälter
Für die Schweiz liegen besonders konkrete Angaben vor. Dort beschäftigt Google rund 5.000 Mitarbeitende und betreibt in Zürich einen wichtigen Engineering-Standort. Drei mit der Sache vertraute Personen sagten Reuters, das Programm habe mehrere Sparten umfasst, DeepMind jedoch ausgeschlossen. Die Angebote wurden Mitte Juni angekündigt; Rückmeldungen an Bewerberinnen und Bewerber folgten demnach bis Mitte Juli. Erste Beschäftigte verließen das Unternehmen ab August.
Die Konditionen in der Schweiz lagen laut Reuters bei einem Monatsgehalt pro Dienstjahr, begrenzt auf maximal zwölf Monatsgehälter. In einem beschriebenen Fall nahmen mindestens vier Beschäftigte aus einem Team von rund 50 Personen das Angebot an. Wie viele Mitarbeitende insgesamt in den fünf Ländern zugesagt haben, konnte Reuters nicht ermitteln. Google selbst nannte keine Zahl.
Freiwillige Abgänge schließen Kürzungen nicht aus
Die Angebote knüpfen an ähnliche Programme an, die Google seit dem Vorjahr in einzelnen Bereichen in den USA und Großbritannien aufgelegt hatte. Führungskräfte beschrieben das Modell als Option für Beschäftigte, die sich mit Tempo oder Ausrichtung des Unternehmens nicht mehr identifizieren. Zugleich zeigt ein von Reuters genannter Fall, dass freiwillige Abgänge spätere Einschnitte nicht ausschließen: In mindestens einer Sparte folgte auf entsprechende Angebote eine Runde von Entlassungen.
Auch andere große Technologiekonzerne setzen auf freiwillige Abfindungsprogramme, um Kosten zu steuern. Microsoft bot Reuters zufolge in der Vorwoche freiwillige Buyouts für 60.000 Beschäftigte an. Bei Google bleibt vorerst offen, wie stark die Programme die Personalstruktur in den betroffenen Ländern verändern. Belegt sind die Ausweitung seit Juni, die Ausnahmen für strategische KI- und Cloud-Bereiche sowie die Schweizer Konditionen mit maximal zwölf Monatsgehältern.
