Foto: Büroarbeiter reibt sich am Schreibtisch die Augen, die Hand auf der Maus vor einem unscharfen Monitor.
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KI-Nutzer sitzen bis zu 90 Minuten länger am Rechner

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Wer regelmäßig KI nutzt, sitzt länger am Rechner als Kollegen ohne KI, zitiert Techradar.com eine Studie von ActivTrak. Der digital erfasste Arbeitstag der KI-Nutzer spanne 8,4 bis 9,1 Stunden, bei Nicht-Nutzern 7,6 Stunden – bis zu 90 Minuten Unterschied. Wer intensiv mit KI arbeite, hänge zudem 18 Minuten nach Feierabend an, springe häufiger zwischen Programmen und konzentriere sich in kürzeren Etappen. Immerhin liege bei ihm der Meeting-Anteil bei nur drei Prozent des Tages, gegenüber fünf Prozent ohne KI..

Eine Analyse von ActivTrak stellt ein zentrales Versprechen der Automatisierung infrage: Beschäftigte, die regelmäßig KI nutzen, arbeiten im digital erfassten Arbeitsalltag länger als Kolleginnen und Kollegen ohne entsprechende Tools. Wie TechRadar berichtet, lag der Arbeitstag von KI-Nutzern im Untersuchungszeitraum bei durchschnittlich 8,4 bis 9,1 Stunden. Beschäftigte ohne KI-Einsatz kamen auf 7,6 Stunden. Damit ergibt sich ein Abstand von bis zu 90 Minuten pro Tag.

Längere Tage trotz Produktivitätsversprechen

Die Untersuchung basiert auf digitaler Arbeitsaktivität von mehr als 9.000 Beschäftigten aus 467 Unternehmen. Erfasst wurde der Zeitraum vom 1. April bis zum 25. September 2026. Besonders deutlich fallen die Werte bei sogenannten Heavy Usern aus. Gemeint sind Beschäftigte, die KI-Tools mehr als 45 Minuten in mindestens fünf Sitzungen pro Tag verwenden. Diese Gruppe arbeitete zusätzlich 18 Minuten nach Feierabend im Vergleich zu Nicht-Nutzern.

Zugleich zeigt die Studie, dass intensive KI-Nutzung mit einem fragmentierteren Arbeitsmuster einhergeht. Heavy User wechselten häufiger zwischen Anwendungen und hatten kürzere Phasen ununterbrochener Konzentration. Das deutet darauf hin, dass KI zwar einzelne Aufgaben beschleunigen kann, die Arbeit aber stärker taktend und wechselhaft organisiert wird. Ein positiver Befund: Der Anteil von Meetings lag bei intensiven KI-Nutzern bei nur drei Prozent des Arbeitstags. Bei Beschäftigten ohne KI waren es fünf Prozent.

Softwareentwicklung und Operations besonders betroffen

Bei den Rollen nennt ActivTrak unter anderem Software Engineers und Operations Manager als Gruppen mit hoher KI-Nutzung. Softwareentwickler kamen auf durchschnittlich 0,6 Anwendungswechsel pro Stunde und verbrachten 78,5 Prozent ihrer aktiven Zeit in zentralen Coding-Anwendungen. Operations Manager nutzten häufiger browserbasierte KI-Tools. Sie verbrachten 75,5 Prozent ihrer aktiven Zeit in Kernanwendungen und lagen im Schnitt bei 1,1 Anwendungswechseln pro Stunde. In Phasen starker Koordination stieg dieser Wert auf 4,1 Wechsel pro Stunde.

Gabriela Mauch, Chief Customer Officer und Leiterin des ActivTrak Productivity Lab, ordnet die Ergebnisse entsprechend vorsichtig ein. KI könne Beschäftigten helfen, Aufgaben schneller abzuschließen. Die Daten zeigten jedoch zugleich längere Arbeitstage, mehr Anwendungswechsel und kürzere Fokusphasen. Für Führungskräfte reiche es daher nicht, den Einsatz von KI allein als Ziel zu betrachten. Maßgeblich seien messbare Effekte auf Produktivität, Effizienz und geschäftliche Leistung.

Erwartungen bleiben hoch, Ergebnisse begrenzt

Die ActivTrak-Ergebnisse treffen auf eine breitere Debatte über den Nutzen von KI im Arbeitsalltag. TechRadar verweist zusätzlich auf Daten von Gartner. Demnach erreichen bislang nur drei Prozent der Organisationen ihre Ziele bei Produktivität, Effizienz und Kostensenkung durch umfangreiche KI-Implementierungen. Gleichzeitig erwarten drei Viertel der Führungskräfte einen erheblichen Einfluss der Technologie auf ihre Organisation.

Die Investitionsbereitschaft bleibt dennoch hoch. Laut Gartner planen 85 Prozent der Führungskräfte, 2027 mehr für KI auszugeben, obwohl 38 Prozent bereits über dem Budget liegen. Der offene Prüfpunkt bleibt damit, ob Unternehmen den KI-Einsatz stärker an messbaren Ergebnissen ausrichten können. Die nächsten belastbaren Hinweise dürften aus den Budgets und Produktivitätskennzahlen für 2027 kommen.

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