Foto: Liefermitarbeiter prüft ein Paket mit Handscanner neben weißem Transporter in sauberer Logistikhalle
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MercadoLibre wächst um 45 Prozent

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MercadoLibre hat im dritten Quartal 448 Mio. Dollar verdient und damit die erwarteten 476 Mio. Dollar verfehlt, berichtet Reuters.com. Dabei sei der Umsatz um 45 Prozent auf 10,75 Mrd. Dollar gewachsen, getrieben von der Nachfrage in Brasilien. Die operative Marge sei von knapp zehn auf 6,3 Prozent geschrumpft. Steigende Spritkosten reiche der ursprünglich argentinische Marktplatz über höhere Versandgebühren an die Händler weiter.

MercadoLibre bleibt im dritten Quartal auf Wachstumskurs, muss dafür aber spürbare Belastungen bei der Profitabilität hinnehmen. Der lateinamerikanische E-Commerce- und Fintech-Konzern erzielte im Zeitraum Juli bis September einen Nettogewinn von 448 Mio. Dollar und lag damit unter den von Analysten erwarteten 476 Mio. Dollar, wie Reuters.com berichtet. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Gewinn dennoch um rund sechs Prozent. Damit kehrte MercadoLibre nach drei Quartalen mit Rückgängen wieder in die Gewinnzone des Wachstums zurück.

Ausbau der Kapazitäten drückt die Marge

Die Hauptbelastung kam aus höheren Ausgaben für Logistik, Kapazitäten und Marketing. MercadoLibre erhöhte die Fulfillment-Kapazität im Vergleich zum Vorquartal um etwa 20 Prozent. Im Vorjahreszeitraum hatte der Ausbau bei rund zehn Prozent gelegen. Das Unternehmen bereitet sich damit auf große Aktionszeiträume wie den Black Friday und das Weihnachtsgeschäft vor. Finanzchef Martin de los Santos erklärte, in einer Phase des Kapazitätsaufbaus entstünden die Kosten, bevor die zusätzlichen Umsätze sichtbar würden.

Die operative Marge fiel dadurch von knapp zehn Prozent im Vorjahr auf 6,3 Prozent. Analysten hatten laut LSEG mit etwa sieben Prozent gerechnet. Zusätzlich belasteten höhere Kosten für kostenlosen Versand, vor allem nach Expansionen in Argentinien und Brasilien. Steigende Spritpreise erhöhten den Kostendruck weiter. MercadoLibre reagierte darauf mit höheren Versandgebühren für Händler.

Brasilien treibt den Umsatzanstieg

Beim Umsatz schnitt der Konzern besser ab als erwartet. Der Nettoerlös inklusive Finanzerträgen stieg um 45 Prozent auf 10,75 Mrd. Dollar und übertraf damit den Analystenkonsens von 10,66 Mrd. Dollar. Besonders Brasilien trug zum Wachstum bei. Dort investierte MercadoLibre zugleich stärker in Marketing, um Nachfrage und Nutzung weiter auszubauen. Die Zahlen zeigen den Zielkonflikt der vergangenen Quartale: Das Unternehmen verteidigt seine starke Position in Lateinamerikas Onlinehandel und digitalen Finanzdiensten mit hohen Investitionen, nimmt dafür aber niedrigere Margen in Kauf.

An der Börse wurde der Margendruck deutlich abgestraft. Die Aktie fiel nachbörslich um rund acht Prozent auf etwa 1.600 Dollar. Seit Jahresbeginn liegt sie damit rund 14 Prozent im Minus, nachdem sie zwischen 2023 und 2025 um nahezu 140 Prozent gestiegen war. De los Santos betonte dennoch, die Investitionen wirkten: Kunden kauften häufiger, die Nutzung steige, und das Management bleibe für die langfristige Margenentwicklung optimistisch.

Fintech-Geschäft wächst langsamer, KI bleibt intern

Auch die Finanzsparte Mercado Pago wuchs weiter. Das Kreditportfolio legte im Jahresvergleich um 62 Prozent zu, allerdings langsamer als in den vorangegangenen Quartalen. In Brasilien und Argentinien vergibt MercadoLibre neue Kredite vorsichtiger, weil das Kreditumfeld laut Management komplexer geworden ist.

Beim Thema KI verfolgt der Konzern vorerst einen kontrollierten Ansatz. CEO Ariel Szarfsztejn sagte in einer Telefonkonferenz, MercadoLibre lasse derzeit keine externen agentischen Shopping-Tools auf das eigene Inventar zugreifen oder automatisch Bestellungen für Nutzer auslösen. Stattdessen will das Unternehmen die Einkaufserfahrung intern entwickeln. Ein KI-Shopping-Assistent wird bereits mit einem kleinen Teil der Nutzerbasis getestet; konkrete Leistungsdaten wurden bislang kaum veröffentlicht. Der nächste Prüfpunkt bleibt, ob die höheren Logistikkapazitäten im Weihnachtsquartal die erwartete Umsatzwirkung entfalten.

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