Foto: Lagerarbeiter prüft kleinen Holztisch neben Lampe und Versandkartons in sauberem Einrichtungslager
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Westwing: Fremdmarken dreimal schneller als Eigenmarke

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Westwing hat seinen Quartalsumsatz um 12,5 Prozent auf 111,4 Mio. Euro gesteigert, berichtet Retail-News.de. Den Schub liefere das Geschäft außerhalb des DACH-Raums mit 21,5 Prozent Plus; im Heimatmarkt seien es 4,5 Prozent. Das Fremdmarkengeschäft wachse mehr als dreimal so schnell wie die Eigenmarke. Die bereinigte Ebitda-Marge sinke wegen höherer Transport- und Logistikkosten auf 5,8 Prozent. Gegensteuern wolle der Einrichtungshändler mit Preisanpassungen und höheren Versandgebühren.

Westwing hat im dritten Quartal 2026 deutlich zugelegt. Der Online-Einrichtungshändler steigerte den Umsatz laut Retail-News.de um 12,5 Prozent auf 111,4 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte der Umsatz bei 99 Millionen Euro gelegen. Getragen wurde das Wachstum vor allem von Märkten außerhalb der DACH-Region, während Deutschland, Österreich und die Schweiz moderater zulegten.

Internationale Märkte liefern den stärksten Beitrag

Außerhalb der DACH-Region stiegen die Erlöse um 21,5 Prozent auf 56,7 Millionen Euro. Impulse kamen insbesondere aus Märkten, die Westwing seit 2024 erschlossen hat. In Deutschland, Österreich und der Schweiz erhöhte sich der Umsatz um 4,5 Prozent auf 54,7 Millionen Euro. Das konzernweite Bruttowarenvolumen wuchs um sieben Prozent, die Zahl aktiver Kunden lag 13 Prozent über dem Vorjahreswert.

Zusätzlichen Umsatz brachten Bestellungen aus dem zweiten Quartal, deren Auslieferung sich durch die Umstellung interner Bestell- und Lagerverwaltungssysteme verzögert hatte. Diese Effekte zeigen, wie stark Wachstum, Technologieprojekte und Logistik im operativen Geschäft miteinander verbunden sind. In den ersten neun Monaten 2026 erzielte Westwing insgesamt 344,6 Millionen Euro Umsatz. Das entspricht einem Plus von 12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Fremdmarken wachsen schneller als die Eigenmarke

Die Westwing Collection bleibt die wichtigste Umsatzsäule des Unternehmens. Ihr Anteil am Bruttowarenvolumen lag im dritten Quartal bei 64 Prozent, nach 66 Prozent ein Jahr zuvor. Während die Eigenmarke um vier Prozent wuchs, legte das Geschäft mit externen Marken um 13 Prozent zu. Damit entwickelte sich das Fremdmarkengeschäft mehr als dreimal so schnell wie die Westwing Collection.

Die Nachfrage wurde neben der geografischen Expansion auch durch wiederkehrende Verkaufsaktionen unterstützt. Für Westwing verschiebt sich damit die Wachstumsdynamik innerhalb des Sortiments. Die Eigenmarke bleibt relevant, während externe Marken im Quartal einen stärkeren Beitrag zum zusätzlichen Bruttowarenvolumen lieferten.

Kostendruck belastet die Marge

Das bereinigte EBITDA verbesserte sich im dritten Quartal um 7,1 Prozent auf 6,5 Millionen Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge sank jedoch von 6,1 auf 5,8 Prozent. Hauptgründe waren höhere Transport- und Warenabwicklungskosten. Die Bruttomarge ging auf 51,2 Prozent zurück, zugleich stieg die Kostenquote für die Auftragsabwicklung auf 21,6 Prozent.

Belastend wirkten höhere Treibstoffpreise, temporäre Folgen der IT-Umstellung und Anlaufkosten für die Logistik in Großbritannien. Einen Teil des Drucks konnte Westwing über effizientere Ausgabenstrukturen abfedern. Die Kosten für Marketing blieben mit 13,4 Millionen Euro nahezu stabil. Ihr Anteil am Umsatz sank von 13,4 auf 12,1 Prozent. Auch die allgemeinen Verwaltungskosten entwickelten sich im Verhältnis zum Umsatz günstiger, obwohl sie absolut auf 18,7 Millionen Euro stiegen.

Cashflow schwächer, Jahresziel bestätigt

Der freie Cashflow drehte im dritten Quartal auf minus 0,7 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte Westwing noch 10,4 Millionen Euro erzielt. Ausschlaggebend war vor allem der saisonale Lageraufbau, der den operativen Cashflow mit sieben Millionen Euro belastete. Zum Quartalsende verfügte das Unternehmen über eine Nettoliquidität von 62,8 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten summierte sich der negative freie Cashflow auf 12,1 Millionen Euro, zusätzlich flossen acht Millionen Euro in Aktienrückkäufe.

Für das Gesamtjahr 2026 bestätigt Westwing die Prognose. Erwartet wird ein Umsatz von 470 bis 495 Millionen Euro, was einem Wachstum von fünf bis zehn Prozent entspricht. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 36 und 48 Millionen Euro liegen, die Marge bei 7,7 bis 9,7 Prozent. Gegen höhere Transport- und Logistikkosten setzt das Unternehmen auf Preisanpassungen, höhere Versandgebühren und Effizienzmaßnahmen; erste Verbesserungen der Margenentwicklung waren nach Unternehmensangaben bereits im Oktober sichtbar.

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