Digitale Bezahlsysteme: Das Sterben hat begonnen

Digitale Bezahlsysteme: Das Sterben hat begonnen

Das elektronische Bezahlen im Internet oder per Handy setzt sich nicht durch: Zwei von drei Kunden machen nicht mit. Sie schwören nach wie vor auf die herkömmlichen Zahlverfahren wie Rechnung und Nachnahme.

Björn BöerBjörn BöerChefredakteur
2 Min.· Aktualisiert am
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Selbst bereits etablierte Systeme wie Geldkarte, "Paybox" oder Kreditkarte werden demnach nur von einer Minderheit der Verbraucher bei Einkäufen in der digitalen Welt eingesetzt - ganz zu schweigen von den rund 50 anderen Verfahren. Die Folge: Keinem Anbieter ist es bisher gelungen, einen Marktanteil von mehr als 3% zu erringen. Dabei ist für mehr als die Hälfte der Kunden eine ausreichende Verbreitung Grundvoraussetzung für den Umstieg.

Der Kunde steht einer verwirrenden Vielfalt von Bezahlarten gegenüber - ob per Kreditkartennummer, Lastschrift, Geldkartenlesegerät, über das Handy ("Paybox"), mit Prepaid-Karte ("PaySafe") oder via 0190-Anruf ("net900"). Bisher erfüllt laut Untersuchung kein System die Anforderungen von Kunden, Banken und Händlern, dementsprechend wird auch keines dieser Systeme flächendeckend akzeptiert.

Nun - so die Einschätzung von Mummert + Partner - steht eine Konsolidierung des Marktes an. Innerhalb der nächsten drei Jahre werden voraussichtlich drei von vier Bezahlsystemen mangels Erfolg eingestellt, prognostizieren die Unternehmensberater.

Dabei sind die Anforderungen beim digitalen Bezahlen klar: Der Kunde will Sicherheit, eine hohe Verbreitung und keinen unnötigen Aufwand wie die Installation einer speziellen Software. Der Händler verlangt so wenig Zahlungsausfälle wie möglich, geringe Gebühren und eine hohe Verbreitung. Hier sitzt er mit den Banken in einem Boot. Sie wollen darüber hinaus das digitale Bezahlen an bisher gängige Zahlungsmittel - wie zum Beispiel die Kreditkarte - koppeln.

Doch die Realität ist ernüchternd: Die Liste der bereits gescheiterten Versuche wächst stetig. Jüngstes Opfer war erst vor wenigen Wochen "Payitmobile". Schon im vergangenen Jahr kam das Aus für das Prepaid-Bezahlsystem "eCash" der Deutschen Bank: Der Kunde wollte kein Geld im Voraus auf ein eigenes Online-Bezahlkonto legen. Auch der Anbieter "Millicent" blieb erfolglos - die Notwendigkeit, bei jedem Händler ein Konto zu eröffnen, machte es zu kompliziert. Ähnlich erging es "CyberCash", das nur mit registrierten Händlern zusammenarbeitete. Auch "CyberCoin", "DigiCash" und "Electronic Debit Direct" (edd) fielen der mangelnden Akzeptanz zum Opfer. Das Sterben der Bezahlsysteme geht weiter. (ST)


KONTAKT:

Mummert + Partner Unternehmensberatung AG
Hans-Henny-Jahnn-Weg 29
22085 Hamburg
Internet: www.mummert.de

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Björn Böer
Geschrieben vonBjörn Böer

Chefredakteur

Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.

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