3D-Illustration: Live-Shopping, Barrierefreiheit, Retouren und globale Handelsriesen im E-Commerce
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
5 Min.· Aktualisiert am
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HANDEL NATIONAL

Retouren als Show: Ebay startet Live-Auktion auf allen Kanälen
Ebay und Brainpool starten am 27. März mit „Mystery Mania“ ein Live-Auktionsformat – ganz ohne klassischen TV-Partner, berichtet Meedia.de. 50 ungeöffnete Retouren-Boxen mit einem Mindestwarenwert von je 250 Euro kämen unter den Hammer, der Gesamtwert liege bei 15.000 Euro. Zuschauer könnten über Ebay Live, Twitch, Tiktok und Youtube in Echtzeit mitbieten. Das Konzept erinnere an Kofferversteigerungen am Flughafen, ergänzt um Gameshow-Elemente wie Studio-Duelle und einen anwachsenden Jackpot.

Startkapital, Know-how, Risiko – Gen Z gründet lieber nicht
Nur 15 Prozent der Gen Z planen in den nächsten fünf Jahren eine Unternehmensgründung, so eine Ebay-Umfrage. 71 Prozent hielten den Schritt aktuell für unwahrscheinlich. Als größte Hürden benannten die Befragten fehlendes Startkapital (37 Prozent), mangelndes Know-how (31 Prozent) und ein zu hohes Risiko (28 Prozent). Auch die Bürokratie und fehlende Netzwerke verstärkten die Zurückhaltung. Ebay positioniere sich als mögliche Lösung: Niedrige Einstiegshürden, sofortige Reichweite und kostenfreie Tools könnten den Weg in die Selbstständigkeit verkürzen.

Damenmode und Sitzsäcke: Held-Group baut digitalen Vertrieb aus
Die Held-Group übernimmt den Online-Shop Sitzsack.de und erweitert damit ihr Portfolio um individualisierbare Wohn- und Lifestyle-Produkte, berichtet Retail-News.de. Das oberfränkische Familienunternehmen aus Münchberg sei bislang auf gehobene Damenmode spezialisiert. Künftig könnten Kunden ihre Sitzsäcke online zusammenstellen: Form, Größe und über 1.000 Stoffvarianten stünden zur Auswahl. Da Sitzsäcke weniger saisonabhängig seien als die Modebranche, werde das Geschäft planbarer.

EU setzt Deutschland Frist bei Barrierefreiheit im Netz
Die EU-Kommission hat Deutschland wegen unvollständiger Umsetzung des European Accessibility Act eine Zwei-Monats-Frist gesetzt, berichtet Haendlerbund.de. Im Rahmen eines Vertragsverletzungsverfahrens sehe Brüssel trotz des seit Juni 2025 geltenden Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes weiterhin Lücken im deutschen Recht. Reagiere Deutschland nicht fristgerecht, könne der Fall, samt etwaiger finanzieller Sanktionen, vor dem Europäischen Gerichtshof landen. Für Online-Händler bedeute das: Das BFSG dürfte bald strenger ausfallen.


HANDEL INTERNATIONAL


USA: Amazon, Walmart und Target im Lieferwettlauf
Amazon bietet in den USA ab sofort Lieferungen in einer oder in drei Stunden für über 90.000 Produkte an, berichtet Geekwire.com. Die bestehenden Same-Day-Hubs und eine KI-gestützte Lagerplatzierung machten das Tempo möglich. Prime-Mitglieder zahlten 9,99 beziehungsweise 4,99 Dollar pro Bestellung, ohne Prime werde es mit 19,99 und 14,99 Dollar schmerzhaft teurer. Der Wettbewerb schlafe indes nicht: Walmart biete eine eigene Ein-Stunden-Lieferung für zehn Dollar an und erreiche damit laut eigenen Angaben 95 Prozent der Haushalte. Auch Target habe ein Wachstum von 35 Prozent bei seiner Same-Day-Option erreicht.

E-Commerce erreicht in den USA 18,1 Prozent Marktanteil
Der US-Online-Handel erzielte im Januar einen Umsatz von 132,92 Mrd. Dollar – ein Plus von 10,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet Digitalcommerce360.com. Der E-Commerce-Anteil am Gesamteinzelhandel sei damit auf 18,1 Prozent gestiegen, der höchsten Wert seit dem ersten Pandemie-Monat April 2020. Stationär legten die Umsätze um 3,2 Prozent zu, online um das Dreifache. Die Rückerstattungen aus den weihnachtlichen Retouren wären offenbar direkt in neue Bestellungen geflossen und hätten wie ein Kaufkraft-Booster gewirkt.

Intermarché zeigt Yuka-Scores im Online-Shop
Die französische Supermarktkette Intermarché blendet künftig Bewertungen der Gesundheits-App Yuka direkt im Online-Shop ein, berichtet Esmmagazine.com. Zunächst erfasse die Anzeige die Beschreibung von rund 6.000 Produkten der Eigenmarken. Jeder dritte Franzose kaufe inzwischen Lebensmittel online; 23 Mio. benutzten die Bewertungs-App Yuka, um Einkäufe auf ihre Inhaltsstoffe zu überprüfen.

China vereinfacht Retouren
China vereinfacht Retouren im grenzüberschreitenden Online-Handel, berichtet Wortfilter.de. Ab dem 1. April müssten Rücksendungen nicht mehr über denselben Zollstandort laufen, über den die Ware exportiert wurde. Bisher landeten viele Retouren europäischer Käufer im Müll, weil der Rückversand den Warenwert überstieg. Die flexiblere Zollregel könnte diese Praxis eindämmen, verschaffe chinesischen Händlern aber gleichzeitig einen weiteren Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren europäischen Konkurrenten.

Shoplazza lässt KI-Agenten den Online-Shop steuern
Die E-Commerce-Plattform Shoplazza setzt auf den „Agentic Commerce“, sodass Online-Händler idealerweise nur noch Geschäftsziele formulieren müssen, statt sich durch Dashboards zu klicken, berichtet Manilatimes.net. Der hauseigene „Ecom Agent“ koordiniere KI-Agenten, die Kampagnen erstellen, die Webseiten anpassen und die Ergebnisse erfassen könnten. Der Ansatz, KI-Agenten statt manueller Workflows einzusetzen, zeichne sich als nächster Standardwechsel bei Shop-Plattformen ab. Shoplazza, 2017 in Kanada gegründet, bediene über 650.000 Händler in mehr als 180 Ländern.


Agentische KI wird bereits zum Sicherheitsrisiko
Die Zahl der KI-bezogenen Sicherheitslücken stieg 2025 um 34,6 Prozent auf 2.130 Fälle, berichtet Trendmicro.com. Seit 2018 seien insgesamt 6.086 Schwachstellen in acht Kategorien erfasst worden – von GPU-Hardware über Entwicklungswerkzeuge bis zu KI-Anwendungen. Agentische KI verzeichne mit einem Plus von 255 Prozent den stärksten Zuwachs. MCP-Server tauchten, mit 95 neu registrierten Schwachstellen, als völlig neue Angriffsfläche auf. Die Risiken verlagerten sich dabei zunehmend von der Infrastruktur- auf die Anwendungsebene: Angreifer folgten offenbar der KI direkt in die Produktion.

90 Prozent kaufen, obwohl der Kleiderschrank voll ist
Neun von zehn Verbrauchern kaufen neue Kleidung, obwohl ihre Schränke voll sind, was durch eine „emotionale Distanz“ zu den eigenen Stücken ausgelöst wird, zitiert Fashionunited.de eine Studie von Vestiaire Collective. Käufer und Käuferinnen unterschätzten ihr Garderobenvolumen um 40 Prozent, bei der Gen Z empfänden sogar 94 Prozent diesen „gefühlten Kleidungsmangel“. Körperbild-Probleme, Selbstzweifel und Unsicherheit lösten trotzdem einen Kaufreflex aus. Second-Hand-Shopper spürten diese Form der Frustration statistisch 23 Prozent seltener.

Im Marketing nutzen bereits 70 Prozent KI
Generative KI hat sich im Marketing vom Spielzeug zur Grundausstattung entwickelt, zeigt eine Studie der Organisation Werbungtreibende im Markenverband. Über 70 Prozent der befragten OWM-Mitglieder setzten GenAI bereits für interne Abläufe ein, 68 Prozent für die Content-Produktion. Knapp die Hälfte arbeite in Pilotprojekten bereits am Einsatz autonomer KI-Agenten. Bereits für das nächste Jahr erwarteten 60 Prozent, dass solche Systeme bis zu ein Drittel der Entscheidungen im Marketing beeinflussen könnten.
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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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