
Fast Food vom Lebensmittelhändler: Zu Besuch bei Rewe to Go
Rewe hat in Köln ein neues Ladenkonzept eröffnet und bietet gesundes Fast Food in bester Innenstadtlage. Wir haben den neuen "Rewe to Go"-Laden besucht.
Thomas RehmRedakteurKlicken Sie hier für eine Bildergalerie mit Fotos von Rewe to Go
Ein Besuch unter der Woche zu Mittagszeit zeigt: Die Eröffnung des neuen Marktes hat sich wohl noch nicht herumgesprochen. Nur wenige Kunden stöbern in den Regalen, in denen Sandwiches, Suppen und Sushi angeboten werden. Und das, obwohl das Kombiangebot von einem Softdrink plus einem Sandwich für 3,50 Euro durchaus verlockend klingt.
Convenience und Service
Was dem Besucher sofort auffällt: Rewe setzt in dem Convenience-Laden auf Service. Drei Mitarbeiter stehen an den Schnellkassen (insgesamt gibt es 6 Checkouts), andere helfen die Kunden beim Einkauf. Ein Kunde, der sich gerade vier belegte Brote geholt hat, bekommt sogar einen Einkaufskorb angeboten.
Die innere Anmutung des Ladens ist eher dunkel und nobel - überraschend, wenn man bedenkt, dass hier eilige Mittagesser angesprochen werden sollen. Die Fläche bietet viel Platz und wurde nicht mit Gondeln zugestellt.
Eine Automateninsel bietet verschiedene Kaffeesorten an, eine eigene kleine Bäckerei sorgt für frische Backwaren. Gerichte wie Fertigsuppen können in einem Mikrowellenofen direkt vor Ort aufgewärmt werden.
Doch nach dem Kauf kommt die Ernüchterung: Rewe to Go bietet nicht einmal eine Ablage, auf der man das gekaufte Essen verzehren kann. Da fragt sich der Besucher erst einmal, wo er sich nun hinsetzen soll, um seine aufgewärmte Suppe zu verzehren.
Logistik als Herausforderung
Das Sortiment von Rewe to Go besteht aus rund 1.000 Artikeln, die meisten müssen immer wieder frisch angeliefert werden - eine logistische Herausforderung mitten in der City, wie selbst die Rewe-Zentrale es zugibt.
Doch Rewe will aus dem Projekt auch lernen - und eine Nische besetzen, die sich im europäischen Ausland, etwa in Großbritannien, längst als profitabel erwiesen hat.
Am Ende des Besuchs wird bezahlt. Die Schnellkasse ist tatsächlich schnell, die Kassiererin freundlich. Und schon steht man wieder draußen, in der Hektik der Kölner Innenstadt, eine grüne Papiertüte mit Sandwich und Cola in der Hand.
Das Fazit: Rewe to Go schlägt jede Imbissbude um Längen, wenn es um die Qualität der Gerichte geht. Das Experiment ist mutig und sicher eine gute Ergänzung zu den bisherigen Rewe-Formaten.
Und trotzdem sehnt man sich jetzt nach einem Tresen, an dem man das Gekaufte essen könnte.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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