Finanzchef Koch macht das Rennen bei Metro

Finanzchef Koch macht das Rennen bei Metro

3 Min.Aktualisiert am
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Monatelang wurde Metro von einer Führungsdebatte geplagt. Jetzt hat der Aufsichtsrat Finanzchef Olaf Koch zum Vorstandvorsitzenden ernannt, Franz Markus Haniel ist neuer Vorsitzender des Kontrollgremiums.

An die Spitze des Aufsichtsrates rückt mit Franz Markus Haniel ein Mitglied der Duisburger Industriellenfamilie. Die Haniel-Gruppe ist größter Anteilseigner der Metro AG.

Mit dem Doppelschlag zieht der Aufsichtsrat einen Schlussstrich unter die monatelange und öffentlich geführte Debatte. Klicken Sie hier für ein Porträt der neuen Metro-Führungskräfte.

Der scheidende Vorstandsvorsitzende Cordes betonte zwar immer, dass der Konzern voll funktionsfähig sei. Doch anhaltende Spekulationen um seine Person führten am Ende dazu, dass sowohl er selbst als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Kluge ihre Posten zur Verfügung stellten.

Neuer Finanzchef gesucht

Beide Neubesetzungen beschloss der Aufsichtsrat nun in einer Sondersitzung am Freitag. Der 41-jährige Koch ist seit gut zwei Jahren verantwortlich für die Finanzen des Handelsriesen. Erst vor wenigen Wochen war sein Vertrag verlängert worden.

Wie Metro mitteilte, wird der bisherige Chef Cordes am Jahresende aus dem Unternehmen ausscheiden. Über einen neuen Finanzvorstand will der Aufsichtsrat in seiner planmäßigen Sitzung am 16. Dezember entscheiden.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi erklärte am Freitagabend: "Wir hoffen, dass mit der Entscheidung des Aufsichtsrates wieder Ruhe in den Konzern eingekehrt."

Die Gewerkschaft hoffe, dass der neue Metro-Vorstand unter Olaf Koch für eine nachhaltige Entwicklung des Unternehmens sorge und dabei auch die Interessen der Beschäftigten im Blick behalte.

Später einstieg in den Onlinehandel

Aufsichtsratschef Haniel bedankte sich bei dem scheidenden Chef Cordes, speziell für die weitere internationale Expansion des Unternehmens und den Einstieg in den Internethandel - der Kritikern zufolge allerdings viel zu spät erfolgte.

Cordes war im Herbst 2007 vom Aufsichtsratsvorsitz bei Metro an die Spitze des Managements gerückt. Kurze Zeit nach seinem Amtsantritt hatte er angekündigt, dass die Warenhauskette Kaufhof wegen mangelnder Fähigkeit zur Auslandsexpansion nicht mehr zum Kerngeschäft gehöre. Doch der Verkauf zog sich hin, wurde zum Dauerthema.

Seit einigen Wochen ist allerdings neue Dynamik in den Verkaufsprozess gekommen: Unter anderem sind die österreichische Immobilienfirma Signa und der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen an einem Erwerb der rund 140 Häuser interessiert.

Zur Metro gehören neben den gleichnamigen Großhandelsmärkten die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die zum Verkauf stehende Warenhauskette Kaufhof.

Im europäischen Handel  ist das Dax-Unternehmen hinter der französischen Carrefour und der britischen Tesco die Nummer Drei.

Peter Lessmann, dpa

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