
ING + Wero, OECD-Prognose, Österreich, Tiktok Shop + Shopee, Shein, Jumia, Amazon, Easygroup, Shopify, Presidynamik B2B, Google KI
Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen. Einen erfolgreichen Tag wünscht Ihnen die Redaktion von etailment.de.
David WöllensteinRedakteurHANDEL NATIONAL
E-Commerce treibt den Handel
Der deutsche Online-Handel wächst laut HDE-Online-Monitor 2026 nominal um 4,3 Prozent und bleibt damit Wachstumstreiber des Einzelhandels. Hauptgewinner bleiben mit 56,7 Prozent Anteil an den Online-Umsätzen die Marktplätze. Allerdings fließt auch mehr Geld ab: 65 Prozent der Deutschen haben schon im Ausland bestellt, 49 Prozent davon in China. Von den knapp elf Mrd. Euro für ausländische Online-Anbieter entfielen rund 4,7 Mrd. Euro allein auf Temu und Shein.
ING öffnet Wero fürs Web
ING Deutschland schaltet laut Pressemitteilung Wero ab sofort für Onlinezahlungen frei. Bislang habe Wero nur Peer-to-Peer-Überweisungen abgewickelt, nun könnten Kunden Online-Zahlungen direkt aus dem Girokonto auslösen. Gut 600.000 Nutzer, rund 15 Prozent der Kontoinhaber, hätten Wero aktiviert. Erste Partner seien Eventim, Ikea und der Lidl Online-Shop.
OECD senkt Prognose auf 0,7 Prozent Wachstum
Deutschlands Wirtschaft wächst 2026 nur um 0,7 Prozent, prognostiziert die OECD laut Zeit.de. Auch die Vorhersage für 2027 sinke von 1,5 auf 1,1 Prozent, weil steigende Energiepreise infolge des Irankriegs den Aufschwung hemmten. Immerhin liege Deutschland im EU-Durchschnitt, nicht mehr unter den Letzten, und wachse unter den G7-Staaten der EU sogar am stärksten.
HANDEL INTERNATIONAL
USA: Amazon erstmals größter Konzern
Amazon steht erstmals seit 13 Jahren an der Spitze der Fortune 500, meldet Geekwire.com. Der Konzern habe Walmart verdrängt, das nun Platz zwei belege – erstmals seit 2012. Amazons Umsatz sei 2025 auf über 700 Mrd. Dollar geklettert, ein Plus von 12 Prozent. Vor gut 20 Jahren rangierte das Unternehmen noch auf Platz 492. Erst vier Firmen führten die Liste (seit 1955) je an.
Die Ausgaben der österreichischen Haushalte im Einzelhandel sind 2025 nominell um 2,6 Prozent gewachsen, was aber unter der Inflationsrate von 3,6 Prozent liegt, meldet Handelsverband.at. Bei Lebensmitteln, Mode und Sport schrumpfe der Online-Anteil und lege insgesamt nur minimal von 12,3 auf 12,5 Prozent zu. Bei Erotikartikeln hingegen mache er 82 Prozent und bei Videospielen bei 68 Prozent aus. Der stationäre Handel bleibe mit 87,5 Prozent weiterhin der wichtigste Verkaufskanal.
Vietnams Online-Handel werde zum Zweikampf, zitiert Theinvestor.vn den Q&Me-Report „Vietnam E-commerce Market Report 2026“. Tiktok Shop habe seinen GMV um 83 Prozent auf 5,96 Mrd. Dollar gesteigert und liege bei 44 Prozent Marktanteil. Marktführer Shopee sei auf 53 Prozent abgerutscht, Lazada und Tiki schrumpften zu Randerscheinungen. Treiber sei „Shoppertainment“, d.h. die Verschmelzung von Einkauf, Livestreaming und Kurzvideo-Unterhaltung.
Frankreich: Shein kassiert die nächste Strafe
Frankreich verhängt gegen den Fast-Fashion-Anbieter Shein wegen Mängeln bei Bestellbestätigungen, Rückgaben und Umweltinformationen eine Strafe von rund 22 Mio. Euro, berichtet Reuters.com. Die Behörde DGCCRF beziffere die Posten auf 16,7 und 5,8 Mio. Euro. Shein halte die Strafe für unverhältnismäßig und wolle beide Sanktionen anfechten. Bereits im Juli habe Paris 40 Mio. Euro wegen irreführender Rabatte verlangt.
Uganda: Jumia wird 14 Jahre alt
Der Online-Händler Jumia feiert seine 14 Jahre in Uganda, berichtet Newvision.com.ug. Der Start sei 2012 holprig verlaufen, noch seien Smartphones zu teuer und die Bezahlsysteme unausgereift gewesen. Die größte Hürde sei immer noch das fehlende Adresssystem: Statt Haustürlieferung baute Jumia landesweit Abholstationen, an denen Kundschaft die Ware prüfe und erst bei Erhalt zahle. Außerdem seien über 6.000 Außendienstler mit Musterkoffern unterwegs, um auch die Menschen ohne Internetzugang zu erreichen.
Südafrika: Amazon Prime startet
Amazon startet seinen Bezahldienst Prime in Südafrika, meldet Channelnewsasia.com. Für umgerechnet 3,13 Euro monatlich oder 21,15 Euro jährlich erhielten Nutzer schnellere Lieferungen und Zugriff auf Medieninhalte. Amazon sei in Südafrika erst vor zwei Jahren angetreten und müsse mit einem boomenden Online-Handel konkurrieren, den lokale Größen wie Shoprite längst mit eigenen Lieferdiensten beackerten.
UK: Easygroup startet eigenen Marktplatz
Easygroup steigt mit dem Marktplatz Easyshop.com in den breiten Online-Handel ein, wie Channelx.world berichtet. Der Start erfolge noch dieses Jahr, zunächst in 21 europäischen Ländern. Easygroup steuere dabei nur die Marke „Easy“ bei und überlasse Onbuy die Technik und den Betrieb; das Modell solle auch ohne eigene Lager oder Logistik auskommen. Anders als Amazon wolle Easyshop nicht selbst mithandeln, sondern allein Händlern eine Bühne bieten. Diese könnten sich schon vor dem Verbraucherstart einrichten und so früh sichtbar werden.
Kanada: Shopify kauft sich selbst zurück
Shopify weitet sein Aktienrückkaufprogramm deutlich aus, meldet Retail-News.de. Der Verwaltungsrat habe eine zusätzliche Tranche über 3 Mrd. Dollar genehmigt, womit die Gesamtautorisierung auf 5 Mrd. Dollar steige. Während viele Softwarefirmen Milliarden in KI stecken und Anleger an deren hohen Bewertungen zweifelten, gebe Shopify das Geld lieber an die eigenen Aktionäre zurück.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Warum sich Preisdynamiken im B2B-Handel gerade grundlegend verschieben
Stabile Preise schlagen kurzfristige Rabatte: Im B2B-Handel wird Preisdynamik zunehmend zum Kostenfaktor. In seinem Gastbeitrag auf Etailment.de erläutert Andreas Reuter, CEO der Schäfer Shop Group GmbH & Co. KG, warum es entscheidend ist, wie robust die Prozesse hinter der Preissteuerung organisiert sind.
Google führt eine Opt-out-Option für seine KI-Suchfunktionen ein, meldet Golem.de. Über einen neuen Schalter in der Search Console könnten Webmaster ihre Domains künftig aus AI Overviews und AI Mode ausschließen, ohne das klassische Ranking zu gefährden. Google teste die Funktion vor dem weltweiten Rollout zunächst in Großbritannien. Der Schritt reagiere auf wachsenden Verlagsunmut: Condé-Nast (Vogue, Vanity Fair, Wired, The New Yorker) beispielsweise plane bereits so, als verschwände die Websuche ganz; momentan lägen die Verweise von Google im einstelligen Bereich.

Redakteur
David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.
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