Kurz vor der Entscheidung über den Schicksal von Karstadt hat der Handelskonzern Metro sein Interesse an Teilen der insolventen Warenhauskette bekräftigt. Derweil bietet der russische Karstadt-Bieter um Aufschub.
Die Metro AG hatte bereits Interesse an bis zu 60 der 90 Karstadt-Warenhäuser bekundet. Die Häuser sollten das Filialnetz der Metro-Warenhaustochter Kaufhof ergänzen. Metro wirbt damit, dass sie den Betrieb zahlreicher Karstadt-Häuser zügig übernehmen könnte und damit ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert wäre.
Russischer Bieter braucht mehr Zeit
Der Karstadt-Gläubigerausschuss will an diesem Montag erneut beraten. Dann wollen die Gläubiger entscheiden, an welchen Bieter Karstadt gehen soll.
Darüber hinaus hatte sich am vergangenen Freitag überraschend der russische Unternehmer Artur Pachomow als Interessent gemeldet. Er habe Insolvenzverwalter Görg nun um Aufschub der Entscheidung über den Zuschlag gebeten, sagte er gegenüber "Die Welt".
"Wir haben erklärt, dass wir Zutritt zu allen Unternehmensdaten und Zeit für deren Studium brauchen", sagte der 48 Jahre alte Petersburger. Er habe aber noch keine Antwort erhalten.
Der Zeitung zufolge hatte Pachomow ein nur wenige Seiten umfassendes Angebot abgegeben und bisher keine Wirtschaftlichkeitsprüfung vorgenommen.
Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.
