Möbelhandel: Ohne Mobile-Strategie wird Showrooming zur Bedrohung

Möbelhandel: Ohne Mobile-Strategie wird Showrooming zur Bedrohung

2 Min.Aktualisiert am
Teilen

Tasten. Sitzen. Probeliegen. Das war gestern. Der deutsche Möbelkunde verzichtet zusehends auf die Romantik des Haptischen. Das E-Commerce-Center Köln schätzt den Internet-Umsatz 2012 mit Möbeln (inklusive Wohnaccessoires, Bettwäsche etc.) auf 2,7 Mrd. Euro. Das Netz hätte damit einen Marktanteil von 7 Prozent. Tendenz steigend. Denn nirgendwo sonst kann man auch so gemütlich aus dem Sofa heraus Showrooming betreiben. Fast jeder dritte Möbelhausbesucher (29%) hat schon mindestens ein- oder ga...

Die Kunden scheinen auch deutlich weniger romantisch veranlagt als viele Händler. Trotz der vergleichsweise geringen Online- bzw. Mobile-Aktivitäten der Möbelhäuser bzw. -hersteller, hat bereits rund jeder sechste Smartphone-Nutzer (14%) Einrichtungsgegenstände über den mobilen Kanal eingekauft.

„Um im Wettbewerb mit Online-Händlern zukünftig erfolgreich zu sein, müssen die stationären Möbelhändler das Angebot an Mobile Features zur Kaufentscheidungsunterstützung am POS deutlich ausbauen“, rät daher Hagen Sexauer, Principal bei der Strategieberatung Sempora Consulting.

Das gilt umso mehr als nach den Start-ups, die vor allem mit Kleinmöbel punkten und Wohnaccessoires-Ketten wie Butlers, nun auch scheinbar so komplexe Produkte wie Küchen online den Kunden erreichen sollen. Das soeben live gegangene Start-up Kiveda überzeugt dabei mit einem noch recht simplen Online-Konfigurator und brutal kurzen Lieferzeiten.

Aussitzen des Problems geht also nicht mehr. Stattdessen können sich die Onliner gemütlich zurücklehnen und schlicht auf den Trend bauen. „Wir müssen keine Überzeugungsarbeit leisten, das Einkaufsverhalten ändert sich einfach“. So selbstbewusst äußerte sich kürzlich Clemens Deyerling, Geschäftsführer des Sofa-Shops Sitzfeldt, in der FAZ.

Die Kunden sind jedenfalls für den mobilen Kontakt im Möbelhaus bereit: Schon jetzt scannt etwa die Hälfte der Smartphone-Besitzer (45%) QR-Codes, um sich weitergehend über Produkte zu informieren bzw. Kaufanreize (z.B. Coupons) zu erhalten. Vier von zehn befragten Konsumenten können sich zudem bereits heute sehr gut vorstellen, zukünftig Einrichtungsgegenstände im Möbelhaus mit den Smartphone zu bezahlen.

Teilen

Alles, was heute zählt — jeden Morgen in Ihrem Postfach.

Das Morning Briefing kuratiert die wichtigsten News aus E-Commerce und Handel. Kompakt, einordnend, werktäglich ab 7 Uhr.

10.800+ Entscheider lesen das Morning Briefing · ≈ 50 % Öffnungsrate

  • Werktäglich ab 7 Uhr
  • Jederzeit abbestellbar

Mit der Anmeldung stimmen Sie unserer Datenschutzerklärung zu. Abmeldung jederzeit möglich.