Zalando, Mediamarkt + Sport1, Retouren, EU-Verbraucherrichtlinie, Walmart, Iceland, Pinterest, Shein + Temu, Fälschungen, Amazon, AGB-Betrug, Indonesien und Südkorea, Inflation, Second Hand

Zalando, Mediamarkt + Sport1, Retouren, EU-Verbraucherrichtlinie, Walmart, Iceland, Pinterest, Shein + Temu, Fälschungen, Amazon, AGB-Betrug, Indonesien und Südkorea, Inflation, Second Hand

Aktuelle E-Commerce-News: Zalando, Mediamarkt + Sport1, Retouren, EU-Verbraucherrichtlinie, Walmart, Iceland, Pinterest und weitere Themen im Überblick.

Thomas RehmThomas RehmRedakteur
7 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Zalando lanciert Storytelling-Plattform
Das Berliner Fashion-Portal Zalando hat in Zusammenarbeit mit seiner Mehrheitsbeteiligung Highsnobiety das Format „Zalando Storys“ lanciert, um seinen Kunden aktuelle Modetrends und Geschichten als visuelle Inspiration zu präsentieren, berichtet Textilwirtschaft.de. Damit wolle man den Fokus von der Kundengewinnung auf die Kundenbindung verlagern, mehr Glaubwürdigkeit für Streetwear und New Luxury schaffen und vor allem für jüngere, modebewusste Kunden interessanter werden. Zalando Storys startet in elf europäischen Ländern, darunter auch Deutschland, Österreich und die Schweiz.

IAW-Messe bringt Best Deals in Retail nach Köln
Auf Europas führender Ordermesse für Aktionswaren und Importartikel finden Einkäufer aus allen Handelsbereichen preiswerte Waren für die kommende Saison. Mehr lesen

Mediamarkt testet Live-Shopping bei Sport1
In Zusammenarbeit mit dem im Juni gestarteten Live-Shopping-Anbieter Brandsome des Fernsehsenders Sport1 präsentiert Mediamarkt-Saturn rabattierte Artikel aus seinem Sortiment in einer Liveshow auf Sport1 sowie zeitgleich auf brandsome.com als Livestream mit Chat, in dem mit den Moderatoren der TV-Sendung interagiert und direkt im Mediamarkt-Onlineshop bestellt werden kann. Später werden die Sendungen auf Sport1 wiederholt und stehen online auf Abruf zur Verfügung. Los geht es am nächsten Montag, wie der TV-Sender mitteilt. Der Pilot ist zunächst auf zwei Live-Sendungen beschränkt und wird danach evaluiert.

Versandkosten unterschiedlich, Retouren weiterhin kostenlos
Laut der „Versandhandelsstudie 2023“ von Parcel Lab und Salesupply ist die Branche bei den Versandkosten zweigeteilt: Die Hälfte der großen Online-Shops schlägt sie grundsätzlich auf, während – mit abnehmender Tendenz – die andere Hälfte ab einem Mindestbestellwert am kostenlosen Versand festhält. Retouren bleiben dagegen bei 87 Prozent kostenlos; nur drei der Top-100-Shops lassen ihre Kunden für die Rücksendung zahlen, berichtet Textilwirtschaft.de – obwohl im Online-Modehandel im Schnitt zwei von drei Paketen zurück an den Händler gehen. Immerhin schickt nur noch jeder vierte Online-Händler das einladende Retourenlabel gleich mit.

EU schränkt Buy-Now-Pay-Later ein
Mit der Neufassung der EU-Verbraucherrichtlinie – die letzte Anpassung erfolgte im Jahr 2008 noch vor dem grossen E-Commerce-Boom – hat das Europaparlament dem Onlinekauf auf Kredit ein neues Regelwerk gegeben, das insbesondere den Schutz junger Verbraucher vor Überschuldung durch Buy-Now-Pay-Later-Angebote im Auge hat, wie die FAZ erläutert. Kreditgeber müssen künftig genauer über die Konditionen informieren, die Zinskosten beziffern und dürfen nur noch eingeschränkt werben. Kreditnehmer müssen sich auf eine striktere Prüfung ihrer Bonität einstellen. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie bis 2026 in nationales Recht überführen.


HANDEL INTERNATIONAL

Walmart will mehr Festangestellte für Lieferungen einsetzen
Nachdem Walmart vor fünf Jahren seine eigene Gig-Economy-Plattform „Spark Delivery“ eingeführt hatte, mit der Privatleute nebenbei Lebensmittel ausliefern können – Morning Briefing vom 6. September 2018 – wurde kürzlich bekannt, dass Fahrer sich unerlaubt mit mehreren Namen in der App anmeldeten. Walmart reagierte mit der Einführung von Gesichtserkennungssoftware und dem Scannen von Personalausweisen. Offenbar reicht das allein nicht aus, wie Business Insider berichtet, daher will CEO Doug McMillon nun verstärkt festangestellte Mitarbeiter für die Lieferungen einsetzen. Walmart baut das eigene Liefergeschäft aus, nachdem man im vergangenen Jahr eine Partnerschaft mit DoorDash beendet hatte.

Drei Faktoren, die nachhaltigem Konsum im Wege stehen
Nachhaltigkeit“ ist mittlerweile Bestandteil von sämtlichen Kommunikationsmaßnahmen in Unternehmen. Doch Konsumenten sind skeptisch.Zu oft wurde der Begriff als Buzzword genutzt. Wie stehen Konsumenten also zum Thema? Und wie können Unternehmen den Konsum von umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen fördern? Mehr lesen

Supermarkt Iceland in Großbritannien auch auf Amazon
Der isländische Supermarkt Iceland ist der jüngste Drittanbieter, der seine Produkte in Großbritannien über Amazon vertreibt, berichtet Channel-X. Zunächst ist das Angebot nur in ausgewählten Postleitzahlengebieten von Manchester verfügbar, soll aber in den kommenden Monaten auf Amazon-Prime-Mitglieder im ganzen Land ausgeweitet werden. Iceland reiht sich damit in die Liste der Supermärkte ein, die ihre Produkte auch über Amazon anbieten, darunter Morrisons und Co-op.

Pinterest erweitert Shopping-Möglichkeiten
Die Online-Pinnwand Pinterest hat bei ihrer Werbeveranstaltung „Pinterest Presents“ angekündigt, zukünftig alle zentralen Bereiche ihrer Plattformen shoppingtauglich zu machen, so Internet World. Links von einer Anzeige sollen zur Händler-Website führen, mobile Deep Links direkt zum jeweiligen Produkt in der Händler-App. Zur Verwaltung der Produktkataloge gibt es neue Integrationen mit der Salesforce Commerce Cloud und Adobe Commerce. Pinterest hat weltweit 400 Mio. Benutzer.

Shein verklagt Temu einmal mehr, diesmal geht es um Bilder
Die unendlichen Klagerunden der beiden E-Commerce-Riesen Shein und Temu gehen weiter. Shein verklagt Temu vor einem Londoner Gericht, weil Temu angeblich Tausende von Shein-Bildern für seine Produkte verwendet habe. Shein fordert laut Fashion United eine einstweilige Verfügung gegen Temu und 100.000 Pfund Schadensersatz. Im Juli hatte umgekehrt Temu Shein wegen Verstoßes gegen das US-Kartellrecht verklagt. Die schon lange schwelende Rivalität war im März eskaliert, als Shein Temu wegen angeblich falscher und irreführender Aussagen von Influencern verklagt hatte.

E-Commerce erleichtert den Verkauf gefälschter Produkte
Wie die Internationale Handelskammer schätzt, haben Produktfälschungen der Weltwirtschaft 2022 rund 4000 Mrd. Dollar entzogen und in den Vereinigten Staaten 750.000 Arbeitsplätze gekostet. Die Anzahl sichergestellter Produktfälschungen hat sich dort zwischen 2000 und 2018 verzehnfacht. Der E-Commerce-Boom erleichtert den Fälschern das Handwerk, berichtet Business Insider, da Online-Angebote schneller erstellt als gelöscht werden können.


KI hilft Amazon-Händlern beim Texten von Produktbeschreibungen
Amazon hat ein Gratis-KI-Tool namens „Generate Quality Insights“ lanciert, das Händlern helfen soll, bessere Produktbeschreibungen zu erstellen, wie an der jährlichen Verkäuferkonferenz Accelerate 2023 bekanntgegeben wurde. Amazon erhoffe sich, dass so insbesondere kleinere Verkäufer gute Platzierungen bei Amazon und bei Suchmaschinen erreichen können. In einem Blogbeitrag wird als Beispiel ein Mousepad mit Handgelenkauflage gezeigt. Aus der Kurzbeschreibung: „mouse pad with gel wrist“ erstellt das Tool eine Liste mit fünf Texten zu ausformulierten Eigenschaften wie „Große Oberfläche“, „abgenähter Rand“, „rutschfeste Gummiunterseite“, „glatt und bequem“ sowie „Schlichtes Design.“ Woher die KI das alles weiß, bleibt unklar. Amazon investiert seit Jahren intensiv in diverse Aspekte von KI-Technologie, um alle Teilnehmer auf seinem Marktplatz zu unterstützen.

AGB-Betrug kostet Händler „Millionen“ – Genaueres unbekannt
Richtlinienmissbrauch, auch Policy Abuse oder AGB-Betrug, sind Taktiken, mit denen Betrüger Onlinehändlern zu schaffen machen, etwa Rückerstattungsbetrug durch Rücksendung leerer Kartons oder missbräuchlicher Einsatz von Gutscheincodes. Das israelische Unternehmen Riskified bietet Software an, die AGB-Betrug erkennt, und hat 300 internationale E-Commerce-Anbieter dazu befragt. Trotz des plakativen Titels „AGB-Betrug kostet Onlinehändler Millionen“ sind der Medienmitteilung absolute Zahlen nicht zu entnehmen; immerhin aber einige durchaus besorgnis rregende Trendmeldungen, etwa dass der unrechtmäßige Weiterverkauf von Waren seit 2021 um 45 Prozent gestiegen sei. Trotz dieser Probleme sehen gemäß der Studie 93 Prozent der Händler großzügige Rückerstattungsrichtlinien weiterhin als notwendig an.


NACHHALTIGKEIT

Indonesien und Südkorea starten gemeinsame grüne Plattform
Auf dem 24. Gipfel des Verbands südostasiatischer Nationen haben Indonesien und Südkorea ihre neue gemeinsame „Green Digital Economy Platform“ vorgestellt, die koreanische und indonesische Unternehmen mit internationalen Investoren verbinden soll. Kernpunkte sind die Förderung von nachhaltigen Start-Ups und der Handel mit Emissionszertifikaten. Im ersten Schritt erhalten 62 Mio. indonesischer Landwirte Schulungen in digitaler Kompetenz und Zugang zu modernen Technologien wie dem Meta-Farming, so die offizielle Pressemitteilung.

Inflation bremst Nachhaltigkeit aus
Laut einer gemeinsamen Umfrage des Handelsverbands und der EY Consulting Deutschland, die 1000 Konsumenten und 107 Mitglieder des Verbands befragte, ist bei den Verbrauchern der meistgenannte Grund, sich gegen nachhaltiges Einkaufen zu entscheiden, die allgemeine Teuerung und der höhere Preis nachhaltiger Produkte. Die Händler wiederum sehen die größten Hürden für mehr Nachhaltigkeit laut Die Presse in der Unklarheit der Kundenwünsche, deren Zahlungsbereitschaft und der durch die Inflation mangelnden Kapitalausstattung.

Second-Hand-Kauf von Büchern stagniert auf hohem Niveau
Das Berliner Re-commerce-Unternehmen Momox, das neben momox.de auch die Plattform Medimops für gebrauchte Bücher und andere Medien betreibt, hat die vierte Ausgabe seines „Second Hand Report 2023“ mit zahlreichen Statistiken veröffentlicht. Eine externe Marktforschung wurde mit Befragungen auf den eigenen Plattformen zu 14.000 Antworten kombiniert. Ergebnis: Rund 59 Prozent der Deutschen kaufen regelmäßig gebrauchte Medienprodukte, unverändert zu 2022. Der Gebrauchtkauf findet weiterhin vor allem online statt, mit 72 Prozent im Vergleich zu 71 Prozent im Vorjahr ebenfalls nicht mehr wachsend. Hauptgründe für Second Hand bleiben weiterhin der niedrige Preis (92 Prozent) und der Nachhaltigkeitsaspekt (73 Prozent).

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Thomas Rehm
Geschrieben vonThomas Rehm

Redakteur

Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.

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