Digitale Arbeitsverträge, Appellando, Kettler, Alibaba, Billie, Globaldata, Cohere, Loyalty + Payment, BKA, Cherry, Hugendubel

Digitale Arbeitsverträge, Appellando, Kettler, Alibaba, Billie, Globaldata, Cohere, Loyalty + Payment, BKA, Cherry, Hugendubel

Aktuelle E-Commerce-News zu Digitale Arbeitsverträge, Appellando, Kettler, Alibaba, Billie, Globaldata, Cohere und weiteren Themen des Tages im Überblick.

David WöllensteinDavid WöllensteinRedakteur
6 Min.· Aktualisiert am
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Das müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.

HANDEL NATIONAL

Bundesregierung will digitale Arbeitsverträge ermöglichen
Im Rahmen des Gesetzentwurfs zur Entbürokratisierung plant die Bundesregierung künftig Arbeitsverträge auch in digitaler Form zuzulassen. Wie Tagesschau.de berichtet, soll dann statt der Schriftform, wie bisher, auch die Textform für eine rechtlich bindende Anstellung genügen. Außerdem sind zwei Jahre kürzere Aufbewahrungsfristen für Rechnungskopien, Kontoauszüge, Lohn- und Gehaltslisten vorgesehen, was die Wirtschaft um eine Milliarde Euro jährlich entlasten könnte.

EHI gründet Appellando GmbH
Nach mehr als einem halben Jahr Vorarbeit hat das EHI Retail Institute laut Pressemitteilung jetzt die Appellando GmbH gegründet, die ein internationales Beschwerdemanagement für Händler und Lieferanten anbietet. Das deutsche Gesetz zur Sorgfaltspflicht in der Lieferkette und die EU-Richtlinie über die Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich der Nachhaltigkeit fordern von Unternehmen mit mehr als 3.000 Mitarbeitern die Einrichtung eines Beschwerdemechanismus und den Zugang zu Rechtsbehelfsverfahren. Partnerunternehmen sind bereits Kaufland, Edeka, Migros, Markant, Aldi Nord und Süd, Rewe und Lidl, weitere 30 Unternehmen sind Unterstützer.

14 Prozent mehr deutsche B2B-Einkäufer bei Alibaba
Im Rahmen der „March Expo“ von Alibaba konnte das Unternehmen laut Pressemitteilung 14 Prozent mehr deutsche B2B-Einkäufer begrüßen als im „Super September“ des Vorjahres. Gemessen am Warenwert waren Körperpflege- und Reinigungsmittel sowie Reisegepäck, Taschen und Koffer die beliebtesten Kategorien; gemessen an der Anzahl der Einkäufer lagen Fernsehgeräte und Set-Top-Boxen an der Spitze. Laut Umfrage des Unternehmens beziehen mittlerweile 52 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe Deutschlands ihre Waren über Online-B2B-Marktplätze.

Kettler expandiert in 17 weitere europäische Länder
Der Sportgeräteanbieter Kettler betreibt seit 2020 seinen B2C-Onlineshop und ist laut Pressemitteilung bereits in neun Ländern aktiv. Nun wird das Angebot in 17 weiteren Märkten freigeschaltet. Die neuen Besucher können mit einem Augmented-Reality-Tool virtuell probieren, wie Heimtrainer, Ergometer, Indoorbike, Crosstrainer, Laufband, Rudergerät oder Kraftstation zur Wohnzimmertapete passen oder einen digitalen Produktberater befragen, welcher Fitnesstyp sie sind. 200 Trainingsvideos im Archiv helfen bei der Kaufentscheidung mit der nötigen Motivation.


HANDEL INTERNATIONAL

50 Prozent der EU-Onlineshops nicht grenzüberschreitend
Laut einer Untersuchung der 20 wichtigsten Onlineshops jeweils in Deutschland, Großbritannien, Schweden, Frankreich und den Niederlanden durch das Berliner Fintech-Start-Up Billie erlauben die Hälfte keinen grenzüberschreitenden Handel. 57 Prozent besitzen keinen Checkout für Geschäftskunden, 43 Prozent bieten beim B2B-Checkout nicht die Möglichkeit als Gast einzukaufen und 55 Prozent fehlt aus dem Mix von Kartenzahlung, BNPL, Rechnungskauf, digitalen Wallets oder Banküberweisung mindestens eine Zahlungsart.

Onlinezahlung in China zu 67 Prozent digital oder mobil
Laut einer Studie von Globaldata ist der Marktanteil alternativer Zahlungsmethoden in China mit 67,3 Prozent besonders hoch. Marktführer sind Alipay und Wechat Pay mit jeweils einer Milliarde aktiver Nutzer, aber auch Samsung Pay und Apple Pay sind auf dem chinesischen Markt verfügbar. Kartenzahlungen machen 14,9 Prozent aus, wobei Kreditkarten aufgrund von kostenlosen Ratenzahlungsoptionen, Prämienprogrammen, Cashback oder Rabatten bevorzugt werden. Zum Vergleich: In Deutschland führt Paypal mit 91 Prozent vor Klarna (45 Prozent) und Amazon Pay (28 Prozent) – Mastercard kommt nur auf sieben Prozent.

Belgischer Onlinehandel wächst elf Prozent
Der Online-Handel in Belgien erwirtschaftete im Jahr 2023 insgesamt 16,3 Mrd. Euro, was einer Steigerung von elf Prozent entspricht. Das liegt deutlich über der Inflationsrate, die in Belgien im vergangenen Jahr nur 2,3 Prozent betrug. Rund ein Viertel aller Ausgaben werden demnach online getätigt, zitiert Ecommercenews.eu Greet Dekocker, Geschäftsführerin des belgischen E-Commerce-Verbandes. 3,5 Mrd. Euro entfielen auf Pauschalreisen, 2,1 Mrd. Euro auf Flugtickets und Unterkunftsbuchungen und 1,6 Mrd. Euro auf Bekleidung, wobei dieser Markt einen Rückgang von 1,8 Prozent verzeichnete.

Im ersten Quartal bereits 600 Insolvenzen in Wien
600 und damit mehr als ein Drittel aller Insolvenzen Österreichs im ersten Quartal haben in Wien stattgefunden, was laut ORF.at eine Steigerung von 31 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutet. Hochgerechnet könnte das 2.300 Verfahren für das Jahr 2024 bedeuten, 300 mehr als 2023. Besonders betroffen sind die Bauwirtschaft mit 114 Fällen und der Handel mit 94 Fällen. Die größte Insolvenz war bisher die Signa Real Estate Management mit Passiva von rund 60 Mio. Euro, die zweitgrößte betrifft den Handelsdiscounter Pepco Austria mit rund 53,3 Mio. Euro.

Cohere mit fünf Mrd. Dollar bewertet
Das kanadische KI-Start-Up Cohere befindet sich laut Reuters.com in fortgeschrittenen Gesprächen, um 500 Mio. Dollar an Investitionen aufgrund einer Einschätzung des Firmenwerts von fünf Mrd. Dollar einzusammeln. Obwohl die jährlichen Umsatzerwartungen nach dem Launch des neuen KI-Grundmodells Command-R von 13 auf 22 Mio. Dollar gestiegen sind, und mit Oracle und Microsoft wichtige Partner gewonnen wurden, bleibt fraglich, ob das Unternehmen der ehemaligen Google-Mitarbeiter mit OpenAI oder Anthropic konkurrieren kann. Zum Vergleich: OpenAI hat für 2024 einen Umsatz von einer Mrd. Dollar prognostiziert und hat bereits 10 Mrd. Dollar an Investitionen erhalten.


So können Zahlungsprozesse die Kundentreue erhöhen
Die Verknüpfung von Loyalty und Payment vereinfacht den Einkauf und sorgt für mehr Umsatz. Doch wie gelingt der Spagat zwischen Simplifizierung und dem Wunsch nach mehr konkreten Benefits? Der-Handel-Autor André Schmidt wirft einen Blick auf neue Trends offenbart Lösungen an unerwarteter Stelle.

BKA schaltet „Nemesis Market“ ab
Laut Spiegel.de ist es dem Bundeskriminalamt gelungen, die Webseite des Darknet-Marktplatzes „Nemesis Market“ zu übernehmen und abzuschalten. Bei der Plattform handelte es sich um den drittgrößten Anbieter von Drogen, gestohlenen Kreditkartendaten sowie Hacking-Dienstleistungen im Darknet. Obwohl keiner der Administratoren verhaftet werden konnte, gelang es, Server in Litauen zu beschlagnahmen. Kryptowährungen im Wert von 90.000 Euro konnten sichergestellt werden.

Cherry findet Produkte in Screenshots und Fotos
Eine neue App namens „Cherry“ ermöglicht es, mit Hilfe von künstlicher Intelligenz im Internet zu shoppen, wenn man nur einen Screenshot – zum Beispiel von Tiktok oder Youtube – oder ein Foto – zum Beispiel aus einem Geschäft oder von einer Veranstaltung – als Suchgrundlage hat. Im Gegensatz zu Google Lens beschränkt sich Cherry auf das Einkaufen und ermöglicht es den Nutzern, die Ergebnisse nach Preis zu sortieren, Produkte zu bookmarken oder den Suchverlauf zu nutzen, um zu Produkten zurückzukehren, berichtet Techcrunch.com.

Onlineshops dürfen nicht zwingend nach dem Alter fragen
Die Anordnung gegenüber einer Versandapotheke, in ihrem Online-Shop nicht zwingend nach dem Geburtsdatum zu fragen, wurde laut Heise.de nun in zweiter Instanz vom Oberverwaltungsgericht Niedersachsen bestätigt. Das Argument der Apotheke, nur mit Hilfe des Geburtsdatums könne die Identität eines Bestellers zweifelsfrei festgestellt werden, habe das Gericht entkräftet, da mit der Adresse und der Telefonnummer, die während des Bestellvorgangs ebenfalls abgefragt würden, ausreichend Daten zur Identifizierung zur Verfügung stünden.


NACHHALTIGKEIT

Hugendubel nimmt gelesene Bücher online zurück
In Zusammenarbeit mit Zeercle hat der Münchner Buchhändler Hugendubel laut Pressemitteilung ein Rückkaufprogramm für gebrauchte Bücher gestartet. Wer sich von einem Buch trennen will oder muss, kann online oder per App die ISBN-Nummer eingeben und bekommt einen Preis vorgeschlagen. Unter einem Wiederverkaufswert von zehn Euro können die Bücher in einer der 90 Filialen abgegeben werden, darüber auch per Versand, wenn das Paket nicht mehr als 20 Bücher umfasst. Die Bezahlung erfolgt über einen Hugendubel-Gutschein per E-Mail.

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David Wöllenstein
Geschrieben vonDavid Wöllenstein

Redakteur

David Wöllenstein ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Er schreibt über E-Commerce, Retail-Technologie und digitale Geschäftsmodelle — zuletzt intensiv über Agentic Commerce und den Einsatz von KI im Handel.

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