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Aktuelle E-Commerce-News: Geschäftslage, Retouren, Gorillas, Sportfits, Bazaarvoice, Catawiki, Homecooks, Doordash und weitere Themen im Überblick.
Thomas RehmRedakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
Geschäftslage im Einzelhandel leicht verbessert
Die Geschäftslage im Einzelhandel hat sich erstmals seit drei Monaten wieder verbessert, der Indikator stieg von saisonbereinigt -13,5 Punkten im Oktober auf -8,8 Punkte im November, meldet das Ifo-Institut. Dennoch bleibe die Lage wegen mangelnder Nachfrage angespannt, auch diese Verbesserung könne keine großen Impulse auslösen. Besonders betroffen seien Möbelhäuser und Baumärkte, aber auch der Handel mit Unterhaltungselektronik und Spielwaren, nur der Lebensmitteleinzelhandel und der Kfz-Handel blickten optimistischer in die Zukunft.
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Retouren verursachen immer noch hohe Kosten
Laut einer Studie des EHI ist die Retourenquote im Online-Handel auch in diesem Jahr nicht gesunken, meldet Stern.de. Sie liegt etwa wie im Vorjahr im Durchschnitt aller Warengruppen zwischen sechs und zehn Prozent, bei Mode sogar zwischen 26 und 50 Prozent. Die Kosten, die vor allem durch die Prüfung der Retouren entstehen, liegen im Mittel zwischen fünf und zehn Euro. Drei Viertel der Händler ergreifen gezielte Maßnahmen, um Rücksendungen zu reduzieren. 86 Prozent der Befragten setzen dabei auf ausführliche Produktinformationen, präzise Beschreibungen und ausreichend Produktfotos. Lediglich 14 Prozent der Online-Händler stellen den Kunden die Kosten für eine Rückgabe in Rechnung.
Nur ein „Zahlungspflichtig bestellen“-Button führt zu einem Kaufvertrag
Das Landgericht Hildesheim hat entschieden, dass Schaltflächen mit der Beschriftung „Bezahlen mit PayPal“, „Bezahlen mit Kreditkarte“, „Bezahlen mit Sofort-Überweisung“ oder „Bezahlen per Vorkasse“ nicht zum Abschluss eines wirksamen Kaufvertrages führen. Wie Anwalt.de erklärt, muss der genaue Wortlaut „Zahlungspflichtig bestellen“ eingehalten werden, der seit 2014 in § 312j Absatz 3 des Bürgerlichen Gesetzbuches vorgeschrieben ist. Sonst könnten Kunden von Online-Shops den Eindruck gewinnen, sie hätten keinen verbindlichen Bestellvorgang ausgelöst, sondern lediglich eine Zahlungsoption gewählt – im Falle einer Klage würden ihnen die Gerichte Recht geben.
Gorillas mit neuer Markenkampagne in Berlin
Der Lieferdienst Gorillas, der vor einem Jahr vom Wettbewerber Getir übernommen wurde, wirbt mit einer neuen Plakatkampagne namens „Neighbourfood“ in Berlin, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Typische Bezirksnamen werden dafür thematisch abgewandelt, so wie zum Beispiel „Charlottenburger“ oder „Kreuzbeer“. Diese hyperlokale Strategie soll auch auf andere deutsche Städte ausgeweitet werden. Getir bleibt sichtlich bei einer Zwei-Marken-Politik. „Wir werden unsere Arbeit auf absehbare Zeit mit beiden Marken fortsetzen“, zitiert die LZ einen Pressesprecher.
Sportfits verdreifacht durch Robotik seine Versandzahlen
Die Passauer Online-Plattform für Sportbekleidung Sportfits hat im November ihren neuen Firmensitz inklusive neuem Lagersystem bezogen und meldet nun laut Internetworld.de eine Verdreifachung der Versandmenge. Das Autostore-System von Element Logic mit 12 mobilen Robotern, 12.000 Behältern und einer vollautomatischen Verpackungsmaschine ermöglicht den Versand von bis zu 6.000 Paketen pro Tag. Sowohl die Autostore-Anlage als auch die Verpackungsmaschine werden zu 100 Prozent mit Solarstrom betrieben.
Bazaarvoice übernimmt Granify
Das auf nutzergenerierte Inhalte spezialisierte Online-Marketing-Unternehmen Bazaarvoice kündigt in einer Pressemitteilung die Übernahme von Granify an. Granify hat eine KI-Technologie zur Kontextualisierung des Nutzerverhaltens entwickelt, die – ohne persönliche Daten zu benötigen – personalisierte Suchergebnisse oder maßgeschneiderte Produktvorschläge liefert. Dies wiederum ermöglicht den Marken- und Einzelhandelskunden von Bazaarvoice, ihren Kunden relevante und ansprechende Einkaufserlebnisse mit höheren Konversionsraten zu bieten.
HANDEL INTERNATIONAL
Catawiki und Cover Genius kooperieren
Der kuratierte Amsterdamer Marktplatz Catawiki, der besondere und schwer zu findende Objekte kauft und verkauft, bietet laut Pressemitteilung jetzt auch den Versandschutz Xcover des Versicherungsunternehmens Cover Genius an. Verkäufer können den Versicherungsschutz direkt beim Einstellen ihrer Objekte in ihr Angebot integrieren. Käufer profitieren von einer schnelleren Abwicklung im Schadensfall, die bei anerkannten Schäden noch am selben Tag zur Auszahlung führt.
Der Vorteil einer Standortpartnerschaft? Eine Fläche, doppelter Nutzen.
Das Thema E-Mobilität ist das Thema der Stunde: In Deutschland sollen bis 2030 mindestens 15 MillionenE-Fahrzeuge auf die Straßen gebracht werden. Dieses Ziel kann nur mit einer stark ausgebauten Ladeinfrastruktur erreicht werden. An verkehrsgünstigen Orten wird deshalb in den nächsten Jahren verstärkt in Ladeinfrastruktur investiert werden. Mehr lesen
Flaute nach dem Black-Friday-Sturm
Auch in der Schweiz blickt der Einzelhandel auf eine erfolgreiche Black Week zurück: Kleine und mittlere Unternehmen, die Payrexx als Zahlungsdienstleister nutzen, konnten ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 107 Prozent steigern, wie Konsider.ch das Swiss-It-Magazin zitiert. Allerdings ist zu befürchten, dass damit vor allem im Non-Food-Bereich die Weihnachtswunschlisten bereits abgearbeitet sind und nun eine Flaute als Reaktion einsetzt. „Die Schweizer Haushalte schauen vermehrt auf die Kosten, die Ausgabebereitschaft ist tief“, meint Nordal Cavadini, Handelsexperte bei Alix Partners, in einem Interview mit der Handelszeitung. Mit der Einführung des Amazon Prime Day im Oktober hat sich das Weihnachtsshopping zeitlich auf drei Monate ausgedehnt, nicht aber die Finanzen der Konsumenten.
Homecooks erhält Seed-Finanzierung
Der Londoner Marktplatz für Hobby- und Profiköche Homecooks hat in einer ersten Seed-Finanzierungsrunde Zusagen von Investoren in Höhe von 2,5 Millionen Pfund erhalten, so Tech.eu. Die Ursprünge des Unternehmens gehen auf die Zeit der Pandemie zurück, als eine Gruppe von Köchen in der Facebook-Gruppe „Crouch End Home Cooks“ ihre Speisekarten veröffentlichte und ihre Gerichte über die Kommentarfunktion lokal verkaufte und lieferte. In diesem Jahr wurden als professioneller Marktplatz bereits 60.000 Mahlzeiten an 7.000 Kunden verkauft, was einer Versechsfachung im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Homecooks versteht sich als „Etsy des Essens“ und will mit seinen Gerichten weniger kosten als herkömmliche Essenslieferdienste und gleichzeitig mehr Nährstoffe bieten als ein typisches Fertiggericht.
Doordash ändert seine Trinkgeld-Politik
Der amerikanische Lieferdienst Doordash, der seine Kunden kürzlich mit einem Pop-up in der App vor dem Checkout darauf hinwies, dass zu wenig oder gar kein Trinkgeld zu Verzögerungen bei der Lieferung führen kann, ändert seine Politik. In „ausgewählten Märkten, einschließlich New York“ müssen Kunden nun nicht mehr vor der Bestellung die Höhe des Trinkgelds angeben, sondern erst nach der Lieferung. Grund dafür ist laut Theverge.com, dass es dem Unternehmen auch im Berufungsverfahren nicht gelungen ist, den in New York geltenden Mindestlohn für Lieferfahrer von 17,96 Dollar zu kippen. Vor dieser Änderung verdienten die „Dasher“ genannten Fahrer durchschnittlich 7,09 Dollar pro Stunde.
Farfetch sucht offenbar neue Finanzierungsmöglichkeiten
Wie Fashionunited.de Quellen des Branchenmagazins Business of Fashion zitiert, scheint Farfetch nach neuen Finanzierungsmöglichkeiten zu suchen. Nach der Verschiebung der Veröffentlichung der Quartalszahlen waren Spekulationen aufgekommen, dass die Luxusmodeplattform ein Delisting von der New Yorker Börse anstrebe und die Mehrheitsübernahme von Yoox Net-A-Porter nicht zustande kommen könnte. Nun scheinen Gespräche mit bestehenden Partnern begonnen zu haben, um den finanziellen Druck von Farfetch zu nehmen. Möglicherweise könnte es auch zu einem Verkauf der Mailänder New Guards Group kommen, die 2019 für 675 Mio. Dollar übernommen wurde. Eine Stellungnahme liegt nicht vor.
TRENDS & TECH
Mondu und Mangopay arbeiten zusammen
Der Zahlungsdienstleister Mondu, der seit 2022 in Deutschland Buy-Now-Pay-Later-Lösungen für den B2B-Onlinehandel anbietet, hat seine Zusammenarbeit mit Mangopay bekannt gegeben. Laut Pressemitteilung unterstützt Mangopay mit seinem programmierbaren E-Wallet mehr als 2.500 Plattformen und Marktplätze und deckt dabei den kompletten Bezahlprozess ab. Die Kooperationspartner wollen den Handel zwischen Unternehmen durch robuste Tools und eine Auswahl an Zahlungsoptionen flexibler gestalten.
Fragmentierung bremst Wachstum – Retail Media-Markt braucht Einheitlichkeit
Das steile Wachstum des Retail Media ist zugleich seine größte Herausforderung: im fragmentierten Markt fehlen Standards und Transparenz. Das Commerce Media-Unternehmen Criteo gibt einen Überblick über Auswirkungen, nächste Schritte und technologische Lösungen für einen einheitlichen Markt und gemeinsames ungebremstes Wachstum. Mehr lesen
Beinahe alle Internetnutzer fühlen sich online bedroht
93 Prozent aller deutschen Internetnutzer fühlen sich laut einer Bitkom-Umfrage von Cyberkriminalität bedroht. 87 Prozent fürchten sich vor organisierter Kriminalität, 35 Prozent vor Einzelpersonen, 24 Prozent vor staatlichen Stellen und 5 Prozent vor Unternehmen. Die Gefahr wird vor allem in Russland (81 Prozent), China (75 Prozent) und Nordkorea (53 Prozent) verortet. Viren und Ransomware führen mit 90 Prozent die Liste der Risiken an, gefolgt von Identitätsdiebstahl (62 Prozent) und gestohlenen Passwörtern (55 Prozent). Aber auch soziale Interaktionen wie Beleidigungen oder Mobbing (41 Prozent), Hassrede (29 Prozent) oder sexuelle Belästigung (18 Prozent) bereiten den Befragten Sorgen.
NACHHALTIGKEIT
Amazon setzt vermehrt auf Zug und Schiff
Amazon verlagert seine Lieferwege zunehmend von der Straße auf Wasser und Schiene, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung angibt. Die Auslastung beider Lieferwege sei im vergangenen Jahr um 50 Prozent gestiegen, weil sie nicht nur nachhaltiger, sondern auch effizienter und schneller seien. Insgesamt seien Amazon-Lieferungen in Europa im vergangenen Jahr auf mehr als 100 verschiedenen Bahnstrecken und über 300 Seerouten bewegt worden. Diese Verlagerung weg vom Lkw habe beinahe zu einer Halbierung der transportbedingten CO2-Emissionen geführt.

Redakteur
Thomas Rehm ist Redakteur bei etailment und „Der Handel“. Der erfahrene Fachjournalist schrieb zuvor viele Jahre für Titel der dfv Mediengruppe, darunter das Konsumgüter- und Verpackungsportal packaging-360.com, und begleitet heute die Themen Handel, Konsumgüter und Digitalisierung.
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