
Logistik, Netzversorgung, Netto, Preiserhöhungen, Nachtshopping, Temu, Suchfunktion, Shopware, Amazon, Google, Snowflake, SBTI
Aktuelle E-Commerce-News: Logistik, Netzversorgung, Netto, Preiserhöhungen, Nachtshopping, Temu, Suchfunktion, Shopware und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
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HANDEL NATIONAL
Internet- und Versandhandel im April 2,9 Prozent gewachsen
Während der Einzelhandel insgesamt im April real 1,2 Prozent weniger umsetzte, konnte der Internet- und Versandhandel nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zum Vormonat um 2,9 Prozent zulegen. Auf der anderen Seite der Skala war vor allem der Lebensmitteleinzelhandel mit einem Minus von 3,7 Prozent von Umsatzeinbußen betroffen.
Internet-Mindestversorgung wird fast nie durchgesetzt
Mehr als 5.500 Bürger wollten von Juni 2022 bis Februar 2024 bei der Bundesnetzagentur ihr Recht auf eine Internet-Mindestversorgung durchsetzen, berichtet Golem.de. Dies führte nur in 29 Fällen zur Feststellung einer Unterversorgung und nur in einem Fall zur Durchsetzung, Morning Briefing berichtete. Das Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten gilt in Deutschland seit Dezember 2021.
Netto darf online keine Vorkasse vor Vertragsabschluss verlangen
Wie erst jetzt bekannt wurde, hat das Oberlandesgericht Nürnberg Nettos Onlineshop untersagt, die Bezahlung per Vorkasse zu verlangen, noch bevor ein gültiger Kaufvertrag geschlossen wurde. Das Unternehmen hatte sich in seinen AGB ausbedungen, dass ein Kaufvertrag erst bei der Warenlieferung abgeschlossen sei. Wenn Nutzer sich auf der Plattform für Vorkasse als Zahlungsmethode entschieden, begann der Lieferprozess daher erst nach Zahlungseingang. Diese Kombination aus Vorkasse und AGB wurde dem Unternehmen untersagt, da es Kunden, die per Vorkasse einkauften, im Vergleich benachteilige, so Golem.de.
Preiserwartungen leicht erhöht
Im Mai planten mehr Unternehmen Preiserhöhungen als im April. Der entsprechende Ifo-Index stieg von 15,2 auf 16,2 Punkte. Während der Lebensmittelhandel, der Modehandel und die Industrie höhere Preise verlangen wollen, ist im Baugewerbe und im Handel mit Fahrrädern und Unterhaltungselektronik eher mit Preissenkungen zu rechnen.
HANDEL INTERNATIONAL
Schweizer suchen in der Nacht nach neuer Kleidung
Zwischen Mitternacht und der Morgendämmerung werden gerne Computerzubehör, Software oder Uhren geshoppt, während Gartenmöbel, Drucker oder Tennisschläger nur im Warenkorb landen, wenn die Sonne aufgegangen ist, zitiert Tagesanzeiger.ch Zahlen von Digitec Galaxus. Deutsche und Österreicher kaufen allerdings in der Nacht am häufigsten Erotikartikel, während die Schweizer die Dunkelheit nutzen, um sich nach neuer Kleidung umzusehen.
Auch Temu als VLOP eingestuft
Nach Shein stuft die EU-Kommission nun auch Temu als sehr große Online-Plattform (VLOP) ein, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Das verpflichtet den Fast-Fashion-Shop beispielsweise, illegale Produkte wie Fälschungen stärker zu überwachen und der EU regelmäßig Risikoberichte zu liefern. Die Einstufung war zu erwarten, da Shein laut neuesten Informationen in Europa vermutlich rund 75 Mio. Nutzer hat; der Schwellenwert liegt bei 45 Mio. Nutzern.
Ein Drittel der Nutzer brechen Einkauf wegen schlechter Suche ab
Wie eine Umfrage von Algolia und Censuswide unter 2.001 britischen Online-Shoppern ergab, bricht fast ein Drittel den Kaufprozess wegen schlechter Suchfunktionen der Shops ab, berichtet Cosmeticsdesign-Europe.com. Der dadurch entstehende Verlust wird auf 1,7 Mrd. Pfund geschätzt, jeder verlorene Kunde hätte sonst durchschnittlich 85 Pfund ausgegeben. Vor allem bei den jüngeren Befragten waren Trends aus den sozialen Medien ausschlaggebend, wie zum Beispiel „Clean Girl Aesthetic“. 65 Prozent gaben an, mit solchen Suchbegriffen in Online-Shops keine zufriedenstellenden Ergebnisse erzielt zu haben.
TRENDS & TECH
Shopware: Automatische Aktualisierung auf 950 Marktplätzen
Shopware-Shops können laut Pressemitteilung künftig mit „Shopware Multichannel Connect“ den Verkaufsprozess auf über 950 Online-Marktplätzen automatisieren. (Darunter auch Amazon, Zalando, Bol, Otto und Ebay). Das vereinfache von einer zentralen Stelle aus die Verwaltung von Produktinformationen, Lagerbeständen, Bestellungen und Preisen. Ermöglicht werde das Angebot durch die Technologie von Channelengine.
Amazon macht Alexa dümmer
Am 1. Juli schaltet Amazon eine API ab, die es der digitalen Assistentin Alexa ermöglichte Einkaufs- oder To-do-Listen von Drittanbietern zu verwalten, wie Golem.de auf einer Amazon-Website für Entwickler erfahren hat. Die äußerst beliebte Funktion dürfte nur noch zur Verfügung stehen, wenn die Anbieter ihre Apps umbauen und die Nutzer diese explizit mit Namen in den Sprachbefehl einbauen. Die Macher der Listen-App Todoist haben bereits angekündigt, ihren Alexa-Skill nicht mehr weiter unterstützen zu wollen.
Auch Google entwickelt 3D-Avatare
Nach Microsoft (Teams) und Apple (Facetime) entwickelt nun auch Google eigene 3D-Avatare für Videokonferenzen, so T3N.com. Die neue Funktion namens Chat Director scannt das Gesicht des Nutzers und erstellt ein 3D-Modell, das auf einen animierten Avatar-Körper gesetzt wird und dann anstelle des menschlichen Originals in einem frei wählbaren virtuellen Raum im Videochat mit den anderen Aninteragieren kann. Bislang ist die Funktion der Google-Forscher allerdings noch nicht ausgereift. Laut Mashable erinnert sie an die dreieckigen 3D-Modelle der Playstation-Spiele der ersten Generation.
Hacker erbeuten Daten von 400 Unternehmen
Bei einem gezielten Cyberangriff auf die Cloud von Snowflake konnten Hacker Daten von über 400 Unternehmen erbeuten, berichtet Golem.de. Möglich wurde der Angriff durch die Übernahme des Servicenow-Accounts eines Mitarbeiters, dessen Daten mit einer Infostealer-Malware vom Typ Lumma gestohlen wurden. Betroffen sind sicher Ticketmaster und die spanische Bank Santander, weitere Kunden von Snowflake sind beispielsweise Adobe, Roku, Cisco, Mastercard, EA, Canva, Yamaha, Michelin, Siemens, Axa, Micron oder HP.
NACHHALTIGKEIT
193 Schweizer Unternehmen Teil der SBTI
193 Unternehmen aus der Schweiz haben sich bereits der Science Based Targets Initiative (Initiative für wissenschaftsbasierte Klimaziele) angeschlossen, berichtet Handelszeitung.ch. Darunter sind zum Beispiel Givaudan, Holcim, Nestlé oder die Swiss Re. Die SBTI definiert Standards für die CO2-Reduktion und überwacht diese gegen Bezahlung. Weltweit beteiligen sich 8.700 Unternehmen. In der Schweiz sind dieses Jahr 52 Unternehmen neu dazugekommen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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