
Otto mal drei, Amazon, Data Act, Booking.com, Tiktok Shop, Onbuy + Comet, Adobe, Google Meet, Happycart, KI im Marketing
Aktuelle E-Commerce-News: Otto mal drei, Amazon, Data Act, Booking.com, Tiktok Shop, Onbuy + Comet, Adobe, Google Meet und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
Webinar: Optimale Omnichannel-Prozesse
Fragmentierte Medienlandschaft, neue Technologien und immer heterogenere Systemlandschaften erhöhen die Komplexität im Einzelhandel. Systeme und Prozesse müssen nahtlos ineinandergreifen und in Echtzeit kommunizieren. Wie Händler diese Herausforderungen meistern und einen reibungslosen Omnichannel-Prozess schaffen, zeigt REMIRA im kostenfreien Webinar „Optimierung der Prozess- und Systemlandschaft im Omnichannel-Commerce“ am 23. Mai um 10 Uhr.
HANDEL NATIONAL
Otto meldet Ergebnis-„Turnaround“
Die Otto Group meldet für das abgelaufene Geschäftsjahr 2024/25 (28. Februar) einen stabilen Umsatz (15 Mrd. Euro) und einen Gewinn-„Turnaround“: Nach acht Mio. Euro im Vorjahr lag der Gewinn vor Zinsen und Steuern bei 276 Mio. Euro, wie NDR.de berichtet. Nach Steuern lag der Gewinn bei 165 Mio. Euro nach einem Minus von 412 Mio. Euro im Vorjahr. Die gestiegene Profitabilität sei auch durch den Abbau von mehr als fünf Prozent der Stellen auf 36.000 erreicht worden. Aus dem anstehenden Verkauf von About You erwartet der Vorstand einen Erlös von rund 400 Mio. Euro.
New people, new business: BRANDmate 2025
Die BRANDmate, das führende B2B-Networking-Event für Markenkoops, Licensing und Partnerships findet am 25. & 26.6. in der Zeche Zollverein in Essen statt. Starke Aussteller und ein sehenswertes Rahmenprogramm machen das Event zum Hotspot für Handel, IP-Owners & Hersteller. Ein Highlight ist der RetailDay in cooperation with Licensing International Germany & BRANDmate am 26.6., der sich an Händler richtet. Tickets und Infos
Otto II: GMV soll auf 10 Mrd. Euro steigen
Der Bruttogesamtwert aller Käufe auf dem Marktplatz Otto.de und in der Otto-App (das Gross Merchandise Volume, GMV) soll bis 2030 auf zehn Mrd. Euro steigen. Das kündigte Katy Roewer, Konzern-Vorständin Finanzen, Controlling, Personal der Otto Group, während der Bilanz-Pressekonferenz an. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2024/25 hatte das GMV bei rund sieben Mrd. Euro gelegen (plus neun Prozent von 6,5 Mrd. Euro, das „Morning Briefing“ berichtete). Das Wachstum von gut einer halben Milliarde Euro pro Jahr soll also gesteigert werden. Die Umsatzerlöse von Otto.de nach IFRS (Eigengeschäft und Provisionen der Marktplatz-Händler) stiegen laut Pressemitteilung um rund fünf Prozent auf 4,4 Mrd. Euro, inklusive About You lagen die IFRS-Umsatzerlöse bei 6,5 Mrd. Euro (plus 4,7 Prozent). Otto war 2020 ins Marktplatzgeschäft eingestiegen, Otto.de gibt es seit 1995.
Otto III: KI-Berater für den Black Friday angekündigt
Auf Otto.de soll es bis zum Black Friday eine neue intelligente Suche auf KI-Basis geben. Das sagte die Vorstandsvorsitzende Petra Scharner-Wolff während der Vorstellung der Jahreszahlen – ging aber nicht auf Details ein. Einen KI-Berater gebe es bereits auf Manufactum.de, auf Otto.de empfehle eine KI besonders nachhaltige Artikel. Man stehe „an einem fortgeschrittenen Anfang“, sagte Scharner Wolff. Der Einsatz von Methoden der KI werde „noch viel weiter gehen“.
Amazon veranstaltet seine erste FMCG-Aktionswoche
Amazon startet seine erste Aktionswoche für Güter des täglichen Bedarfs in Deutschland, berichtet Lebensmittelzeitung.net. Der E-Commerce-Riese offeriere bis 27. Mai unter dem Namen „Everyday Essentials Week“ bekannte Marken mit Rabatten von bis zu 40 Prozent. Für Mengenkäufer schlummerten besondere Schnäppchen bei Süßwaren und Kaffee. Eine vom Unternehmen beauftragte Studie stütze das Timing: 27 Prozent der Befragten planten Einsparungen bei Haushaltsartikeln.
100-Tage-Countdown: Wirtschaft unvorbereitet für den Data Act
Nur fünf Prozent der deutschen Unternehmen haben den Data Act teilweise oder vollständig umgesetzt, obwohl die Frist in 100 Tagen ausläuft, meldet der Digitalverband Bitkom. Die Mehrheit wähne sich fälschlicherweise nicht betroffen. Der Umsetzungsaufwand sei für zwei Drittel der Unternehmen hoch und binde Innovationsressourcen. Gleichzeitig plane die Wirtschaft einen regelrechten Datenboom: Der Anteil datengetriebener Geschäftsmodelle solle binnen zwei Jahren von 27 auf 47 Prozent steigen. Künftig wolle fast jedes zweite Unternehmen auf Datenmärkten als Anbieter auftreten – ein Sprung von heute 16 auf 59 Prozent.
Auftragsbarometer steigt leicht – Einzelhandel bleibt im Tief
Der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel ist auf 37,3 Prozent gesunken, meldet das Ifo-Institut. Die Situation habe sich zwar entspannt, stelle aber noch keine nachhaltige Erholung dar, mahne Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Besonders in der Industrie sei ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen, während die Lage im Einzelhandel weiterhin angespannt bleibe; im Großhandel kämpften gar 61 Prozent mit fehlenden Aufträgen.
HANDEL INTERNATIONAL
Österreichs Online-Handel verbucht 30 Mrd. Euro Umsatz
Österreicher aller Generationen gaben 2024 über 30 Mrd. Euro für Online-Einkäufe aus, enthüllt der „E-Commerce Report 2024“ laut des Österreichischen Handelsverbands. Bei 97 Prozent der Bevölkerung sei Online-Shopping mittlerweile gängige Praxis – von den Digital Natives (98 Prozent) bis zu den Senioren (94 Prozent). Den größten Brocken im virtuellen Einkaufskorb machten Reisen mit 10,7 Mrd. Euro aus, gefolgt von Kleidung (46 Prozent), Apothekenprodukten (28 Prozent) und Lebensmitteln (25 Prozent). Flexible Zahlungsmethoden spielten dabei eine Schlüsselrolle für erfolgreiche Kaufabschlüsse.
Schweizer Preisüberwacher kappt Booking.com-Gebühren
Der Schweizer Preisüberwacher Stefan Meierhans zwingt Booking.com zur Senkung der Hotelkommissionen um knapp ein Viertel, berichtet SRF.ch. Die Provisionen seien „missbräuchlich hoch“ und müssten innerhalb von drei Monaten für einen Zeitraum von drei Jahren reduziert werden. Dies solle sowohl Schweizer Hotels im internationalen Wettbewerb stärken als auch Kunden finanziell entlasten. Booking.com wehre sich mit Berufung gegen die Verfügung und betone, Hotels könnten frei entscheiden, ob sie die „wertvolle“ Plattform nutzen wollten.
Tiktok Shop USA: Homeoffice per E-Mail
Tiktok Shop weist laut einer internen Mitteilung US-Mitarbeiter an, vor eventuell drohenden Entlassungen im Homeoffice zu arbeiten, berichtet Techinasia.com. Die E-Commerce-Plattform befinde sich in einem paradoxen Zustand: Trotz bislang beeindruckenden Wachstums in den USA müsse sie umstrukturieren. Die Neuordnung geschehe vor dem Hintergrund der unklaren Lage um ein potenzielles Verbot.
Onbuy haucht Comet neues Leben ein
Der britische Marktplatz Onbuy hat die traditionsreiche Elektronikmarke Comet übernommen und plant für das vierte Quartal deren Wiederbelebung als Online-Marktplatz, berichtet Channelx.world. Das Unternehmen wolle über 10 Mio. Pfund in die Marke investieren und damit den 25-Mrd.-Pfund-Markt für Elektronik in Großbritannien aufmischen. Onbuy verzeichne seit Trumps Amtsantritt ein Umsatzwachstum von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, da sich die Verbraucherstimmung von den US-Anbietern wegbewege. Somit könne auch Comet ein ernster Herausforderer für etablierte Größen wie Amazon werden.
USA: Adobe-Cloud mit KI künftig zehn Dollar teurer
Adobe erhöht die Preise für seine Creative-Cloud: Das bisherige All-Apps-Paket werde in „Creative Cloud Pro“ umgetauft und koste ab 17. Juni in den USA 70 statt 60 Dollar monatlich bei Jahresbindung, berichtet Golem.de. Bestandskunden würden automatisch ins teurere Modell überführt, sofern sie nicht aktiv widersprächen. Eine neue günstigere „Standard-Variante“ für 55 Dollar biete deutlich weniger Funktionen – besonders bei KI-Features klafft eine dramatische Lücke: 4.000 „AI-Credits“ für Pro-Kunden, aber nur 25 für Standard-Nutzer.
USA: Amazon begleicht Retouren-Schulden. Aus 2018.
Amazon habe nach einer internen Überprüfung „eine sehr kleine Teilmenge“ an Retouren identifiziert, bei denen Rückzahlungen nicht vollständig abgeschlossen oder wegen Zweifeln an der zurückgeschickten Ware verweigert worden seien, berichtet Theverge.com. Kunden müssten nicht aktiv werden, um ihre Erstattung zu erhalten. Im jüngsten Quartalsbericht habe Finanzchef Olsavsky eine einmalige Belastung von 1,1 Mrd. Dollar eingeräumt. Einzelne Nutzer hätten in sozialen Medien von unerwarteten Rückzahlungen von bis zu 1.800 Dollar berichtet – für Retouren aus dem Jahr 2018.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Google Meet übersetzt künftig simultan
Google integriert KI-gestützte Echtzeit-Sprachübersetzung in seine Videokonferenz-Plattform „Meet“, berichtet Techinasia.com. Die beim I/O-Event vorgestellte Funktion nutze Gemini und übersetze gesprochene Inhalte, während sie Stimme, Tonfall und Ausdruck des Sprechers beibehalte. Aktuell würden Englisch und Spanisch unterstützt, wobei Italienisch, Deutsch und Portugiesisch in den kommenden Wochen folgen sollen.
Einkaufszettel mit Markenboost: Happycarts neues Werbekonzept
Die Einkaufslisten-App Happycart startet laut Pressemitteilung neue Commerce Media Lösungen für native Produktplatzierung in Rezepten und Einkaufslisten. Die Plattform verknüpfe die Millionenreichweite von Rezeptseiten mit der kontextbasierten Werbeplatzierung für FMCG-Marken. Bei über 5 Mio. monatlichen Seitenaufrufen und 60.000 aktiven Rezepten würden Markenprodukte nahtlos in Zutatenlisten integriert, die Nutzer mit einem Klick in Einkaufslisten umwandeln könnten. Die Interaktionsraten lägen mit über drei Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt vergleichbarer Digitalformate.
KI im Marketing: Roadmaps vorhanden, Potenzial ungenutzt
Jeder zweite Marketing-Profi im DACH-Raum verfügt über eine KI-Roadmap, doch nur elf Prozent schöpfen alle Möglichkeiten aus, so laut Pressemitteilung der aktuelle „Marketing Tech Monitor“. Mangelndes Know-how (31 Prozent) und die verwirrende Vielfalt der Tools stellten die größten Hürden dar. Während 69 Prozent der Befragten immerhin eine KI-Strategie etabliert hätten, konzentriere sich die praktische Anwendung hauptsächlich auf digitales Basishandwerk wie Content Management (81 Prozent) und Chatbots (68 Prozent). Ambitioniertere Anwendungen wie Marketing-Mix-Modellierung fristeten mit 19 Prozent noch ein Schattendasein.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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