
Paypal + Shopware, Check24, Wero, Amazon, Klarna + Google, Italien, Schweden, Handelswerbung, Online-Betrug, Schatten-KI
Aktuelle E-Commerce-News: Paypal + Shopware, Check24, Wero, Amazon, Klarna + Google, Italien, Schweden, Handelswerbung und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
„Kundenzufriedenheit steigern durch digitales Filialmanagement per App“
Aufwendige Warenprozesse, manuelle Bestandssuchen und weitere administrative Aufgaben kosten Store-Mitarbeitende wertvolle Zeit, die für Kundenberatung fehlt. Abhilfe schaffen Apps, die sämtliche Filialprozesse digitalisieren und relevante Daten auf der Fläche bereitstellen. Wie das funktioniert, zeigt das REMIRA-Webinar am 24.11. um 10 Uhr. Jetzt kostenfrei anmelden
HANDEL NATIONAL
Paypal vervierfacht Shopware-Beteiligung auf 41 Prozent
Paypal erhöht seinen Anteil am deutschen E-Commerce-Anbieter Shopware von elf auf 41 Prozent, berichtet Techinasia.com. Die zusätzlichen Anteile erwerbe der Zahlungsdienstleister vom Investmentfonds Carlyle Group, der gemeinsam mit Paypal im Februar 2022 bereits 100 Mio. Dollar in das Unternehmen investiert habe. Shopware beliefere seit über 20 Jahren mehr als 50.000 Firmen mit Shop-Software und verfüge über ein Ökosystem aus 1.200 zertifizierten Agenturen sowie 3.100 Apps im Extension Marketplace.
Check24 prüft Reifen mit KI-Fotoscanner
Check24 hat einen KI-Scanner entwickelt, der Reifendaten per Smartphone-Foto erfasst, berichtet Reifenpresse.de. Der neue Scanner funktioniere bei montierten und losen Reifen sowie auf Dokumenten wie Rechnungen oder Fahrzeugscheinen. Das Vergleichsportal baue damit auf seinem im Sommer eingeführten KI-Scanner für Reklamationen auf und wolle den Online-Reifenkauf intuitiver gestalten. Kunden müssten Reifenspezifikationen nicht mehr manuell suchen oder eintippen.
Verbraucherzentrale warnt vor Trading-Coaches
Die Verbraucherzentrale warnt vor selbsternannten Trading-Coaches in sozialen Medien, die mit Sportwagen und Bargeld locken. Die vermeintlichen Finanzgurus versprächen absurde fünfstellige Erträge und böten zunächst kostenlose Seminare an, die jedoch lediglich als Werbeplattform für kostenpflichtige Kurse im vierstelligen Bereich dienten. Statt echter Schulungen erhielten Teilnehmer oft nur Videoclips und würden aufgefordert, weitere Kunden zu werben – ein Vorgehen, das nicht weit entfernt sei von kriminellen Pyramidensystemen.
HANDEL INTERNATIONAL
Wero verschiebt E-Commerce-Start ins nächste Jahr
Der Launch der europäischen Zahlungslösung Wero für den E-Commerce verschiebt sich auf 2026, berichtet Retaildetail.eu. Eigentlich sollte der Rollout für Online-Händler 2025 in Deutschland starten, gefolgt von Belgien und Frankreich. Einige der Partner benötigten jedoch mehr Zeit für die Implementierung, zudem wolle man die Tests mit allen Beteiligten finalisieren, um die Qualität vor dem Start zu gewährleisten.
Amazon will bis 2033 über 600.000 Jobs einsparen
Amazon plant die Automatisierung von 75 Prozent seiner Operationen, um bis 2033 über 600.000 US-Arbeitsplätze einzusparen, zitiert Theverge.com geleakte interne Dokumente, die der New York Times vorliegen. Bis 2027 sollten bereits 160.000 Stellen wegfallen, obwohl sich das Produktvolumen verdoppelt haben solle. Die Robotisierung spare 30 Cent pro Artikel und bringe dem Konzern bis 2027 etwa 12,6 Mrd. Dollar ein. Intern habe man erwogen, Begriffe wie „Automation“ durch „fortgeschrittene Technologie“ zu ersetzen, um den erwarteten Gegenwind abzufedern.
Klarna verklagt Google auf 7,1 Milliarden Euro
In Schweden hat ein Schadenersatzprozess begonnen, in dem Klarna 7,1 Mrd. Euro von Google fordert, berichtet Deutschlandfunk.de. Der Zahlungsanbieter werfe dem Suchmaschinenkonzern vor, den eigenen Preisvergleichsdienst Google Shopping in Suchergebnissen zu bevorzugen und damit das 2022 von Klarna erworbene Portal „Pricerunner“ benachteiligt zu haben. Google bestreite sowohl den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung als auch eine Schädigung Pricerunners.
Italienische Online-Händler zufriedener – aber nicht begeistert
Italienische Online-Händler zeigen sich mit digitalen Dienstleistungen zufriedener als im Vorjahr, so eine Studie von Casaleggio Associati laut Ecommercenews.eu. Zahlungssysteme führten mit 80 Prozent Zufriedenheit, E-Commerce-Plattformen lägen bei 69 Prozent und innovative Technologien, wie beispielsweise KI, bildeten mit 37 Prozent das Schlusslicht. Online-Händler wechselten Lieferanten oder Dienstleister, wenn sie skalieren wollten oder neue Geschäftsanforderungen erfüllen müssten (45 Prozent), neue Features oder Dienste benötigten oder das Preis-Leistungs-Verhältnis verbessern wollten (beides 44 Prozent).
Schwedens Online-Handel wächst elf Prozent
Der schwedische Online-Handel verzeichnete im September einen Umsatz von 1,32 Mrd. Euro – ein Plus von elf Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet Interiordaily.com. Es sei bereits der dritte Monat in Folge, in dem die Umsätze alle vergleichbaren Monate seit 2020 überträfen. Nach schwachem Jahresstart mit negativem Wachstum in den ersten beiden Quartalen habe die Branche im dritten Quartal 13 Prozent zugelegt. Niedrigere Zinsen und gesunkene Inflation hätten das Verbrauchervertrauen gestärkt und die Kaufkraft erhöht.
Globale Pleitewelle erreicht 2026 ihren Höhepunkt
Globale Unternehmensinsolvenzen werden 2025 um sechs Prozent steigen und 2026 mit einem weiteren Anstieg von fünf Prozent ihren Höhepunkt erreichen, meldet Allianz Trade. Erst 2027 sei mit einem leichten Rückgang zu rechnen. Die Daten seit Jahresbeginn würden einen deutlichen Anstieg in allen Regionen zeigen, insbesondere in Asien und Westeuropa, mit bemerkenswerten Sprüngen in Italien (+38 Prozent) und der Schweiz (+26 Prozent). Im nächsten Jahr sollten besonders drei Faktoren Unternehmen belasten: schwaches Wirtschaftswachstum, hohe Zinsen mit begrenzter Kreditvergabe sowie Schwächen in der Bau- und Automobilbranche.
TRENDS & TECHNOLOGIE
Handelswerbung wandert vom Prospekt in die App
Händler im deutschsprachigen Raum investieren deutlich weniger in gedruckte Prospekte und verschieben ihre Budgets ins Digitale, wie eine Studie des EHI Retail Institute zeigt. Der Anteil printbasierter Werbung sei innerhalb eines Jahres um 14,4 Prozent auf 28,6 Prozent geschrumpft, während digitale Kanäle auf 43,9 Prozent zulegten. Überraschenderweise hätten die Investitionen für Loyalty-Programme im Jahresvergleich 19,6 Prozent eingebüßt – gerade hier sei künftig ein Zuwachs von 17,9 Prozent zu erwarten, da Daten zur neuen Währung im Marketing werden könnten.
Deutsche fürchten Online-Betrug mehr als Jobverlust
Für 63 Prozent der Deutschen seien Online-Risiken präsenter als vor zwei Jahren, zeigt eine Mastercard-Studie. Fast die Hälfte denke wöchentlich über digitale Sicherheit nach – häufiger als über die Sicherheit des Arbeitsplatzes. Besonders beim Online-Shopping zeigten sich die Folgen: 64 Prozent der Betrugsopfer hätten finanzielle Verluste erlitten, davon fast die Hälfte über 100 Euro. Nach erlebtem Betrug mieden 72 Prozent kleinere Online-Händler zugunsten der Großen. KI verstärke die Ängste massiv – drei Viertel fürchteten täuschend echte Phishing-Mails, nur elf Prozent fühlten sich gewappnet.
Schatten-KI breitet sich in Unternehmen aus
Vier von zehn deutschen Unternehmen gehen davon aus, dass Beschäftigte private KI-Tools wie ChatGPT nutzen, so eine Bitkom-Befragung. Bei acht Prozent sei die Schatten-KI weit verbreitet (2024: vier Prozent), bei 17 Prozent gebe es Einzelfälle. Lediglich ein Viertel der Unternehmen stelle den Mitarbeitern eigene KI-Tools zur Verfügung, weitere 17 Prozent planten dies. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert klare Regeln: Bislang hätten erst 23 Prozent der Firmen solche Vorgaben aufgestellt, weitere 31 Prozent planten sie.
Website-Ära im Online-Handel neigt sich dem Ende zu
Walmart kooperiert mit ChatGPT und markiert damit einen Wendepunkt im Online-Handel, meint Fortune.com. Eine Analyse von über 20 Mio. KI-Shopping-Gesprächen zeige, dass Konsumenten besonders bei komplexen Käufen konversationelle Interfaces bevorzugten – so würden beispielsweise bei Elektronik 50 Prozent mehr Fragen gestellt als in allen anderen Kategorien. KI-Agenten erzielten schon jetzt ein Engagement von 25 Prozent und zehn Mal mehr Konversionen als klassische Online-Shops. Das alles bedeute nicht, dass Websites spurlos verschwinden würden, aber sie müssten sich anpassen, denn der Wandel sei schneller als bei der ursprünglichen E-Commerce-Revolution vor 25 Jahren.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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