
Platform Group, Der Handel, KI im Laden, Ebay, Home Office, Gen Z, Tiktok, Shopee, Web-Scraper, Cybersicherheit, Google, Amazon
Aktuelle E-Commerce-News: Platform Group, Der Handel, KI im Laden, Ebay, Home Office, Gen Z, Tiktok, Shopee, Web-Scraper und weitere Themen im Überblick.
Björn BöerChefredakteurDas müssen Sie heute zum Thema E-Commerce wissen.
HANDEL NATIONAL
The Platform Group kauft sich Aplanta
The Platform Group kauft sich mit Aplanta die nächste Firma für ihr Portfolio, das seit 2020 schon 24 Beteiligungen umfangreicher ist. Aplanta verkauft Kunstpflanzen – laut Fashionunited.de ein Markt mit einem weltweiten Umsatz von 1,7 Mrd. Euro – an Privat- und Geschäftskunden. Über den Kaufpreis gibt es keine Informationen.
Neue Ausgabe von Der Handel jetzt als E-Paper lesen
Der Einsatz von KI verspricht auch mittelständischen Händlern erhebliche Effizienzgewinne, doch viele Unternehmen zögern noch. Die aktuelle Ausgabe von Der Handel beschreibt Schritte hin zu einer intelligenten Strategie. Außerdem geht es diesmal um die Werbeform Retail Media und um die Flut an neuen Nachhaltigkeitsgesetzen. Passend dazu präsentiert Der Handel, gemeinsam mit Warehousing1, eine Rangliste der 25 aussichtsreichsten Start-ups im Bereich Nachhaltigkeit. Die aktuelle E-Paper-Ausgabe mit allen Inhalten des gedruckten Heftes können Sie hier herunterladen.
Einstellungsbereitschaft der Unternehmen sinkt
Parallel zur Eintrübung des Geschäftsklimas sinkt auch das Ifo-Beschäftigungsbarometer im Juni auf 95,9 Punkte. Im Mai lag der Indikator mit 96,3 noch etwas höher. Fehlende Aufträge bremsen den Personalaufbau; Industrie, Handel und Baugewerbe planen eher den Abbau an Stellen. Unbeeindruckt von der Statistik zeigen sich dagegen die Dienstleister, insbesondere in den Bereichen Tourismus, IT sowie Unternehmens- und Steuerberatung.
KI-Assistenz auf der Ladenfläche: Das sind die Chancen und Risiken
Künstliche Intelligenz ist längst nicht mehr nur dem Onlinehandel vorbehalten. Sie wird in Zukunft auch im stationären Einzelhandel unverzichtbar sein, sagt Andreas Jungermann, Berater für Analytics & AI bei der Deutschen Telekom MMS. In einem Gastbeitrag beschreibt er, wie KI das Einkaufserlebnis verbessern kann, nennt aber auch die Risiken, die Händler im Blick behalten müssen.
Das Home Office ist hier, um zu bleiben
Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten 2023 in Deutschland 23,5 Prozent der Erwerbstätigen zumindest zeitweise im Home Office, fast doppelt so viele wie vor der Pandemie. Allerdings wurden weniger Tage zu Hause gearbeitet; insgesamt ist die Nutzung leicht zurückgegangen. In Großunternehmen war der Anteil mit 34 Prozent höher als in kleineren Unternehmen, wobei IT-Dienstleister mit 74,7 Prozent an der Spitze lagen. Der EU-Durchschnitt lag bei 22,4 Prozent.
Die Wohlhabenden kommen
Deutsche Verbraucher wollen nachhaltiger einkaufen, sind Händlern gegenüber aber weniger loyal als früher. Das gelte stationär wie online, so die Marktforscher von NIQ/GfK. Die gute Nachricht: Die Generation Z hat richtig Geld und ist bereit, es auszugeben, wie Etailment.de berichtet.
Ebay präsentiert einen ganzen Korb an Neuerungen
Ebay Deutschland kündigt umfangreiche Neuerungen für gewerbliche Verkäufer an, darunter ein überarbeitetes Werbeportfolio mit neuem Advertising-Cockpit und verbesserte Tools im Verkäufer-Cockpit Pro. Zusätzlich werden ein aktualisiertes Nachrichten-System, eine mobile Produktrecherche-App und Verbesserungen im Versand eingeführt. Ab Dezember 2024 tritt eine neue EU-Verordnung zur Produktsicherheit in Kraft, die zusätzliche Informationspflichten für Händler bringt. Zudem plant Ebay einen neuen Werkstatt-Service für den Einbau von Autoteilen.
Digitalbranche wird 4,3 Prozent wachsen
Laut Bitkom-Prognose wird der deutsche ITK-Markt in diesem Jahr um 4,3 Prozent auf 224,8 Mrd. Euro wachsen und voraussichtlich 29.000 Arbeitsplätze schaffen. Besonders stark wächst der Umsatz mit Software (plus 9,8 Prozent), während die Unterhaltungselektronik schrumpft (minus 7,5 Prozent). Gleichzeitig verliert Deutschland mit einem Weltmarktanteil von nur noch 4,2 Prozent weiter an Boden gegenüber den USA (38,6 Prozent) und China (10,9 Prozent).
EM 2024
EM: Mehr Fernseher, mehr Bier
Vom 6. Mai bis 2. Juni wurden 13 Prozent mehr Fernsehgeräte verkauft als im Vorjahr, besonders gefragt waren große Bildschirme, zitiert Markenartikel-Magazin.de eine Analyse von GfK und NIQ. Die Bierpreise wurden pünktlich zur EM um 6,4 Prozent erhöht, trotzdem ließen die Fußballfans 1,2 Prozent mehr Geld im Getränkemarkt als im Juni 2023.
HANDEL INTERNATIONAL
Tiktok Shop: Made by Mitchell macht die Million
Die Kosmetikmarke „Made By Mitchell“ hat als erstes britisches Unternehmen einen Tagesumsatz von einer Million Dollar auf TikTok Shop erzielt, berichtet Channelx.world. Bereits während des zwölfstündigen Live-Events, bei dem Gründer Mitchell Halliday vor über 600.000 Zuschauern acht neue Produkte vorstellte, wurde jede Sekunde mindestens ein Artikel verkauft und 830.000 Dollar umgesetzt.
Amazon: KI-Anzeigen haben angeblich 40 Prozent mehr Klicks
Amazons neue KI-Funktionen ermöglichen auch die automatisierte Erstellung von Werbeanzeigen, wie Onlinehaendler-News.de berichtet. Diese haben laut Vizepräsident Dharmesh Mehta eine um 40 Prozent höhere Klickrate als herkömmliche Anzeigen. Wie die Funktion genutzt werden kann, bleibt unklar. In der letzten Pressemitteilung drehte sich alles um KI-Listings (Morning Briefing berichtete), die Anzeigenerstellung wurde bislang nicht erwähnt.
Versandkosten der Hauptgrund für Kaufabbrüche
Hohe Versandkosten sind der Hauptgrund für Kaufabbrüche: 41 Prozent der Onlinekunden beenden ihren Einkauf aus diesem Grund. Für 65 Prozent der Käufer ist es außerdem wichtig, den Lieferdienstleister schon vor der Bestellung zu kennen. Laut dem „Global Online Shopper Trends Report“ von DHL eCommerce gewinnt auch Social Commerce deutlich an Bedeutung, dessen Umsatz bis 2030 auf 8,5 Bio. Dollar geschätzt wird. Mittlerweile nutzen 57 Prozent das Smartphone zum Shoppen, eine Entwicklung, die durch den Aufstieg von Shein und Temu noch verstärkt wird.
Verbraucher bevorzugen den Multimarkenhandel
84 Prozent der Verbraucher in Deutschland, den USA und Japan bevorzugen beim Einkauf von Mode und Lifestyle den Multimarkenhandel. Wie eine Umfrage der Unternehmensberatung Roland Berger ergab, ist der Anteil in Deutschland mit 89 Prozent am höchsten, ebenso wie die Bereitschaft, online einzukaufen. Nur 35 Prozent kaufen ihre Mode am liebsten im Direktvertrieb der Marken.
Shopee beugt sich der Wettbewerbsbehörde
Shopee und sein Kurierdienst Shopee Express haben nach Angaben der indonesischen Wettbewerbsbehörde Verstöße gegen Wettbewerbsregeln eingeräumt und Änderungen versprochen, berichtet CNBC.com. Die KPPU hatte Shopee vorgeworfen, den eigenen Lieferdienst bei Bestellungen zu bevorzugen, was gegenüber anderen Anbietern „diskriminierend“ sei. Ähnliche Untersuchungen laufen auch gegen Lazada, den südostasiatischen E-Commerce-Arm von Alibaba. Auch in Indonesien sind die Strafen drastisch und können bis zu 50 Prozent des Jahresnettogewinns oder 10 Prozent des Gesamtumsatzes betragen.
TRENDS & TECH
Onlinehandel besonders durch Web-Scraper-Bots gefährdet
Bots machen mittlerweile 42 Prozent des gesamten Web-Traffics aus, 65 Prozent davon werden als schädlich eingestuft, zitiert Infopoint-Security.de den neuen „State of the Internet“-Report von Akamai. Besonders attraktiv für Web-Scraper-Bots ist der Onlinehandel: Hier können sie Daten stehlen, Lagerbestände manipulieren, ganze Webseiten fälschen oder durch gefälschte Benutzerkonten direkt Betrugsdelikte begehen. Aber auch bei gelungener Abwehr können die Verschlechterung der Website-Performance und erhöhte Rechenkosten ein Problem darstellen.
KI: Zufriedenheit und Angst halten sich die Waage
42 Prozent der 13.000 Befragten aus 15 Ländern sind mit dem Einsatz von KI am Arbeitsplatz zufrieden, das sind 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Wie die Umfrage der Boston Consulting Group ergab, sind Mitarbeiter, die KI tatsächlich regelmäßig nutzen, sogar zu 49 Prozent zufrieden, nur Führungskräfte sind noch optimistischer. Gleichzeitig wächst die Sorge um den Arbeitsplatz: Ebenfalls 42 Prozent befürchten, in den nächsten zehn Jahren durch KI ihren Job zu verlieren, in Deutschland sogar 59 Prozent.
Cybersicherheitsagenda wird zu langsam umgesetzt
Von 47 geplanten Vorhaben der nationalen Cybersicherheitsagenda des Bundesinnenministeriums wurden in zwei Jahren gerade einmal vier umgesetzt, wie Heise.de berichtet. Elf seien zurückgestellt und der Rest befinde sich noch in der Umsetzung. Besonders wichtige Themen wie die Unabhängigkeit des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik oder die gesetzliche Verortung der Zentralen Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich blieben, trotz durchaus realer Bedrohungen, auf der Strecke.
Kartellamt warnt vor Machtkonzentration durch KI
Der Chef des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, warnt im Jahresbericht seiner Behörde davor, dass durch den Einsatz künstlicher Intelligenz die Dominanz großer Technologiekonzerne weiter zunehmen und diese die Kontrolle über immer mehr Stufen der Wertschöpfungskette erlangen könnten. Die Technologie könne kleinere Marktteilnehmer benachteiligen und Unternehmen mit großen Datenbeständen begünstigen. Der Jahresbericht umfasst 69 Seiten, von denen eine der KI gewidmet ist.
Googles endloses Scrollen endet
Google plant, das endlose Scrollen zu beenden und zur guten alten Seitennummerierung der Suchergebnisse zurückzukehren, berichtet Onlinehaendler-News.de. Die Umstellung soll ab sofort bei der Desktop-Suche und in den kommenden Monaten auch bei der mobilen Suche erfolgen. Laut Google soll damit die Bereitstellung von Suchergebnissen beschleunigt und „die Nutzerzufriedenheit erhöht“ werden. Der berühmte „Infinite Scroll“, der seit Paul Irishs Javascript-Plugin von 2011 lange Zeit der letzte Schrei im Webdesign war, wurde von Google erst ab 2021 eingeführt.
NACHHALTIGKEIT
Amazon macht auf die neue Batterieverordnung aufmerksam
Die neue EU-Batterieverordnung, die am 18. August 2025 in Kraft tritt, zielt auf mehr Nachhaltigkeit und ethische Verantwortung beim Handel und der Produktion von Batterien ab. Amazon informiert seine Händler bereits jetzt in seinem Forum über die neuen Pflichten, darunter die CE-Kennzeichnung und die Registrierung bei zuständigen Stellen wie der Stiftung EAR in Deutschland. Verkäufer müssen künftig Registrierungsnummern im bald startenden Compliance-Portal von Amazon nachweisen, jährliche Batterieverkäufe melden und Umweltabgaben zahlen.

Chefredakteur
Dr. Björn Böer ist Chefredakteur der Wirtschaftsmedien und verantwortet in dieser Rolle „Der Handel“ und das E-Commerce-Portal etailment.de. Zuvor war der promovierte Dipl.-Volkswirt unter anderem Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und leitete von 2001 bis 2003 die Wirtschaftsredaktion des F.A.Z.-Business Radios. Sein journalistisches Handwerk lernte er als Volontär beim Norddeutschen Rundfunk.
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